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Rennanalyse GP Bahrain 2013

Wieso war Vettel so schnell?

Sebastian Vettel GP Bahrain 2013 Foto: Red Bull 50 Bilder

Welche Strategie war die beste? Wieso war Sebastian Vettel so schnell? Und Nico Rosberg so langsam? Unsere Rennanalyse gibt wie immer die Antworten auf die offenen Fragen des Rennens.

21.04.2013 Michael Schmidt

Wieso war Vettel so schnell?

Da war selbst der Sieger überrascht. Mit diesem Rennspeed hatte nicht einmal Sebastian Vettel gerechnet. Der Weltmeister war zeitweise eine Sekunde schneller als die Konkurrenz. Die schnellste Rennrunde im 55. Umlauf ließ ahnen, wie überlegen Vettel wirklich war. Er schüttelte sie einfach aus dem Handgelenk, gerade als Kimi Räikkönen begann, am Zehnsekunden-Vorsprung des Titelverteidigers zu knabbern. Doch warum waren Vettel und sein Red Bull plötzlich so schnell, ganz ohne Reifensorgen? Es gibt vier Gründe. Vettel hatte im Training auf etwas Speed verzichtet, um für das Rennen eine reifenschonende Abstimmung zu haben. Also weniger Frontflügel und ein weicheres Fahrwerk.

Er hatte sich drei frische Satz der harten Mischung aufgehoben. Die hohen Temperaturen halfen auch. Sie lagen am Renntag um drei Grad über dem Freitag, als Ferrari und Lotus in den Dauerläufen noch stärker aussahen. Je tiefer die Temperaturen, umso schwieriger tut sich Red Bull. Siehe Melbourne, siehe Shanghai. Schließlich hatte Vettel 55 der 57 Runden lang freie Fahrt. "Da konnte ich mir das Rennen einteilen und die Reifen schonen." Teamkollege Mark Webber fuhr immer im Verkehr. Das kostete den Australier über die Renndistanz 37 Sekunden.

Hat Lotus im Training zu viel hergeschenkt?

Lotus-Besitzer Gerard Lopez glaubte nach den Startplätzen 9 und 11 für Kimi Räikkönen und Romain Grosjean, dass die Ingenieure den Reifen zuliebe zu viel Speed geopfert hatten. Sein Chefingenieur Alan Permane bestritt das. "Wir haben beim Setup keine Zugeständnisse gemacht. Normalerweise sind wir schnell und schonen die Reifen. Die Qualifikation lief einfach gegen uns. Romain haben wir im Q2 zu früh auf die Strecke geschickt. Und Kimi hat sich im Q3 nicht so gesteigert, wie er sollte. Er hätte eigentlich auf dem fünften Startplatz landen müssen."

Räikkönen geht mit den Reifen sorgsamer um als Grosjean. Deshalb konnte Lotus mit ihm eine Zweistopp-Strategie riskieren. Sie war eigentlich langsamer als ein Dreistopprennen, aber wäre Räikkönen mit der gleichen Taktik gefahren wie seine Vorderleute, hätte er sich schwerer getan nach vorne zu stoßen. "Mit nur zwei Stopps haben wir ihm die meiste Zeit freie Fahrt verschafft", erklärte Permane. Grosjean war dagegen gezwungen, die klassische Variante mit drei Stopps zu fahren. Permane bedauert: "Er nimmt seine Reifen zu stark her."

Welche Strategie war die beste?

Kimi Räikkönen und Paul di Resta kamen mit zwei Stopps über die 57 Runden. Sieger Vettel, der Dritte Grosjean, Lewis Hamilton, Sergio Perez und Mark Webber gingen drei Mal an die Box. Fernando Alonso, Nico Rosberg und Jenson Button kamen vier Mal zum Reifenwechsel. Das Resultat zeigt ganz klar, welche Taktik die beste war. Vettel verlor gegen Räikkönen 20 Sekunden in der Box und kam neun Sekunden vor ihm ins Ziel.

"Wäre Kimi von Platz fünf losgefahren, hätten wir auch mit drei Stopps geplant", gaben die Lotus-Ingenieure zu. "Es war eine Notfall-Taktik." Grosjean büsste 23 Sekunden auf di Resta ein, wurde aber 2,2 Sekunden vor dem Schotten abgewinkt. Grosjean gewann gegenüber dem Training acht Plätze, di Resta nur einen. Die Vierstopper kamen über Platz acht nicht hinaus. Alonso ist ein schlechtes Beispiel, weil er ein Mal unfreiwillig die Boxen ansteuern musste. Bei Button zeigte sich im Vergleich zu Perez ganz klar der Nachteil von vier Boxenhalten. Der Engländer verlor in der Boxengasse 1.27 Minuten, Perez nur 1.03 Minuten. Im Ziel trennten die beiden elf Sekunden. Zugunsten von Perez.

Wieso war Rosberg langsamer als Hamilton?

Nico Rosberg fuhr als Erster los und kam als Neunter an. Lewis Hamilton startete vom neunten Platz und kam als Fünfter ins Ziel. Beide kämpften mit zu hohen Temperaturen an den Hinterreifen. Doch Hamilton hatte sie besser im Griff als der Teamkollege.

Weil er vor allem in der ersten Rennhälfte den Gasfuß zügelte. Somit zögerte er seine Boxenstopps im Vergleich zu Rosberg immer weiter hinaus. Den ersten spulte er eine, den zweiten zwei und den dritten bereits fünf Runden später ab als der Teamkollege. Da musste Rosberg auf vier Stopps umdisponieren. Als es im letzten Renndrittel kühler wurde, profitierte Hamilton davon, dass die Reifenprobleme geringer wurden. Im Team hört man, dass der Engländer besser gelernt hat mit den Reifen hauszuhalten als das bei Rosberg der Fall ist. Und davon profitierte er im Rennen.

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