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Rennanalyse GP Belgien 2013

Hamilton lässt Alonso absichtlich vorbei

Pastor Maldonado - GP Belgien 2013 Foto: xpb 66 Bilder

In unserer Rennanalyse geben wir die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Rennen in Spa. Warum war Vettel so schnell? Warum ließ Hamilton Alonso absichtlich vorbei? Warum krachte Maldonado in die beiden Force India? Und wie schafften es die Greenpeace-Aktivisten unbemerkt auf das Tribünen-Dach?

25.08.2013 Tobias Grüner

Warum gewann Vettel so locker in Spa?

So locker hätte sich Sebastian Vettel das nicht vorgestellt. Obwohl er das halbe Rennen mit angezogener Handbremse unterwegs war, konnte ihm die Konkurrenz nicht folgen. 16,8 Sekunden betrug der Vorsprung am Ende. Vettel hatte jede einzelne der 44 Rennrunden angeführt. Und die schnellste Rennrunde ließ sich der Weltmeister auch noch notieren. Die Konkurrenz kämpfte nur um die weiteren Ränge.

"Bei uns hat einfach alles gepasst. Unser Aerodynamik-Paket war perfekt. Wir hatten ein gutes Setup gefunden. Und wir haben den Speed nutzen können, weil Sebastian an der Spitze freie Fahrt hatte. So dominant hatten wir das aber auch nicht erwartet", erklärte Red Bull-Teamchef Christian Horner anschließend zufrieden.
 
Ferrari hatte sich schon im Qualifying aller Chancen beraubt. Im Rennen kam Alonso nie in Reichweite von Vettel. "Wir hatten nur das zweitschnellste Auto. Deshalb verdienen wir auch nur den zweiten Platz", erklärte der Spanier nüchtern. Mercedes wurde nach erster Analyse von Ross Brawn durch die verschärften Limits in Sachen Radsturz und Reifendruck eingebremst. "Das trifft uns wohl härter als die anderen. Da müssen wir noch verstehen warum", so der Teamchef.

Warum ließ Hamilton Alonso absichtlich vorbei?

Fernando Alonso staunte nach dem Rennen nicht schlecht. Auf dem Weg zum Podium beichtete ihm Lewis Hamilton, dass er ihn in Runde 14 absichtlich vorbeigelassen hatte. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis er mich überholt. Er war so nah dran, dass er mich auf der langen Geraden sowieso geschnappt hätte", begründete der Mercedes-Pilot die ungewöhnliche Taktik. "Ich dachte, dass ich von hinten mit DRS bessere Chancen habe. Doch er ist einfach vorne weggefahren", schüttelte Hamilton den Kopf.

Das Mercedes-Setup war perfekt für Regen. Auf trockener Strecke war die Konkurrenz überlegen. "Vor allem in der Eau Rouge hatten wir Probleme. Dadurch wurden wir auf der langen Geraden leichte Beute der Konkurrenz", erklärte Ross Brawn. Nach dem vergeblichen Kampf war Hamilton nicht besonders zuversichtlich für Monza: "Das Paket für Monza ist ähnlich wie hier. Ich hoffe aber, dass die Jungs die Gründe finden und die notwendigen Änderungen vornehmen."

Warum ging die Bremse bei Räikkönen kaputt?

Dass Kimi Räikkönen ein Rennen nicht beendet, ist ein seltenes Ereignis. Zuletzt war das 2009 in Bahrain der Fall. Damals fuhr der Finne noch Ferrari. 39 Rennen später schlug der Technik-Teufel wieder zu. Die Bremse vorne links überhitzte und gab schließlich in Runde 25 ganz auf. Nach dem Rennen wurde nach der Ursache für das Problem gefahndet. Die Ingenieure vermuten, dass ein Abreißvisier die Lufthutze der Bremse verstopft hatte. Dadurch wurden die Karbonstopper nicht ausreichend gekühlt.
 
Beim ersten Stopp wurde der Fremdkörper aus der Belüftung beseitigt. Aber da war es schon zu spät. Eine bessere Erklärung hatte das Team nach dem Rennen nicht parat. "Vielleicht war es auch ein schlechter Satz Bremsscheiben", mutmaßte Teamchef Eric Boullier. "Aber auf der rechten Seite war alles in Ordnung. Deshalb konnte es auch nicht unsere neue Bremsbelüftung sein."

War die Einstopp-Strategie von Grosjean richtig?

Als einziger Pilot in den Punkten versuchte es Romain Grosjean mit einer Einstopp-Strategie. Von Startplatz 7 ging es damit im Rennen auf Rang 9. War es also die falsche Entscheidung? Ein Indiz dafür ist die Aussage von Ross Brawn: "Die Fahrer, die mit den weichen Reifen länger draußen geblieben sind, haben unserer Meinung nach zu viel Zeit dadurch verloren." Doch Lotus-Kollege Eric Boullier sprach dagegen. "Die Strategie hat gestimmt."
 
Die Lösung: beide haben Recht. Generell war eine Zweistopp-Strategie die bessere Wahl. Aber für Grosjean war die Einstopp-Lösung sinnvoller. Der Lotus war auf der Geraden einfach zu langsam. Um eine Zweistopp-Taktik zum Erfolg zu führen, muss man im Verkehr überholen können. Das wäre für den Franzosen zu einem großen Problem geworden.

Warum krachte Maldonado in Di Resta?

Es war die Szene des Rennens. Maldonado verpasst im Zweikampf mit Gutierrez in der Busstop-Schikane den Scheitelpunkt und rasiert dann erst Sutil am Heckflügel, bevor er den zweiten Force India von Paul di Resta volle Breitseite torpediert. "Ich war gerade im Kampf mit einem Sauber. Dann wollte ich an die Box, doch meine Linie kreuzte sich mit den Force India", entschuldigte sich Maldonado.

Sutil fand klare Worte für die unvorsichtige Aktion des Venezolaners: "Das war blöd, dass er in dieser Situation noch an die Box wollte. Da muss man vorher schon mal drüber nachdenken und sich dann anders positionieren." Das sah die Rennleitung ganz ähnlich. Für Maldonado gab es eine Stop and Go-Strafe, die ihn weit zurück warf.

Wie schafften es die Greenpeace-Aktivisten so nah an die Strecke?

Die Greenpeace-Protestaktion gegen Hauptsponsor Shell sorgte für viel Aufregung. Doch wie kamen die Kletterer mit der gesamten Ausrüstung ungesehen auf das Dach der Haupttribüne und des Boxengebäudes? Die Antwort ist einfach: Die ganze Nummer war keine Spontan-Aktion sondern generalstabsmäßig geplant. Die Vorbereitungen für den spektakulären Stunt liefen bereits seit 2 Wochen, als der Formel 1-Tross noch in der Sommerpause weilte.
 
Die Seile und das Plakat wurden damals schon auf das Tribünendach geschafft. Die Kletterer kamen durch ein Ablenkungsmanöver auf das rund 35 Meter hohe Bauwerk. Zwei Fallschirmspringer, die über der Strecke runtergingen, zogen die Aufmerksamkeit des Security-Personals auf sich. Auch die Aktivistin, die vom Boxendach aus die Podiumszeremonie störte, war gut vorbereitet. Sie hatte sich ganz einfach einen VIP-Pass für den exklusiven Paddock Club gekauft, um das Fahrerlager zu betreten. Preis: 3.100 Euro für 2 Tage. Mehr zur ganzen Aktion in unserer Story.
 
Die Bilder des Rennens und der Greenpeace-Protestaktion haben wir in unserer Galerie.

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