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Rennanalyse GP Spanien

Ein Crash und viel Strategie

GP Spanien 2009 Foto: dpa 60 Bilder

Abgesehen von der wilden Startphase war das Rennen in Barcelona eher etwas für Taktik-Fans. In unserer Rennanalyse klären wir noch einmal, warum Vettel und Barrichello hier kein glückliches Händchen bewiesen.

10.05.2009 Tobias Grüner

Wer war Schuld am spektakulären Startcrash?

Die Zuschauer in der ersten Kurve bekamen am Rennsonntag die beste Action geboten. Beim Einbiegen in die Rechts-Links-Kombination musste Jarno Trulli rechts neben die Strecke, Adrian Sutil fuhr die Kurve abseits der Piste von links an. Genau auf der Ideallinie trafen sich der Force India und der Toyota in spektakulärer Weise. Während andere Piloten gefahrlos ausweichen konnten, riss Sebastien Bourdais auch noch seinen Toro Rosso-Teamkollegen Sebastien Buemi ins Aus.

Es dauerte länger bis die Schuldfrage geklärt war. "Nico Rosberg hat mich nach außen gedrückt", klagte Trulli seinen Williams-Kollegen an. "Da hat er recht", antwortete dieser wahrheitsgemäß. "Ich hatte aber gar keine Chance, weil mich Fernando Alonso ebenfalls auf die Seite zwang." Am Ende muss man die Situation als "normalen" Startunfall abhaken, auch wenn der Schaden groß war. Auf einer überholfeindlichen Strecke wie Barcelona wollte einfach niemand am Start zurückstecken.

Warum hatte Sebastian Vettel die falsche Strategie?

Sebastian Vettel hatte wie schon in Bahrain Pech, dass er sein Potenzial nicht zeigen konnte. 62 Runden hatte er den Heckflügel von Felipe Massa vor dem Visier. Mit KERS an Bord war der Ferrari einfach nicht zu überholen, obwohl sich Vettel immer in direkter Schlagdistanz befand: "Ich denke eine halbe Sekunde pro Runde hätte er schneller fahren können", rechnete Teamchef Christian Horner anschließend vor. "Er war mindestens so schnell wie die Brawn an der Spitze."

Die einzige Chance vorbeizukommen lag in der Strategie. Da Massa gleichzeitig zum ersten Stopp kam, konnte Red Bull nicht auf die Ferrari-Taktik reagieren. Im Glauben dass Massa vielleicht länger fahren würde, gab man Vettel etwas weniger Sprit mit. Beim zweiten Stopp bogen die beiden aber wieder im Paarlauf in die Boxengasse ab. Nutznießer war Teamkollege Mark Webber, der mit einem langen Mittelstint die weichen Reifen länger nutzen konnte und so die entscheidenden Sekunden gegenüber dem Duo gut machte.

Warum wurde Jenson Button auf eine Zweistoppstrategie umgestellt?

Rubens Barrichello war mal wieder im Pech. Er bog als Führender in die erste Kurve ein, konnte aber wieder einmal nicht den Siegerpokal nach Hause mitnehmen. Das Problem des Brasilianers war einmal mehr der eigene Teamkollege. Die Brawn-Strategen setzten beide Piloten auf unterschiedliche Taktiken. Zuerst sah es so aus, als hätte man beim Brasilianer kurzfristig auf drei Stopps gestellt. "Das war von Anfang an so geplant", stellte Barrichello klar. "Bei Jenson eigentlich auch."

Doch warum änderte man die Strategie beim Engländer, wenn doch die eigenen Simulationen zum Ergbenis kamen, dass dreimal Tanken schneller sei? "Beim ersten Stopp haben wir schnell gemerkt, dass Jenson hinter Rosberg fallen würde. Wir wechselten auf eine Zweistopp-Strategie, damit er frei fahren kann." Die geäußerte Vermutung einer Stallregie wollte auch der leidtragende Brasilianer nicht glauben: "Ich will nicht klagen", sagte Rubinho anschließend. "Ich lasse mir das vom Team noch einmal genau erklären."

Warum verlor Nico Rosberg so viel Zeit?

Nico Rosberg war nach dem Rennen stinksauer. "Das war eine Katastrophe. Ich hätte locker auf den fünften Platz fahren können", klagte der Wiesbadener. Ein Problem an der Hinterachse sorgte für einen verhagelten Nachmittag. "Ich kann noch nicht genau sagen, wo das Problem lag, aber das Auto ist nur noch geschwommen." In den ersten zehn Runden lief das Rennen noch einwandfrei. "Ich konnte schneller als Alonso fahren und war mit dem Speed sehr zufrieden."

Doch dann trat das Problem ohne Ankündigung auf. "Es war als hätte jemand den Schalter umgelegt. Plötzlich ging gar nichts mehr." Rosberg konnte sich auch nicht auf die Situation einstellen, da der Fehler kam und ging: "Das war von einer Kurve zur nächsten, nicht konstant." Zwischen sieben Zehnteln und einer Sekunde habe ihn das Problem gekostet, womit er Alonso locker geschlagen hätte.

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