Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Renault verschiebt Motorenpremiere

Renault-Upgrade frühestens in Brasilien

Toro Rosso - GP USA 2015 Foto: ams 72 Bilder

Der mit 11 Entwicklungs-Token aufgerüstete Renault V6-Turbo wird frühestens beim GP Brasilien seine Premiere feiern. Für Austin und Mexico-City gibt es gute Gründe das Triebwerk in der Transportkiste zu lassen.

23.10.2015 Michael Schmidt

Die Entscheidung fiel in einem Gespräch zwischen den Red Bull-Chefs Christian Horner und Helmut Marko mit Renault-Rennleiter Cyril Abiteboul. Die beiden neuen Motoren, die Renault nach Austin brachte, bleiben in ihren Transport-Kisten. Sie werden weder in Austin noch in Mexico-City debütieren. Frühestmöglicher Einsatztermin ist der GP Brasilien.

Renault hat 11 seiner 12 Rest-Token in das Projekt investiert, das nach Aussage von Einsatzleiter Remi Taffin die Basis für den 2016er Motor sein soll. "Wir rechnen mit einem Fortschritt von 2 Zehnteln", gab Taffin zu. Ist das nicht ein bisschen wenig für so einen massiven Eingriff? Taffin verteidigt sich: "Wir mussten zuerst unsere Zuverlässigkeitsprobleme aus der Welt schaffen. Dann war es Mai. Von da an hatten wir 3 Monate Entwicklungszeit. Das war ein sehr knapper Zeitplan."

Neuer Renault-Motor kommt frühestens in Brasilien

Renault hat seine Antriebseinheit hauptsächlich im Bereich des Verbrennungsmotors modifiziert. Dazu gibt es einen neuen Turbolader und eine neu geschriebene Software. Ziel war es, die Klopf-Limits hinauszuschieben, um den Motor effizienter zu machen und damit auch die Leistung zu steigern.

Taffin gibt zu, dass die endgültige Freigabe am Prüfstand erst am Mittwoch dieser Woche erfolgt ist: "Wir mussten noch einige Probleme aussortieren. Der Prozess ist noch nicht ganz abgeschlossen. Die Programmierung der Kennfelder ist nicht abgeschlossen. Deshalb sind wir um den Aufschub ganz froh."

Aber nicht nur wegen der Software-Baustellen wird das Debüt der Ausbaustufe verschoben. Red Bull sprach sich gegen einen Einsatz in Austin aus. 3 Gründe: Die Strecke liegt dem Auto. Der Regen erhöht die Chancen von Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat. Und Ferrari wird auf jeden Fall 10 Startplätze zurückwandern. "Deshalb würden wir bei einem Motorwechsel zu viel opfern", sieht auch Taffin ein.

Auch Mexiko eignet sich nicht für das Debüt der Evolution. Die Strecke hat wegen der Lage in 2.250 Metern über Meereshöhe ihre eigenen Gesetze. "Unsere Partner haben wegen der Höhe eine spezielle Kühlkonfiguration gebaut. Allerdings für die aktuelle Spezifikation. Für den neuen Motor würde das nicht passen. Außerdem würden wir bei den extremen Bedingungen dort wenig lernen. Es gibt dort genug Probleme zu lösen, was du lieber mit einer bekannten Motorspezifikation machst", räumt Taffin ein.

Renault will 2016 eine Sekunde finden

Renaults zweiter Aufguss verlangt von seinen Chassispartnern signifikante Umbauten im Heck. "Die Installation ändert sich, weil das Kühlpaket ein anderes ist", verrät Taffin. Dazu kommt ein größerer Turbolader. Red Bull und Toro Rosso müssen dafür ihre Motorabdeckung ändern. Deshalb sollte der neue Motor bei einem Einsatz auch schon direkt von Freitagmorgen an im Auto sein. Taffin: "Es sind doch umfangreiche Umbauarbeiten nötig. Das willst du nicht vor der Qualifikation machen."

Red Bull wird sich vor dem GP-Wochenende in Brasilien entscheiden müssen, ob man sich auf diese Testfahrt für Renault einlässt. Taffin hofft, dass es dazu kommt: "Der Einsatz auf der Strecke ist quasi der letzte Test der Prüfstandsläufe. Da checkst du alle Daten mit der Realität ab, und die Fahrer geben ihr Feedback." Das Reglement verlangt von Renault keinen Beweis auf der Strecke. Die FIA homologiert den Motor schon dann, wenn sie alle Unterlagen zu den Modifikationen schriftlich vorliegen hat.

Der letzte freie Token bleibt wahrscheinlich ungenutzt, wie Taffin einräumen muss: "Es gibt im Moment keinen Plan, ihn noch vor Saisonende einzusetzen." Für 2016 hat Renault ehrgeizige Pläne. "Unser Ziel ist es, zwischen einer halben und einer ganzen Sekunde zu finden", sagt Taffin und fügt hinzu: "Das brauchen wir, um die Lücke nach vorne zu schließen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden