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Renault und Alonso in der Krise

Foto: Wolfgang Wilhelm 47 Bilder

Der Pavillon von Renault im Fahrerlager von Montreal leerte sich nach dem GP Kanada schnell. Teamchef Flavio Briatore hatte nach dem Debakel keine Lust auf große Worte.

10.06.2008 Michael Schmidt

Wie in Monaco null Punkte, wieder viel Schrott. Weder Fernando Alonso noch Nelson Piquet junior sahen die Zielflagge. Der Ex-Weltmeister flog von der Strecke, sein junger Teamkollege musste mit Bremsproblemen aufgeben. Piquet hatte zuvor durch einen Dreher 25 Sekunden verloren. "Zwei Runden davor fiel das Bremspedal immer weiter durch."

Alonso war sauer: "Eine verpasste Chance. Ich bin extrem enttäuscht, den diesmal lag ein Podestplatz drin. Wir haben mit der Rennstrategie Fehler gemacht." Briatore giftete: "Das Safety-Car machte unser Rennen kaputt, weil wir unsere Strategie ändern mussten." Was an der Taktik falsch gewesen sein soll, konnten weder Briatore noch Alonso sagen. "Wir haben das gleiche gemacht wie BMW mit Kubica", erklärte Chefingenieur Pat Symonds.

Trainingsduell deutlich verloren

In Montreal zeigte Alonso, nur im Training, was er wert ist. Obwohl der Renault R28 auf der Bremse und beim Beschleunigen nicht zu den besten Autos im Feld zählt, stellte der Spanier sein Auto auf den vierten Startplatz, mitten im Ferrari-Sandwich. Diesmal war das Ergebnis echt und nicht wie in Barcelona mit wenig Benzin an Bord erkauft. Nelson Piquet konnte es nicht fassen, dass sein berühmter Teamkollege neun Startplätze vor ihm stand.

"Mein Auto schiebt so stark über die Vorderachse, dass ich nicht über die Randsteine räubern konnte. Ich musste zu früh in die Schikanen einlenken und komme am Ausgang kaum um die Ecken herum. Fernando fährt ein bisschen mehr Radsturz als ich, aber daran allein kann es nicht liegen." Alonso konnte mitfühlen. "Nelsinho wäre zwei Mal auf den Randsteinen fast abgeflogen. Wenn das Auto dann kritisch zu fahren ist, fehlt dir als junger Fahrer das Vertrauen."

Keine Alternativen

Alonso hat im Transferpoker möglicherweise verzockt. Bei BMW gibt es nach dem Doppelsieg keinen Grund mehr, den Spanier an Bord zu holen. BMW hat mit Robert Kubica einen Siegfahrer und möglichen Weltmeister im Team, und Teamchef Mario Theissen ist sicher, dass Nick Heidfeld den Weg aus der Krise findet. Montreal sei bereits ein erster Schritt dazu gewesen. "Nick ist im Rennen exzellent gefahren, was die zweitschnellste Rennrunde zeigt."

Auch bei Ferrari wird so schnell kein Platz frei. Kimi Räikkönen will seinen Vertrag bis Ende 2009 auf jeden Fall erfüllen, und der Finne schließt selbst eine Verlängerung nicht aus. Mit der Einschränkung: "Wenn der Spaß überwiegt." Vielleicht muss Alonso bei Renault bleiben. In seiner Argumentation baut er schon ein bisschen vor. Nächstes Jahr müsse jeder bei Null beginnen, macht sich Alonso Mut, weil ein neues Reglement die Formel 1 auf den Kopf stellen wird. Und das sei vielleicht eine Chance für Renault und ein Problem für Ferrari und McLaren.

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