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Rennanalyse GP Belgien

Das dicke Ende

Foto: Wolfgang Wilhelm 50 Bilder

Nach einem langen Vorgeplänkel erlebte das Rennen in Spa in den letzten drei Runden einen dramatischen Höhepunkt nach dem anderen. Für den ganz großen Knalleffekt sorgten allerdings die Kommissare erst weit nach der Siegerehrung.

08.09.2008 Tobias Grüner

Mit ihrer Entscheidung, Lewis Hamilton mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe zu belegen, überraschten die Stewards Fans wie Fahrer gleichermaßen. Die Regelhüter folgten in ihrem Urteil weitestgehend der Ferrari-Anklageschrift, die dem Engländer eine unfaire Vorteilnahme beim Abkürzen der Schikane vor dem Überholmanöver gegen Kimi Räikkönen vorwarf. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die wichtigsten Szenen aus der Schlussphase:

Wie hätte Lewis Hamilton die Strafe verhindern können?

Nach Ansicht der Kommissare war es nicht damit getan, dass sich der McLaren-Pilot einfach hinter Räikkönen zurückfallen ließ. Hamilton hätte somit noch mehr Abstand nehmen müssen. In den Regeln schreibt allerdings kein Paragraph vor, wie groß die Distanz zum zuvor "Geschädigten" sein muss. Klar ist auch, dass sich  Räikkönen auf der Zielgeraden ziemlich leicht vom 23-Jährigen überrumpeln ließ. Hätte er sich beim Zurücküberholen etwas cleverer angestellt, wären uns die Diskussionen erspart geblieben.

Bei McLaren-Mercedes war man sich noch nicht einmal sicher, ob Hamilton seinen Konkurrenten überhaupt noch einmal vorbei lassen hätte müssen. Schließlich hatte er vor der Bus-Stop-Schikane kurz die Nase vorne und sei anschließend vom Ferrari nach außen gedrückt worden. Außerdem habe die Szene wegen des späteren Ausfalls von Räikkönen keine Auswirkungen auf den Rennausgang gehabt, so die silberne Argumentation.

Warum hat Massa in der letzten Runde nicht mehr angegriffen?

Bei rutschigen Bedingungen ging der Brasilianer einfach kein Risiko mehr ein und überließ Hamilton kampflos den vermeintlichen Sieg. "Ich wollte nur die acht Zähler für den zweiten Platz sichern", so Massa. "Ich habe diese Saison schon genügend Punkte unnötig liegen gelassen." Damit sprach der Ferrari-Pilot unter anderem auf seine unnötigen Dreher in Melbourne, Malaysia und Silverstone an, die am Ende des Jahres noch kostbar werden könnten. 

Warum konnte Heidfeld mit Regenreifen so viele Plätze gewinnen?

Heidfeld war zwei Runden vor dem Ende der erste Pilot aus einer ganzen Reihe Fahrern, die sich für Intermediates entschieden. "Die kurzfristige Entscheidung fiel zusammen mit seinem Renningenieur", erklärte später Teamchef Mario Theissen. Heidfeld selbst war sich dabei gar nicht sicher, ob es die richtige Taktik ist: "Ich hätte der Depp sein können, aber so viel hatte ich auch nicht zu verlieren. Deshalb habe ich es riskiert."

Nach Heidfeld gingen noch fünf weitere Piloten in der 42. Runde zum Wechsel in die Box: Glock, Rosberg, Coulthard, Nakajima und Button hatten allerdings nicht ganz so durchschlagenden Erfolg. Glock wäre zwar beinahe noch in die Punkte gefahren, beim Überholmanöver gegen den achtplatzierten Mark Webber übersah der Odenwälder allerdings die gelben Flaggen. Mit der anschließenden 25-Sekunden-Strafe verlor Glock den achten Platz wieder an den Australier.

Warum entschied sich Fernando Alonso noch vor der allerletzten Runde zum Boxenstopp?

Der Spanier ging ganz einfach auf Nummer sicher. Die kalten Bedingungen, die harten Reifen und die schmierige Strecke boten in den Schlussrunden so wenig Grip, dass die Fahrt auf Trockenreifen zum Eiertanz wurde. Mit der vorsichtigen Taktik verlor Alonso am Ende einen Platz auf Heidfeld. Durch den Räikkönen-Crash und das Überholmanöver gegen Vettel kurz vor der Ziellinie konnte Alonso den Schaden allerdings in Grenzen halten.

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