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Rennanalyse GP Bahrain 2014

Mercedes 1,7 Sekunden schneller als der Rest

Hamilton & Vettel - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - 5. April 2014 Foto: Mercedes 76 Bilder

In unserer Rennanalyse klären wir die letzten offenen Fragen des GP Bahrain. Warum war Mercedes so schnell? Wurde Nico Rosberg im Silber-Duell benachteiligt? Warum flog Gutierrez so spektakulär durch die Luft? Und warum wurde das Rennen solch ein Knaller?

07.04.2014 Tobias Grüner

Warum war Mercedes so schnell?

Vor der Reise nach Bahrain hatte die Konkurrenz gewarnt: Das Layout mit den langen Geraden ist maßgeschneidert für die Power des Mercedes-Motors. Die Befürchtungen sollten Realität werden. Rechnet man den Vorsprung vor und nach der Safety-Car-Phase zusammen, so waren Rosberg und Hamilton über die 57 Runden insgesamt 80 Sekunden schneller als die Konkurrenz. Die schnellste Rennrunde von Rosberg lag 1,7 Sekunden vor allen anderen.
 
Besonders der Schlussspurt über 11 Runden beeindruckte die Konkurrenz. 24 Sekunden Vorsprung fuhr Hamilton in dieser kurzen Zeit heraus. Das sind mehr als 2 Sekunden pro Runde. "Das war das erste Mal, das wir ihre richtige Pace gesehen haben", staunte Red Bull-Teamchef Horner. "Wir wussten, dass Bahrain eine Mercedes-Strecke sein wird. An einem Punkt lagen 7 Mercedes-Autos in den Top 8."

Auch Lotus-Chefingenieur Alan Permane musste applaudieren. "Sie haben erst einmal ein gutes Auto gebaut, so viel ist klar. Und der Motor ist auch erste Klasse. Sie haben also beide Dinge zusammen. Ihr Vorsprung ist wirklich sehr groß. Man muss ehrlich sein: Für uns wird es sehr, sehr schwer, das noch aufzuholen. Auch wenn in der Formel 1 viel passieren kann."

Wurde Rosberg benachteiligt?

Die Zweifler waren nach der Zieldurchfahrt von Bahrain schnell zur Stelle. Ging im Silberpfeil-Lager alles mit rechten Dingen zu? Wurde Nico Rosberg nicht doch irgendwie eingebremst? Vielleicht durch einen zu späten ersten Boxenstopp, eine falsche Reifenstrategie oder einen Nichtangriffspakt in den Schlussrunden? Rosberg selbst sorgte für Aufklärung: "Es lief alles so, wie es vorher abgesprochen und geplant war. Wir durften bis zur letzte Runde gegeneinander fahren."
 
Rosberg selbst wählte die Alternativ-Strategie mit dem langsamen Medium-Reifen im Mittelstint. Die Taktik war auf dem Papier 2 Sekunden langsamer. "Aber ich wusste, dass ich am Ende des Rennens noch eine Chance zum Angriff bekommen kann. Ich würde alles genau wieder so machen", erklärte der WM-Spitzenreiter. Nach eigener Auskunft musste Rosberg den letzten Angriff wegen überhitzender Reifen 3 Runden vor der Zieldurchfahrt abbrechen.

Trotz aller Dementis witterten einige Fans beim Funkspruch von Teamchef Paddy Lowe nach der Safety-Car-Phase Stallregie: "Es sind noch 10 Runden zu fahren. Können wir bitte sicherstellen, dass beide Autos heil ins Ziel kommen?", so die wortgleiche Anfrage an beide Piloten. Doch auch danach wurde beherzt weitergekämpft. "Die Erinnerung hätte es gar nicht gebraucht", so Rosberg. "Das war keine Stallorder!"
 
Nicht nur auf der Strecke wurde gefightet: "Auch die beiden Renningenieure haben versucht, ihre Fahrer mit unterschiedlichen ERS-Ladestrategien im Duell nach vorne zu bringen", erklärte Lowe mit einem etwas gequälten Grinsen. Am Ende gewann Hamilton die Schlacht von Bahrain. Es wird nicht die letzte in diesem Jahr gewesen sein.

Warum überschlug sich Gutierrez so spektakulär?

Ein kleiner Rammstoß von Pastor Maldonado an der langsamsten Stelle der Strecke reichte und schon ging Esteban Gutierrez fliegen. Sofort fiel der Verdacht, dass der Lotus den Sauber mit seinen beiden Stoßzähnen in Gabelstapler-Manier auf die Hörner nahm und nach oben katapultierte. Doch die Zeitlupe wiederlegte den Verdacht. Die Räder der beiden Autos verhakten sich, was zu der spektakulären Flugstunde in den Nachthimmel von Bahrain führte.  
 
Für Maldonado gab es nicht nur eine Durchfahrtsstrafe im Rennen. Der Venezolaner kassierte auch noch eine Rückversetzung um 5 Startplätze beim nächsten Rennen in Shanghai. Von Schuldgefühlen war nach dem Rennen bei Maldonado aber keine Spur. "Gutierrez war auf einer ungewöhnlichen Linie. Vielleicht hatte er sich verbremst. Ich konnte nicht mehr bremsen", so die Dinge aus seiner Sicht. In der Startrunde hatte sich Maldonado schon mit Jean-Eric Vergne angelegt. "Der wollte mich umbringen", fluchte der Franzose am Funk.

Warum bot der GP Bahrain solch ein Spektakel?

Am Vormittag hatten die Formel 1-Kritiker in Bahrain ihren großen Auftritt. Bernie Ecclestone und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo diktierten den Journalisten in die Notizblöcke, was in der Königsklasse alles schlecht läuft und warum die Rennen so langweilig sind. Nach der Zieldurchfahrt war von den beiden nichts mehr zu hören. Sie waren vorzeitig abgereist. Doch warum wurde das Nachtrennen in Bahrain so ein Knaller?
 
"Ich denke die Reifen haben eine wichtige Rolle gespielt", lautete eine Vermutung von Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Die Teams haben die unterschiedlichen Mischungen strategisch genutzt und sind unterschiedliche Taktiken gefahren. Das hat zu vielen Duellen geführt. Nico hat einen anderen Weg gewählt als Hamilton und unsere Jungs sind einen andere Strategie als ihre Gegner gefahren."
 
Dass die schnellen Red Bull weit hinten lagen, hat im Mittelfeld für viel Action gesorgt. Auch die Tatsache, dass die Teams 5 Wochen zuvor bereits 8 Testtage in Bahrain abgespult haben, war hilfreich. Alle Piloten hatten ein gutes Setup gefunden. Die Zuverlässigkeit der Autos sorgte dafür, dass keiner mit gebremstem Schaum unterwegs war. Geht es jetzt so weiter wie in Bahrain? Horner warnte vor zu viel Euphorie: "Wir haben jetzt zwei Extreme in zwei Wochen gesehen. Ich bin gespannt, was uns in Shanghai erwartet."

In unserer Bildergalerie haben wir die Highlights des Nacht-Spektakels - vom Gutierrez-Überschlag bis zur Silber-Party.

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