Formel 1: McLaren-Flügel weiter in der Diskussion: Renault schimpft: McLaren illegal!

Jenson Button

Der Streit um den McLaren-Flügel scheint noch nicht beendet. Obwohl die FIA grünes Licht für das revolutionäre System gegeben hat, zweifelt Renault dessen Legalität an. Bei vielen anderen Teams sieht man die Diskussion dagegen entspannt.

Eigentlich schien die Diskussion um den McLaren-Heckflügel schon beendet. Bei der technischen Abnahme am Donnerstag untersuchten die FIA-Stewards den MP4-25 und hatten keinen Grund zur Beanstandung. Bei Renault sorgte das für Erstaunen. "Es ist klar, dass das System von McLaren komplett illegal ist", klagte Renault-Teammanager Bob Bell im Gespräch mit der englischen BBC.

McLaren gegen den Geist des Reglements

Laut Bell verstoße der Flügel gegen den Geist des Reglements, da die Fahrer manuell die Aerodynamik des Autos beeinflussen. Wie die meisten Experten vermuten, steuern Lewis Hamilton und Jenson Button mit einer Kniebewegung den Luftstrom zum Heckflügel. Durch eine kleine Öffnung auf der Nase fließt die Luft durch ein Rohr innen am Cockpit vorbei und durch die lange Airbox-Finne in den Heckflügel.

Auf Höhe des Piloten muss sich ein Loch im Rohr befinden, dass die Piloten während der Fahrt mit dem eigenen Körper abdichten. Hält der Fahrer die Öffnung mit dem Knie zu, fließt die Luft weiter zum Heckflügel und sorgt dort für einen Strömungsabriss. Dadurch sinkt der Abtrieb und das Auto wird auf der Geraden schneller. Dass das System funktioniert, konnte man im Bahrain bereits erkennen. Hamilton und Button waren rund sechs km/h schneller als der Rest des Feldes.

In Kurven benötigen die Piloten natürlich allen Abtrieb, der zur Verfügung steht. Die Fahrer lassen in langsamen Passagen das Loch geöffnet, damit die angesaugt Luft einfach ins Cockpit gelenkt wird, ohne Einfluss auf die Aerodynamik zu nehmen. Laut FIA sei dagegen nichts einzuwenden. Bei Renault spielt man trotzdem mit dem Gedanken, einen Protest einzulegen. "Momentan kann ich dazu noch nichts sagen. Aber es steht sicherlich bei einigen Teams in der Diskussion."

Neue Möglichkeiten bei der Entwicklung

Von den anderen Konkurrenten wollte sich noch niemand kritisch äußern. Bei Red Bull hatte man schon vor dem Rennen alles versucht, die FIA auf das Problem aufmerksam zu machen. Jetzt will man die Sache erst einmal in Ruhe analysieren. Mercedes-Teamchef Ross Brawn schien nicht ganz glücklich: "Die FIA eröffnet damit einen völlig neuen Raum für Innovationen."

Es kann also sein, dass das McLaren-System in Zukunft nicht nur kopiert wird, sondern die Möglichkeiten noch weiter ausgereizt werden. Auch Bob Bell befürchtet solch eine Entwicklung: "Das kostet dann wieder jede Menge Geld. Die FIA müsste in solchen Dingen stärker handeln."

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