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Renault zieht Zwischenbilanz

"Wir haben nichts verschlafen"

Renault F1 Motor - GP Spanien 2014 Foto: ams 17 Bilder

Renault-Sportdirektor Jean-Michel Jalinier und Motorenchef Rob White nahmen in Barcelona zu dem holprigen Saisonstart Stellung. Ihr Fazit ist, dass die Fehler im Entwicklungsprozess gemacht wurden, nicht aber bei der Konstruktion. Tenor: "Wir haben nichts verschlafen."

15.05.2014 Michael Schmidt

Renault robbt sich langsam an Mercedes heran. In Barcelona wieder ein Stück. Software-Optimierung brachte eine bessere Leistungsentfaltung und eine zuverlässigere Abgabe der elektrischen Power. Neuer Sprit von Total steigerte die Leistung des Verbrennungsmotors um 12 PS. Alles dreht sich darum, näher an der Klopfgrenze zu fahren. Die Top-Speed-Werte von Red Bull haben es gezeigt. "Wir sind nicht mehr ganz so verwundbar auf der Geraden", atmete Sebastian Vettel auf.

Renault-Teams in unterschiedlichen Entwicklungszyklen

Es war nicht der Saisonstart, den sich Renault erhofft hatte. Das wollen Sportdirektor Jean-Michel Jalinier und Motorenchef Rob White auch gar nicht bestreiten. "Beim ersten Test waren wir meilenweit von der Spitze weg. Wir steckten in einer Krise, aber wir haben keine Panik bekommen. Es wurde ein Aktionsplan aufgestellt, um den Rückstand aufzuholen", erklärte Rob White. Gleichzeitig beteuert der Engländer in Renault-Diensten: "Wir haben seitdem große Fortschritte gemacht. Leider noch nicht groß genug."
 
Die Aufholjagd hat ihren Preis. "Wir haben bei den einzelnen Teams mehr Komponenten innerhalb der Antriebseinheit verbraucht als geplant. Das führt dazu, dass die Teams in unterschiedlichen Entwicklungszyklen sind. Bei einigen Teams könnte es eng werden im Rahmen der erlaubten fünf Einheiten zu bleiben." Lotus steht am schlechtesten da, gefolgt von Caterham. Aber auch Sebastian Vettel muss sich Sorgen machen. In seinem Red Bull sitzt schon das dritte Steuergerät.

Renault führt Zweifronten-Krieg

Während Mercedes mit Problemlösungen nicht mehr viel am Hut hat, entwickelt Renault an zwei Fronten. "Wir müssen unsere Defizite abbauen und bestimmte Details verbessern." Den Entwicklungsauftrag sieht White einfach: "Senke den Spritverbrauch, dann gewinnst du Leistung." Jede Verbesserung im Verbrauch durch angepasste Software oder effizienteres Abgreifen elektrischer Energie, ermöglicht es Renault die Leistung zu erhöhen. "Es ist sozusagen eine Multi-Parameter-Optimierung."
 
Schwachstellen sieht White noch viele: "Wir müssen an der Motorsoftware arbeiten, am Kraftstoff, an den Kontrollmechanismen und am Ende alles zusammenführen. Das wird uns näher an das Leistungslimit unseres Motors bringen."

Rückstand zu Mercedes ist aufholbar

Im Gegensatz zu einigen Pessimisten im Renault-Lager glaubt White nicht, dass man auf einem Defizit von 40 PS bis zum Saisonende sitzenbleiben wird. "Es gibt nichts an unserem Motorkonzept, das uns davon abhalten würde, die Spitze einzuholen."

Auch nicht die konsequente Trennung von Turbine, Verdichter und MGU-H, wie sie Mercedes betreibt, um den Wirkungsgrad zu verbessern? "Es ist nicht so, dass wir nicht an diese Anordnung gedacht hätten. Wir halten sie nicht für einen Matchwinner", bekräftigt White. Sein Sportchef Jalinier fügt hinzu: "Wir haben kein großes Aha-Erlebnis, bei dem wir uns eingestehen müssten, wir hätten da etwas verschlafen."

Dagegen räumt Rob White Fehler bei den Entwicklungsprozessen ein: "Wir waren mit unserer Zielerfüllung zu spät dran. Entweder weil wir die Risiken unterschätzt, oder unsere Kapazitäten überschätzt haben, um die Fehler in der zur Verfügung stehenden Zeit zu lösen. Wir wurden in den Bereichen mit den größten Problemen konfrontiert, die wir als die mit den größten Risiken eingeschätzt hatten."

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