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Rennanalyse GP Brasilien

Buttons meisterliche Fahrt zum Titel

Button f�hrt an Kobayashi vorbei Foto: Brawn GP 61 Bilder

Der Titelgewinn von Jenson Button überstrahlte am Sonntag in Sao Paulo alles. Von Startplatz 14 fuhr der Brite vor auf Rang fünf. Allerdings half dem Brawn-Pilot auch das Glück des Tüchtigen. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die wichtigsten Szenen.

19.10.2009 Tobias Grüner

Warum kam Jenson Button so einfach nach vorne?

Jenson Button sprach am Ende vom besten Rennen seines Lebens. Von Startplatz 14 lieferte der 29-jährige Engländer eine fantastische Aufholjagd. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Konkurrenz dem neuen Weltmeister das Leben nicht gerade besonders schwer machte. Reihenweise schossen sich die Kontrahenten an der Spitze selbst ab. Jarno Trulli, Adrian Sutil, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen fielen durch Unfälle ganz aus oder weit zurück, bei Nico Rosberg streikte das Getriebe und Teamkollege Rubens Barrichello verlor durch einen Reifenschaden wertvolle Zeit.

So musste der Brite insgesamt nur fünf Piloten auf der Strecke überholen. Und die Namen der Gegner sind nicht gerade als abgezockte Kaliber bekannt: Romain Grosjean, Jaime Alguersuari, Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi stellten den neuen Champion kaum vor Probleme. Nur bei Toyota-Debütant Kamui Kobayashi war Button etwas vorsichtiger, weil er wegen dessen Unerfahrenheit nichts riskieren wollte.

Warum ging Nick Heidfeld der Sprit aus?

Als Nick Heidfeld das erste Mal an die Box zum Nachtanken ging, blieb die Tankanlage trocken. "Der Tankmann hat den Stutzen zuerst verkantet aufgesetzt, dann kurz abgezogen und wieder richtig draufgesetzt", erklärt BMW-Technikchef Willy Rampf. "Dabei haben die Sensoren Alarm geschlagen und die Ventile geschlossen." Leider hatte die Boxencrew das Problem nicht sofort entdeckt und Heidfeld sofort wieder auf die Reise geschickt.
 
Heidfeld bemerkte den Fehler nach nur wenigen Metern und auch die Boxenmannschaft musste beim Blick auf die Daten feststellen, dass kein Sprit in den Tank gelangte. "Es war aber nicht klar, ob Robert in der nächsten Runde reinkommen muss und ob die Zeit für einen Doppelstopp reicht", erklärte Teamchef Mario Theissen. Über Funk wurde wild diskutiert. Das Ergebnis: Heidfeld fuhr noch einmal an der Box vorbei, obwohl Teamkollege Kubica noch gar nicht tanken musste. Dann halfen auch die Spritsparbemühungen des Mönchengladbachers nicht mehr und er rollte in Kurve acht aus.

Warum hatte Robert Kubica mit Temperatur-Problemen zu kämpfen?

Fast das ganze Rennen lag die Motorentemperatur bei Robert Kubica im kritischen Bereich. Der Pole musste ab Runde acht die Drehzahl limitieren und auf den Geraden aus dem Windschatten seiner Vordermänner ausscheren, um dem Motor Frischluft zuzuführen. "Wir haben die Kühleinlässe etwas zu stark abgedeckt", erklärte Theissen anschließend. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es so schnell so warm wird." Mit diesem Handikap hatte Kubica allerdings keine echte Chance, den führenden Mark Webber ernsthaft anzugreifen.

Wer war Schuld am Unfall von Kazuki Nakajima?

Mit über 200 km/h fuhr Kazuki Nakajima seinem Landsmann Kamui Kobayashi auf den Hinterreifen. Dabei riss sich der Williams-Pilot den Frontflügel ab und war ab sofort nur noch Passagier im Auto. Sekundenlang schlitterte der blaue Bolide an der Mauer über die Wiese, bis er schließlich im Reifenstapel einschlug. "Bei solchen Geschwindigkeiten kann man nicht mehr reagieren", schilderte Nakajima anschließend seinen Highspeed-Crash.

"Ich musste ihn überholen, um noch eine Minimalchance auf Punkte zu haben." Als der Williams nach innen ausscherte, um zum Manöver anzusetzen, zog auf einmal auch Kobayashi nach innen und löste so die Kollision aus. Doch Nakajima wollte partout kein schlechtes Wort über seinen Landsmann verlieren. "Es war wohl ein normaler Rennunfall", grinste der Japaner gewohnt freundlich.

Weltmeister Jenson Button wurde da schon deutlicher. "Ich sage euch, der Typ ist verrückt. Echt verrückt", kommentierte er die erste Begegnung mit Kobayashi. "Ich nehme an, dass es nur die Unerfahrenheit ist, aber er bewegt sich beim Anbremsen viel hin und her, was es sehr schwierig macht - wie Nakajima herausfinden musste." Button hing rundenlang hinter dem Debütanten fest, konnte ihn am Ende aber doch noch passieren.

Warum musste Rubens Barrichello noch einmal an die Box?

Am Ende verlor Rubens Barrichello nicht nur die Meisterschaft gegen Jenson Button, sondern auch noch Platz zwei in der WM an Sebastian Vettel. Dabei sorgte ein defekter Reifen vorne links acht Runden vor dem Ende dafür, dass der Brasilianer noch einmal an die Box musste. Statt eines Podiumsplatzes gab es nur ein WM-Pünktchen für Rubinho. Dabei passt die Vorstellung des Lokalmatadors zur enttäuschenden Interlagos-Bilanz. In 17 Anläufen kam der Routinier nur einmal aufs Podium. Zwei Punkte muss der Brawn-Pilot in Abu Dhabi auf Vettel aufholen, wenn er noch Vizeweltmeister werden will.

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