Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Brasilien

Safety-Car-Phase sorgt für Kuddelmuddel

GP Brasilien Safety Car 2010 Foto: xpb 36 Bilder

Der Grand Prix von Brasilien war arm an Höhepunkten. In unserer Rennanalyse erklären wir warum nicht einmal die Safety-Car-Phase für Spannung sorgen konnte und warum so viele Fahrer den Überblick verloren.

08.11.2010 Tobias Grüner

Warum konnte Nico Hülkenberg seine Pole Position nicht besser nutzen?

Nach seinem Husarenritt im Qualifying strotzte Nico Hülkenberg nur so vor Selbstvertrauen. Dank einer besonderen Getriebeübersetzung gab er sich zuversichtlich, den Sprint in die erste Kurve zu gewinnen. Er wollte den WM-Kandidaten das Leben so schwer wir möglich machen, lautete die Kampfansage. Doch nach nur wenigen Kurven war dem 23-jährigen Williams-Piloten klar, dass der Plan an diesem Tag nicht aufgehen würde.

"Ich bin nur gerutscht", klagte Hülkenberg. "Für die Bedingungen im Qualifying hatten wir das optimale Auto. Im Rennen hat die Balance nicht gestimmt, die Reifen haben zu schnell abgebaut und ich habe ständig mit dem Unterboden aufgesetzt." Insgesamt verlor der Rheinländer sieben Plätze. Auch das Startduell gegen Vettel konnte Hülk nicht für sich entscheiden. "Ich hatte zu stark durchdrehende Räder. Ich weiß noch nicht genau, was da los war."

Warum kam trotz Safety-Car-Phase keine Spannung auf?

Tonio Liuzzi sorgte mit dem einzigen Ausfall des Rennens in der 50. Runde für eine Safety-Car-Phase. Im letzten Renndrittel wurde das Feld noch einmal zusammengeführt. Richtige Spannung wollte aber nicht mehr aufkommen. Die Top-Fahrer waren alle durch mehrere Überrundete voneinander getrennt. Zwischen den Red Bull-Piloten lagen Hülkenberg und Kubica. Webber wurde gleich von fünf Fahrern abgeschirmt. Alonso wiederum hatte gleich sieben Fahrer zwischen sich und Hamilton.
 
"Wir wollten mit unserem Reifenwechsel noch einmal Druck ausüben", erklärte Martin Whitmarsh. "Doch ein Teil des Vorteils wurde durch den Verkehr wieder aufgefressen." Neun Runden dauerte es, bis kein Auto mehr zwischen Hamilton und Alonso lag. "Da waren wir schon acht Sekunden hinten." Auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali war nicht ganz glücklich: "Schon beim Restart haben wir gemerkt, dass wir nicht mehr attackieren können. Das hat heute aber alle getroffen."

Warum blieb McLaren chancenlos?

Während die beiden Red Bull und Fernando Alonso locker an Nico Hülkenberg vorbeikamen, biss sich Lewis Hamilton rundenlang die Zähne aus. "Er war nicht ganz glücklich mit dem Auto. Wir waren einfach nicht so schnell, wie wir sein wollten", erklärte Whitmarsh nach dem Rennen. "Da hat Lewis einfach zu viel Zeit verloren." Mit bitterer Miene presste der Engländer ein Lob an den Deutschen heraus: "Hülkenberg ist wirklich ein begeisterndes Wochenende gefahren, das uns leider mehr weh getan hat als allen anderen."
 
Immerhin gab es auch positive Aspekte für Whitmarsh. "Bei Jenson (Button) haben wir alles richtig gemacht. Der erste Stopp kam zum richtigen Zeitpunkt und am Ende haben wir es noch mit der Risikostrategie probiert. Leider ist es nicht ganz aufgegangen." Für Lewis Hamilton gab es immer noch die schnellste Rennrunde als Erfolg. "Und wenn es komisch läuft, ist er in Abu Dhabi vielleicht doch noch Weltmeister."

War die Strafe gegen Heidfeld berechtigt?

Um 15.19 Uhr kam die offizielle Aufforderung der Rennleitung an Nick Heidfeld, dass er Nico Rosberg vorbeilassen muss. Doch als die blauen Flaggen geschwenkt wurden und er vom Team informiert wurde, lag plötzlich Felipe Massa hinter ihm. Rosberg hatte den Ferrari in Runde 56 aus Versehen vorbeigelassen, weil er selbst den Überblick verloren hatte. Heidfeld, der sich mit dem Brasilianer im direkten Positionskampf befand, ignorierte natürlich den Befehl, Platz zu machen. Zwischendurch musste er auch noch Hamilton und Button vorbeilassen. Und Petrov, der ebenfalls im direkten Kampf lag, mischte sich auch noch ein.
 
In Runde 60 tauchte dann wieder Nico Rosberg mit Massa im Schlepptau im Rückspiegel von Heidfeld auf. "Da war so viel Durcheinander. Nick hat den Mercedes eine Runde zu lange aufgehalten", erklärt Sauber-Teammanager Beat Zehnder. Von der Rennleitung kam allerdings keine offizielle Nachricht mehr. Die Stewards beriefen sich bei Bekanntgabe der Durchfahrtstrafe auf die erste Meldung aus Runde 56. Rennleiter Charlie Whiting gab zu, dass die Strafe "unglücklich" war. Teamchef Peter Sauber bezeichnete sie als "fragwürdig". Nur der Pilot selbst zeigte Verständnis. "Die Strafe wurde zurecht vergeben", so Heidfeld.

Warum nahm Rosberg das Schumi-Geschenk nicht an?

Michael Schumacher zeigte sich in Brasilien als echter Teamplayer. Nach der Safety-Car-Phase ließ er seinen Silberpfeil-Kollegen Nico Rosberg freiwillig passieren. "Nico hatte die frischeren Reifen. Er hatte die Chance, möglicherweise noch Jenson Button anzugreifen", begründete Schumi den freiwilligen Platztausch. Doch an Angriff dachte der junge Mercedes-Mann gar nicht. In der Safety-Car-Phase hatte Rosberg schlicht den Überblick verloren.
 
Als das Rennen wieder freigegeben wurde, konnte der Youngster nicht mehr Freund von Feind unterscheiden. "Da waren so viele überrundete Fahrzeuge mitten im Feld, dass ich manchmal nicht wusste, wer gegen mich fährt und wer nicht. Einmal habe ich Massa freiwillig vorbeigelassen, obwohl der eine Runde hinter mir lag. Aber Button war außer Sichtweite, und ich wollte in dem Getümmel nichts riskieren."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden