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Rennanalyse GP Australien

Verleiht Red Bull Flügel?

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Die Formel 1 2005 präsentiert schon bei der Premiere neue Sieger und Verlierer. Die zahlreichen Regeländerungen sorgen für Unwägbarkeiten, Unterhaltung und viele offene Fragen. Taugen die neuen Bestimmungen etwas und verleiht Red Bull wirklich Flügel?

06.03.2005

"Mit einer guten Strategie kannst du dieses Jahr nicht mehr viel anfangen" sagt Renault-Ingenieur Pat Symonds schon vor dem Rennen. Tatsächlich schränkt das Verbot der Reifenwechsel die Variationsmöglichkeiten stark ein. In Melbourne setzten alle auf eine Zweistopp-Strategie, weil sie auf dem Papier die schnellste Variante war.

Das Feld ist dichter zusammengerückt. Im Ziel lagen immerhin noch zehn Fahrer in der gleichen Runde. Durch die geringere Anzahl Boxenstopps waren viele Fahrer zum langen Kolonnenfahren verdammt. So bildeten sich regelmäßig Grüppchen. Die Angriffslust ist dagegen gesunken. Niemand wollte ohne Erfahrungswerte das Risiko eingehen, sich bei einer frühen Attacke die Reifen zu ruinieren. Zudem bietet Melbourne ohnehin nicht allzu gute Überholmöglichkeiten.

Die Ausfallquote war gering, da alle Teams erst einmal mit Motoren und Reifen auf Nummer sicher gingen. „Jeder Motorenbauer hat hier mit einem Auge nach Malaysia geschielt“, sagt BMW-Sportchef Mario Theissen. „Das Rennen war sehr spannend. In Malaysia wird es noch besser werden. Da werden die Reifen viel mehr beansprucht“, orakelt Ferrari-Stratege Ross Brawn.

Reifen: Beton oder lieber die Holz-Mischung?

Beim Thema Reifen hatten nahezu alle Teams verwachst. Mangels besseren Wissens brachten sowohl Michelin als auch Bridgestone zu harte Gummis nach Australien. Der nicht allzu aggressive Asphalt im Albert Park und die gemäßigte Temperatur von 19 Grad schonte die Pneus zusätzlich.

Nach dem Freitagsstraining entschieden sich die meisten Fahrer für die nicht ganz so harte der beiden Mischungen, nur Felipe Massa (Sauber) und Michael Schumacher (Ferrari) und die beiden Toyota wählten die harten Reifen. Der einzige, der mit dem Reifen-Thema zu kämpfen hatte, war ausgerechnet Toyota-Mann Jarno Trulli. Dem Zweitplatzierten im Training wurde das Rennen durch Blasen werfende Hinterräder verdorben. Die Ingenieure vermuten einen falschen Luftdruck als Wurzel des Übels.

Warum war Red Bull so gut?

Red Bull-Racing hatte als einziges Team komplett andere Gummis bei Ausrüster Michelin bestellt. Die Reifen auf den Autos von David Coulthard und Christian Klien erwiesen sich als goldener Kompromiss. Doch damit allein ist der Erfolg des ehemaligen Jaguar-Teams (Platz vier für Coulthard) nicht erklärt.

Das letztjährige Jaguar-Chassis war schon nicht schlecht, aber es fraß ständig die Hinterreifen auf. Über den Winter haben die Ingenieure unter Technik-Chef Günter Steiner den Abtrieb an der Hinterachse erhöht und die Achsgeometrie verändert. Nun scheint das Problem behoben.

Ein Schlüsselfaktor ist zudem die Verpflichtung von David Coulthard. Der Schotte, den Teamchef Christian Horner als seinen wichtigsten Mann bezeichnet, bringt Erfahrungen aus einem Topteam mit. Coulthard trug entschieden dazu bei, die Traktionskontrolle im RB1 zu verbessern. Aus seiner McLaren-Zeit weiß "DC", wie eine gute Schlupfregelung arbeiten muss.

Schließlich profitiert Red Bull auch davon, dass man mit dem modifizierten Vorjahres- Auto eine bekannte Größe hat. Sobald die anderen Topteams ihre Neuentwicklungen richtig verstehen und mit neuen Teilen aufrüsten, werden der Mannschaft von Dietrich Mateschitz nach und nach die Flügel gestutzt.

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