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Rennanalyse GP Australien 2013

Iceman und Kälte stoppen Vettel

Kimi Räikkönen - Formel 1 - GP Australien 2013 Foto: Lotus 61 Bilder

In unserer Rennanalyse klären wir die letzten offenen Fragen zum GP Australien. Warum war Sebastian Vettel plötzlich so langsam und Kimi Räikkönen plötzlich so schnell? Was war genau bei Hülkenberg und Rosberg los? Und fuhr Ferrari mal wieder eine Stallregie? Wir haben die Antworten.

17.03.2013 Tobias Grüner

Warum ging bei Red Bull der Quali-Speed verloren?

Red Bull sah nach dem Qualifying wie der sichere Sieger aus. Doch im Rennen wurde Sebastian Vettel schnell in die Defensive gedrängt. "Das hat nur einen Grund: die Reifen", schob Teamchef Christian Horner den schwarzen Peter in Richtung Pirelli. Doch die Konkurrenz war auf den gleichen Gummis deutlich besser unterwegs. "Wir haben sie aber irgendwie nicht richtig ins Arbeitsfenster bekommen", zuckte Horner mit den Schultern.

Der Brite vermutete, dass die Ingenieure beim Setup daneben gegriffen haben. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. So große Probleme mit dem Reifenverschleiß beklagte sonst kein anderes Team. Lotus, Ferrari, Force India und sogar Mercedes waren deutlich konstanter unterwegs. Experten vermuten den Grund für die ungewöhnliche Red Bull-Misere in den kühlen Temperaturen am späten Sonntagnachmittag. Der Abtriebsvorteil des RB9 wurde dabei zum australischen Bumerang, weil er das Körnen der Reifen (Graining) verstärkte.

Warum fuhr Kimi Räikkönen schnell und reifenschonend?

Die Konkurrenz rieb sich verwundert die Augen. Kimi Räikkönen war der einzige Pilot, der aus den Top Ten gestartet eine Zweistopp-Strategie schaffte. Dabei legte der Finne teilweise beeindruckende Zeiten auf den Asphalt. "Wir haben schon nach dem Training am Freitag voll auf zwei Stopps gesetzt", erklärte Technik-Chef James Allison. Das Setup des Autos und die Fahrweise des Piloten wurden auf Reifenschonen eingestellt.

Außerdem hatte der Iceman Glück mit dem Verkehr. Kaum einmal musste er einen Konkurrenten überholen, was immer eine Extra-Belastung für die Reifen bedeutet. Sebastian Vettel begegnete er durch seine antizyklische Strategie zum Beispiel gar nicht. Dadurch hatte Kimi Räikkönen auch nach mehr als 20 Runden am Stück immer noch genügend Reserven. Teamkollege Romain Grosjean musste dagegen drei Mal stoppen. "Er beansprucht die Hinterreifen einfach zu stark", kritisierte Allison. Das widerlegt auch die These, dass nur das Auto für den (geringen) Verschleiß verantwortlich ist.

Warum konnte Hülkenberg in Melbourne nicht starten?

Melbourne war bislang für Nico Hülkenberg keine Reise wert. Auch im dritten Anlauf schaffte der Rheinländer keine einzige Rennrunde. Dieses Mal ahnten die Sauber-Ingenieure schon zwei Stunden vor dem Start, dass der Rheinländer wieder nicht die Ziellinie sieht. Beim Betanken des Autos sprudelte plötzlich das Benzin durch die Garage. Der Tank war irgendwo undicht. Die Suche nach dem Leck blieb zunächst erfolglos, obwohl man eilig Motor und Getriebe abgebaut hatte.

Hätte der Sauber-Pilot ähnlich wie Sutil überraschen können?

Auf Platz elf hätte Hülkenberg genau wie Sutil freie Reifenwahl gehabt. Allerdings wäre der Sauber-Pilot eine andere Strategie gefahren. Die Ingenieure hatten für ihn einen Start mit frischen Supersoft-Reifen vorgesehen. Wie bei Kimi Räikkönen waren danach nur zwei Boxenstopps geplant. "Mit dieser Taktik wären wir wohl vor den beiden Force Indias ins Ziel gekommen", vermutet Sauber-Teammanager Beat Zehnder. Leider werden wir es nie erfahren.

Warum blieb Nico Rosberg stehen?

In der 26. Runde war das Rennen für Nico Rosberg beendet. Schon mehrere Umläufe zuvor hatte sich der Defekt angedeutet. "Das Auto hat nur noch gestottert", klagte der Pilot. Zunächst war nur klar, dass die Elektrik irgendwie verrückt gespielt hat. Die Ingenieure vermuteten zunächst die Lichtmaschine als Übeltäter. Später stellte sich heraus, dass die Batterie keine Spannung mehr geliefert hat. "Solche Defekte sind nicht akzeptabel", schimpfte Mercedes-Sportchef Toto Wolff.

Wie kam Alonso vorbei an Massa?

Felipe Massa präsentierte sich in der frühen Phase des Rennens auf Augenhöhe mit Fernando Alonso. Der Spanier fand einfach keinen Weg vorbei am Teamkollegen. Doch nach dem zweiten Stopp drehte sich das Bild. Alonso wurde früher an die Box geholt. Als Massa wieder auf die Strecke ging, hatte er einen Platz verloren. Die Fans witterten eine versteckte Stallregie. Doch Massa sah das ganze relativ locker.

"Fernando ist drei, vier Runden vor dem berechneten Stopp an die Box gegangen. Das war eigentlich zu früh und ein großes Risiko. Er hatte ja gerade erst elf Runden im zweiten Stint gefahren", erklärte der Brasilianer. "Dadurch dass immer mehr Gummi auf die Strecke kam, ging das Pokerspiel auf. Seine Reifen haben bis zum Ende gehalten. Wenn man hinten ist, kann man immer etwas mehr Risiko gehen. Da ist man in der besseren Position. Vorne kannst du nur reagieren."

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die Bilder des Australien GPs.

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