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Rennanalyse GP Australien

Foto: dpa 70 Bilder

Spannender und turbulenter hätten sich die Fans den Auftakt zur Formel 1-Saison 2008 kaum wünschen können. Wir blicken in unserer Analyse noch einmal auf die rennentscheidenden Momente.

17.03.2008 Tobias Grüner

Die Sorgenfalten auf den Gesichtern der Ferrari-Fans waren groß. Nach dem erfolgreichen Ende der vergangenen Saison kassierten die Roten zum Auftakt eine dicke Klatsche gegen den Erzrivalen. Eine Vorentscheidung für die Saison ist das freilich noch nicht. Der eckige Kurs im Albert Park zu Melbourne ist ein halber Stadtkurs und keine typische Rennstrecke. Wegen der Zuverlässigkeit muss man sich in Maranello allerdings schon Sorgen machen. Häufig können sich Kimi Räikönnen und Felipe Massa jedenfalls keine Motorschäden mehr leisten, wenn sie ein Wort um den Titel mitreden wollen.

Warum konnte Hamilton eine solch dominante Pace auf den Asphalt legen?

Die Überlegenheit Hamiltons lag nur in zweiter Linie am guten Auto oder der fahrerischen Klasse des Briten. Vielmehr profitierte der McLaren-Pilot von seinem guten Start und Möglichkeit, von der Spitze weg das Tempo zu bestimmen. Hamilton hielt sich damit nicht nur aus dem Verkehr, zeitraubenden Zweikämpfen und sonstigem Ärger raus, er konnte vor allem perfekt mit seinen Reifen haushalten. Während die rote Konkurrenz zu jeder Phase des Rennens Anschlag fahren musste, pflegte Hamilton seine Gummis so gut wie möglich.

Auch die geplante Boxenstrategie konnte McLaren optimal auf die Haltbarkeit der Bridgestone-Gummis ausrichten. Am Ende leisteten es sich die Silberpfeile sogar, Hamilton früher als nötig zum letzten Stopp hereinzuholen. Diese vorsichtige Taktik setzt McLaren seit dem vergangenen Kanada GP ein, um gegen unvorhergesehene Ereignisse wie Safety-Car-Phasen abgesichert zu sein.

Warum musste Kovalainen kurz vor Schluss Alonso passieren lassen?

Im direkten Zweikampf fuhren Alonso und Kovalainen rundenlang dem angeschlagenen Toro Rosso von Sebastien Bourdais hinterher. Der Franzose verlor zu diesem Zeitpunkt bereits Getriebeöl, welches sich als Schmutzschicht auf den Visieren der Hinterherfahrenden niederschlug. Nach dem Überholmannöver gegen Alonso, nutzte Kovalainen die lange Gerade um die letzte Schicht seines Abreißvisiers zu entfernen. Bei der ruckartigen Bewegung berührte der Finne aus Versehen den Speed-Limiter, der normalerweise das Tempo in der Boxengasse drosselt. Zum Ärger von Teamchef Ron Dennis konnte sich Alonso damit den verlorenen Rang kampflos wieder zurückholen.

Warum hat Alonso beim Boxenstopp zur Rennhalbzeit nicht bis zum Ende vollgetankt?

Die Ein-Stopp-Strategie sah auf den ersten Blick vielversprechender aus, als der zusätzliche Service elf Runden vor Schluss. Allerdings klagte der Spanier über einen enormen Reifenverschleiß insbesondere mit vollen Tanks. „Eine Rennhälfte hätten die weichen Reifen niemals ausgehalten“, erklärte Renault-Chefingenieur Pat Symonds nach dem Rennen. ?

BMW-Pilot Robert Kubica versuchte dagegen mit einem einzigen Wechsel durchzukommen. „Es war eine Katastrophe“, so das ernüchternde Fazit des Polen. Zum schlechten Speed kam am Ende auch noch das Pech der Kollision mit Kazuki Nakajima, der die Hinterradaufhängung an Kubicas BMW entscheidend deformierte.

Warum ging Barrichello trotz geschlossener Boxengasse zum Tanken?

Die Honda-Mannschaft hatte keine andere Wahl. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt komplett leer. Zum ungünstigen Timing kam dann auch noch Dummheit: Zuerst hob der Lollipop-Mann zu früh das Schild, wodurch der Tankrüssel herausgerissen wurde, dann fuhr der Brasilianer bei roter Ampel aus der Box heraus. Die tolle Fahrt, in der Barrichello mit einem defekten Dämpfer vorne rechts sogar Weltmeister Räikkönen in Schach halten konnte, endete nach der Disqualifikation am Ende punktlos.

Alonso hatte etwas mehr Glück: Durch die Safety-Car-Phase musste der zweifache Weltmeister seinen Stopp zwar verzögern, schaffte es aber mit dem letzten Tropfen gerade noch an die Box. „Es war nicht mehr als ein Glas Sprit im Tank“, gab Symonds am Ende zu.

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