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Rennanalyse GP Deutschland 2016

iPhone-Stoppuhr stoppt Rosberg

Nico Rosberg - Boxenstopp - GP Deutschland 2016 Foto: sutton-images.com 72 Bilder

Warum dauerte die Rosberg-Strafe nicht 5 sondern 8,6 Sekunden? Und warum wurde Ricciardo unnötigerweise an Verstappen vorbeigelotst. Und warum verzockte Bottas mit der Strategie? In unserer Rennanalyse zum GP Deutschland in Hockenheim haben wir die Antworten.

31.07.2016 Tobias Grüner 5 Kommentare

Warum war der Reifenverschleiß höher als gedacht?

Die meisten Teams hatten vor dem Rennen mit einer Zwei-Stopp-Strategie geplant. Am Ende kamen fast alle Piloten 3 Mal zum Reifenwechsel. Die Ingenieure mussten zugeben, dass der Verschleiß am Sonntag höher war als zuvor berechnet. Doch warum sich fast alle verkalkuliert hatten, konnte keiner so genau sagen. Eine Theorie: Die Asphalttemperatur lag 6 Grad unter den Werten vom Freitag. Der Grip nahm zu, die Autos wurden schneller und die Belastung auf die Gummis stieg an. Eine andere These: In der Nacht zum Sonntag hatten Regenschauer den Gummi von der Bahn gespült, weshalb der Asphalt wieder rauer wurde.

Warum hielt Williams so lange an der Zweistopp-Strategie fest?

Die Williams-Taktiker mussten nach dem Rennen zugeben, dass sie sich verzockt hatten. Valtteri Bottas war der einzige Pilot in den Top Ten, der nur zweimal bei seinen Mechanikern vorbeischaute. Der Fehler wurde nicht rechtzeitig korrigiert. 34 Runden auf dem letzten Reifensatz waren einfach zu viel. Das Duell gegen Hülkenberg hätte man so oder so verloren. Doch wäre Bottas noch einigermaßen zeitig zum dritten Stopp abgebogen, hätte er zumindest Button noch hinter sich halten können. Die Ingenieure konnten sich nicht vorstellen, dass der Grip am Ende so dramatisch einbricht.

Warum war Red Bull so nah an Mercedes dran?

Red Bull schien in Hockenheim Mercedes endlich mal herausfordern zu können. Einen Silberpfeil ließen Ricciardo und Hülkenberg sogar hinter sich. Doch Rosberg machte es seinen Gegnern mit zahlreichen Pannen auch mehr als einfach. Zudem vermutet Teamchef Toto Wolff, dass beim WM-Zweiten etwas mit dem Setup nicht gepasst hat. Die Hinterreifen hätten zu schnell überhitzt und der Top-Speed lag deutlich unter den Red Bull-Werten.

Blickt man auf das Duell der Red Bull gegen Lewis Hamilton zeigt sich ein anderes Bild. Der Weltmeister fuhr im Bummeltempo souverän an der Spitze. Die Anweisung von der Box lautete, den Vorsprung stets über 6 Sekunden zu halten und das Material zu schonen. Immer wenn Ricciardo mal etwas näher ran kam, legte der Weltmeister einfach einen Gang zu. Red Bull war also noch etwas weiter entfernt, als es auf den ersten Blick schien.

Ricciardo & Verstappen - GP Deutschland 2016Foto: Red Bull

War die Stallregie bei Red Bull notwendig?

Zum ersten Mal diese Saison standen beide Red Bull-Piloten auf dem Podium. Die Reihenfolge wurde durch die Stallregie künstlich herbeigeführt. Die Teamleitung hoffte, dass Ricciardo mit besserem Speed Hamilton herausfordern könne. Doch das war nicht der Fall. Zurückgetauscht wurde nicht mehr. Teamchef Christian Horner bedankte sich bei Verstappen für die Kooperation.

