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Rennanalyse GP Abu Dhabi

McLaren-Defekt als Spannungskiller

GP Abu Dhabi 2009 Foto: dpa 61 Bilder

Nach dem Ausfall von Lewis Hamilton war die Luft in Abu Dhabi schnell raus. Mit einem intakten Silberpfeil hätte sich ein heißer Kampf mit Sebastian Vettel entwickeln können. So wurde es zur nächtlichen Spazierfahrt für den Heppenheimer.

01.11.2009 Tobias Grüner

Hätte Lewis Hamilton das Rennen ohne den Defekt gewonnen?

Nach Angaben von McLaren traten die Bremsprobleme bei Lewis Hamilton ab der fünften Runde auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte der McLaren-Pilot 1,3 Sekunden Vorsprung auf Sebastian Vettel herausgefahren. Es ist schwer zu spekulieren, ob Hamilton in den folgenden Runden noch weiter weggezogen wäre oder ob sein Red Bull-Konkurrent das Tempo hätte mitgehen können.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärte anschließend, dass die Probleme rund eine halbe Sekunde pro Runde kosteten. Allerdings hätte Vettel zu diesem Zeitpunkt selbst auch schneller fahren können. Wegen der fehlenden Power und des KERS-Nachteils fiel er aber auf der Geraden immer zu weit zurück und ging erst beim Boxenstopp des Silberpfeil-Piloten vorbei.

Warum ärgerte sich Jenson Button über die Reifenstrategie?

Als Jenson Button im Rennen das erste Mal von harten auf weiche Reifen wechselte, war sein Auto plötzlich wie verwandelt. "Ich hatte vorher viel Untersteuern und plötzlich fühlte sich die Vorderachse viel besser an. Ich konnte viel mehr Schwung in die Kurven hereinnehmen." Leider hatte sich der Weltmeister vorher auf eine Strategie festgelegt, bei der er in den ersten beiden Stints auf die harte Mischung setzte. "Wir haben da viel mit der Balance zu kämpfen gehabt", erklärt Button.

Die untergehende Sonne verschärfte das Problem sogar noch. "Je kälter es wurde, desto mehr Schwierigkeiten hatte ich, die Reifen auf Temperatur zu bringen." Auch Teamkollege Rubens Barrichello befand anschließend, dass der weiche Bridgestone Gummi besser war. Allerdings war der Unterschied beim Brasilianer nicht ganz so gravierend. Aber warum vertraute man dann dem harten Reifen mehr: "Das ganze Wochenende dachten wir, dass der besser sei. Auch im Qualifying haben wir uns die harte Mischung bis zum Schluss aufgespart. Da war er auch noch der schnellere Reifen."

Warum funktionierten die weichen Reifen bei Mark Webber am Ende nicht?

Bei Mark Webber war das Bild komplett andersherum. Als er für die letzten 15 Runden die weichen Sohlen aufziehen ließ, ging der Australier direkt in den Verteidigungsmodus. "Ich habe einfach kein so gutes Gefühl auf den Reifen. Sie arbeiten einfach zu viel. Das habe ich schon im freien Training am Freitag gemerkt. Ich hatte gehofft, dass sich das bessert, wenn mehr Gummi auf die Bahn kommt, aber ich hab einfach kein Vertrauen gefunden."

Dabei schrumpfte sein Vorsprung auf Button stetig, der von hinten mit den weichen Reifen endlich auf Touren kam. "Ich verlor ein halbes bis ein ganzes Zehntel in jeder Kurve. Da kommt mit der Zeit ganz schön was zusammen, was man im Gegensatz zu den harten Reifen verliert. Im Zweikampf muss man außerdem besonders vorsichtig fahren, um keinen Fehler zu machen. Deshalb bin ich in den letzten 15 Runden sehr konservativ gefahren.

Warum war Rubens Barrichello in Abu Dhabi chancenlos?

Rubens Barrichello war der Schwächste aus dem Spitzenquartett. Der Brasilianer verspielte seine Chancen auf das Podium und auf den "Titel" des Vizemeisters schon in der ersten Kurve. "Mark Webber ist irgendwie ganz plötzlich von außen reingezogen und ich habe einen Teil meines Frontflügels verloren. Ich dachte zuerst, dass ich anhalten muss. Das hat mich bestimmt ein paar Zehntel pro Runde gekostet. Deshalb ist Jenson auch vorbeigegangen. Da das Auto weiterhin lief und Nick Heidfeld von hinten drohte, haben wir uns entschieden den Frontflügel nicht zu wechseln."

Wie kam Kamui Kobayashi so weit in die Punkte?

Wie schon in Brasilien war Kamui Kobayashi eine der positiven Überraschungen des Rennens. In seinem zweiten Grand Prix kam der Japaner in die Punkte. "Das wichtigste war, dass ich Kimi Räikkönen schon am Start überholt habe. Danach wusste ich, dass ich die Pace für eine Punkteplatzierung habe. Die Strategie war sehr gut und mein Stopp hat auch funktioniert. Aber ich war selbst überrascht und sehr glücklich, dass am Ende Platz sechs dabei herauskam." Dabei kam er sogar vor seinem Teamkollegen Jarno Trulli ins Ziel, der sechs Plätze vor ihm gestartet war. Auch das spektakulärste Überholmanöver des Rennens ging auf das Konto des Japaners, als er mit einem leichten Auto Jenson Button am Ende der Geraden austrickste.

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