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Renn-Rentner Schumacher

"Bereue nichts"

Foto: dpa

Renn-Rentner Michael Schumacher genießt sein neues, Formel 1 freies Privatleben und hat auch ein Jahr nach dem Rücktritt keinerlei Sehnsucht auf ein Comeback.

08.09.2007

Mit einem knappen, klaren "Nein" beantwortete der Rekord-Weltmeister die Frage, ob er nie den Wunsch nach einer Rückkehr in den Motorsport gehabt habe. "Ich bin mit mir, meiner Familie und meinem Leben absolut im Reinen. Ich bereue absolut nichts."

Rücktritt vor zwölf Monaten

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Schumacher am 10. September 2006 nach seiner emotionsgeladenen Triumphfahrt beim Großen Preis von Italien die Ferrari-Crew per Funk über sein Karriereende informiert. Nun äußerte er sich vor dem prestigeträchtigen Heimrennen der Scuderia am Sonntag (9.9.) in Monza in einem Interview mit dem italienischen "Corriere della Sera" (8.9.) ausführlich zu persönlichen und sportlichen
Aspekten.

Schumacher, der mit dem italienischen Traditionsteam zwischen 2000 und 2004 fünf seiner insgesamt sieben Titel (1994 und 1995 mit Benetton) in Serie geholt hat, tippt auf die Roten als Weltmeister. "Ferrari, weil wir das beste Team sind", sagte er der Zeitung. "Es wird sicherlich sehr schwer, aufzuholen. Aber ich halte an meinem Motto fest: Niemals aufgeben." Beeindruckt zeigte sich der 91-malige Grand-Prix-Sieger vom McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton: "Ich hätte nicht gedacht, dass er die WM anführen würde, darauf hätte wohl niemand gewettet." Für ihn sei es "aber keine Überraschung", dass der junge Brite stark fahre.

Nur Beraterfunktion bei Ferrari

Nichts Neues konnte er bezüglich seiner aktuellen Tätigkeit für Ferrari berichten. Die Zusammenarbeit erstrecke sich über mehrere Bereiche. In der Formel 1 gebe er vor allem technische Ratschläge. "Ich bin mit den Technikern via E-Mail und Telefon in Kontakt, ab und an in Maranello bei Sitzungen dabei oder zugeschaltet", sagte der Berater. Außerdem übernehme er einige Werbe-Aufgaben. "Und da gibt es noch die Serienwagen. Bei deren Entwicklung habe ich schon als Pilot meinen Beitrag geleistet."

Sollte sein Sohn Mick den Wunsch haben, ebenfalls Rennfahrer werden zu wollen, würde Schumacher "erstmal tief durchatmen. Aber wenn es wirklich das wäre, was er will, dann würde ich ihn unterstützen, so wie es jeder Vater mit seinem Sohn machen würde." Früher war der zweifache Familienvater - Tochter Gina Maria hat keine entsprechenden Ambitionen - eher gegen eine Motorsportkarriere seines Filius’. Mick spielte gerne Eishockey.

Keine Gedanken an Rückkehr

Die Formel 1 komme ohne Schumacher "brillant" zurecht, was auch umgekehr gelte, "auch wenn ich zugeben muss, dass ich in diesem Fall nicht wusste, wie es werden würde", räumte er ein. Inzwischen hat sich der 38 Jahre alte Kerpener ans PS-Pensionärs-Dasein gewöhnt und genießt es, nicht ständig Termine zu haben. "Ich liebe es, die Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen, mit denen ich das viele Jahre nicht so machen konnte. Dann widme ich mich gerne meinen Hobbys: Fußball und Motorrad fahren", sagte er der Zeitung.

Beeindruckt berichtete der Naturliebhaber vom Schwimmen mit Walen. Dies hatte er sich als ersten Wunsch nach seinem Rücktritt erfüllt. "Das war wunderbar. Ein Erlebnis voller Frieden und Eleganz - wunderschön", schwärmte Schumacher noch Monate später.

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