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Renault-Werksteam

Lotus-Kauf mit Domino-Effekt

Renault - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 20. August 2015 Foto: xpb 17 Bilder

Renault soll noch diese Woche eine Option für den Kauf von Lotus unterzeichnen. Doch das ist nur der Anfang. Wenn die Franzosen als Werksteam zurückkehren, rutschen auch viele andere Bausteine. Welche, entscheidet sich bis Ende September.

03.09.2015 Michael Schmidt

Die Tinte auf der Kaufoption ist noch nicht trocken, da steht das neue Renault-Werksteam schon im Mittelpunkt von Spekulationen. Seit Mitte Juli bastelt Renault daran, Lotus zu übernehmen. Es wäre die dritte Auflage des französischen Nationalrennstalls.

Die erste Episode dauerte von 1977 bis 1985. Die zweite von 2002 bis 2009. Von der dritten weiß man noch nicht genau, wann sie beginnt. Der offizielle Startschuss und der tatsächliche Beginn der neuen Ära müssen nicht unbedingt das gleiche Datum tragen.

Wenn Renault als eigenständiger Rennstall zurückkehrt, dann entsteht ein Domino-Effekt. Noch weiß man nicht, welche Steine wohin fallen. Das soll aber bis Ende September geklärt werden. Es sind rund 4 Wochen dafür anberaumt, alle Verträge und Rechte auf die neuen Besitzer umzuschreiben.

Eines ist sicher: Auch wenn Renault wahrscheinlich nur 65 Prozent der Anteile kauft, sind die Franzosen der neue Hausherr. Vermutlich unter dem Kommando von Alain Prost und Cyril Abiteboul. Die bisherigen Besitzer sind dann nur noch stille Teilhaber.

Fahrerwahl hängt von Renault ab

Das erste Problem, das ansteht, ist die Fahrerfrage. Renault möchte Romain Grosjean behalten. Pastor Maldonado steht auf der Kippe. Es ist aber möglich, dass der Venezolaner noch für ein Übergangsjahr bleibt. Sein Sponsor PDVSA bringt rund 50 Millionen Dollar mit. Sollte sich Renault anders entscheiden, wird das Rennen auf ein freies Cockpit eröffnet. Und das auf die Sponsor-Millionen von Maldonado.

Die zweite Frage ist, wann Renault als Werksteam einsteigt. Für die Saison 2016 werden 3 Szenarien diskutiert. Erste Variante: Es geht weiter wie bisher. Renault besteht auf den Verträgen mit Red Bull und Toro Rosso und lässt Lotus ein Jahr lang mit Mercedes-Motoren weiterfahren. Die Saison 2016 nutzen die Franzosen dazu, das Team neu aufzubauen und den Motor für 2017 zu entwickeln.

Variante zwei: Mit Lotus geht es schon 2016 los. Red Bull und Toro Rosso bleiben noch ein Jahr an Bord. Sie spielen Geld ein, und an ihnen könnte man im Vergleich zu 2015 besser Fortschritte am Motor erkennen. Man hätte auch einen guten Maßstab, wo Lotus mit dem identischen Motor im Vergleich zu den beiden Red Bull-Teams stünde. Nachteil: Es gäbe bei schlechten Ergebnissen weiter Ohrfeigen aus Milton Keynes.

Die dritte Variante: Das Renault-Werksteam startet bereits 2016. Volle Konzentration auf das eigene Projekt. Ohne störende Nebengeräusche von Red Bull und Toro Rosso. Die werden vorzeitig aus ihren Verträgen entlassen. Red Bull könnte sich dann mit Mercedes-Motoren eindecken, Toro Rosso mit Ferrari-Triebwerken.

Nachteil der Nummer. Wenn Renault freiwillig kündigt, laufen die Sponsorverträge von Total und Infiniti bei Red Bull noch ein Jahr weiter. Kündigt Red Bull gegen den Willen von Renault, erlöschen auch diese Verträge, und das Geld der Partner wäre sofort frei für das Renault-Werksteam. Es soll sich dabei um die nicht unerhebliche Summe von 88 Millionen Dollar handeln.

Renault plant mit Mercedes-Budget

Renault plant angeblich mit einem Etat von 300 Millionen Dollar. Also Mercedes-Niveau. Ein Großteil ist fremdfinanziert. Renault will die World Series-Rennserie aufgeben, was 50 Millionen sparen soll. Total und Infiniti steuern knapp 90 Millionen bei.

Aus Bernie Ecclestones Kasse ist ein Bonus von 12 Millionen zu erwarten zuzüglich dem Preisgeld, das es für Platz 5 oder 6 gibt. Also auch rund 60 Millionen. Teilhaber Gérard Lopez soll mit seinen Geschäftsverbindungen weitere Sponsoren finden oder bestehende halten. So muss Renault am Ende gar nicht mehr so viel drauflegen.

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