Warum Ricciardo die Supersoft-Reifen besser nutzen konnte als sein Teamkollege, konnte nicht 100 prozentig aufgeklärt werden. Verstappen vermutet, dass der Gripvorteil der weichsten Mischung im zweiten Stint mit relativ viel Sprit an Bord nicht so zum Tragen kam wie bei Ricciardo, der die Supersofts erst im dritten Stint aufziehen ließ. Erst im vierten Stint zum Rennende hin fuhren die Red Bull-Autos mit den rotmarkierten Pirellis wieder auf einem Niveau.

War die Rosberg-Strafe gerechtfertigt?

Viele Experten im Fahrerlager kritisierten die harte Strafe gegen Rosberg nach dem harten Überholmanöver gegen Verstappen. Die Fans wollen schließlich Action sehen. Da müsse man auch mal ein Auge zudrücken, wenn ein Manöver grenzwertig ist. Wäre die Auslaufzone in der Haarnadel nicht asphaltiert sondern in Form eines Kiesbetts oder einer Wiese, hätte Verstappen wohl viel früher zurückgesteckt und der ganze Zwischenfall hätte nur halb so dramatisch ausgesehen.

Doch selbst im Mercedes-Lager war man sich nicht einig, ob die Stewards zu hart geurteilt haben. Toto Wolff sagte, man könne geteilter Meinung sein. Niki Lauda dagegen schüttelte mit dem Kopf: „Tut mir leid. Die Strafe war verdient. Ich verstehe ja, dass Nico dem Verstappen so wenig Straße wie möglich geben will. Aber er darf es halt nicht so aussehen lassen. Er muss wenigstens so tun, als ob er einlenkt.“

Warum verlor Rosberg beim letzten Boxenstopp mehr Zeit als nötig?

Durch das Urteil der Stewards mussten die Mercedes-Mechaniker beim letzten Stopp 5 Sekunden warten, bevor sie das Auto von Rosberg berühren durften. Am Ende wurden es aber 8,6 Sekunden. Der Grund klingt unglaublich: Die iPhone-Stoppuhr, mit der die Wartezeit gemessen wurde, blieb aus irgendeinem Grund bei 2,1 Sekunden stehen. Um nicht Gefahr zu laufen, zu früh mit dem Reifenwechsel zu beginnen, wurde ein paar Sekunden länger gewartet. Bei Sieger Hamilton lief es dagegen wie geschmiert. Bei allen 3 Stopps wurde er in weniger als 2 Sekunden abgefertigt.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die besten Bilder vom GP Deutschland in Hockenheim?

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:30:44,200
2. Daniel RicciardoRed Bull+ 6.996 Sek.
3. Max VerstappenRed Bull+ 13.413
4. Nico RosbergMercedes+ 15.845
5. Sebastian VettelFerrari+ 32.570
6. Kimi RäikkönenFerrari+ 37.023
7. Nico HülkenbergForce India+ 70.049
8. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
9. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
10. Sergio PerezForce India+ 1 Runde
11. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
12. Fernando AlonsoMcLaren+ 1 Runde
13. Romain GrosjeanHaas+ 1 Runde
14. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1 Runde
15. Daniil KvyatToro Rosso+ 1 Runde
16. Kevin MagnussenRenault+ 1 Runde
17. Pascal WehrleinManor+ 2 Runden
18. Marcus EricssonSauber+ 2 Runden
19. Jolyon PalmerRenault+ 2 Runden
20. Rio HaryantoManor+ 2 Runden
21. Felipe NasrSauberAusfall
22. Felipe MassaWilliamsAusfall
Neuester Kommentar

@Oke
Sehe ich ähnlich, vermutlich war das Teil des ROS-Deals. Immerhin hat er 2 weitere Jahre statt 1 Jahr bei Merc und bekommt dafür 45 Mio!! in den Ar... geschoben.

Für mich hat er eine klare B-Fahrer Klausel drin, auch wenn die nicht direkt so definiert sein wird, sondern in Zusammenhang mit gewissen Situationen hat er sich so oder so zu verhalten.

Nebenbei, die F1 ist für mich seit 2014 eine Lachnummer, ich hoffe, dass es 2017 besser wird.

Mach5 1. August 2016, 12:24 Uhr
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