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Rennanalyse GP Brasilien

Schlechte Karten für Renault

Foto: Wolfgang Wilhelm 43 Bilder

Den Fahrertitel hat Renault im Sack, doch das Team von Flavio Briatore kann allenfalls mit viel Glück auch den Konstrukteurspokal gewinnen. Bei Ferrari geht es dagegen dank eines Rückschritts vorwärts.

26.09.2005

Das neue Aerodynamik-Paket und ein um 10 PS stärkerer Motor brachten die Renault näher an McLaren-Mercedes heran. Bei den vorigen Rennen lag der Rückstand noch bei einer Sekunde pro Runde, auf dem 4,3 Kilometer kurzen Kurs von Interlagos waren es nur noch vier Zehntelsekunden. Dennoch waren die Blaugelben gegen die Silbernen chancenlos. Auf einer längeren Strecke wie Suzuka erwartet Technik-Chef Pat Symonds ein Manko von 0,7 Sekunden.

Aus eigener Kraft kann Renault die zwei Punkte Rückstand auf McLaren-Mercedes bei zwei verbleibenden Rennen nicht mehr in einen Vorsprung umwandeln. "Wir können nur hoffen, dass der Konstrukteurspokal durch Zuverlässigkeit entschieden wird", sagt Symonds. Er hofft auf weitere Mercedes-Motorschäden im Training. Die Medienwirksamkeit des Fahrer-Titels ist weit höher als die der Teamwertung, doch die Platzierung im Konstrukteurspokal entscheidet über die Belohnung aus Bernie Ecclestones Schatulle. Der Unterschied zwischen Platz eins und zwei liegt bei über fünf Millionen Dollar.

Warum war Ferrari wieder stärker?

Bei den Roten mochte man es nicht zugeben, aber Ferrari startete mit Vorjahresreifen in den Brasilien-GP. Dass Jordan mit Bridgestones-Gummis der 2004er Generation gegenüber Ferrari zuletzt zunehmend besser aussah, machte Technik-Chef Ross Brawn stutzig.

Einen angeblichen Wunder-Reifen ließ man in Maranello. Die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gené hatten den neuen Pneu getestet. Ihr Urteil fiel so widersprüchlich aus, dass nun der Ex-Weltmeister selbst ran muss. Michael Schumacher wird die neuen Reifen in der kommenden Woche in Fiorano probieren, dann erst entscheidet man, ob sie in Suzuka und Shanghai zum Einsatz kommen.

In Sao Paulo konnte man immerhin einen Renault (Fisichella) distanzieren, doch Rubens Barrichello war als Sechster nicht zufrieden: "Für uns beide wäre eine Podiumsplatzierung möglich gewesen, wenn wir nicht so schlechte Startplätze gehabt hätten." Die Betrachtung der schnellsten Rundenzeiten offenbart dagegen, dass Ferrari mit den Rängen vier und sechs gut aufgehoben war. Barrichello fuhr die sechstschnellste Runde, Michael Schumacher die viertschnellste. Barrichello gelang sein bester Umlauf in der 49. Runde. Ein Beweis, dass die weichen Vorjahres-Reifen eine deutlich besser Standfestigkeit haben als die aktuellen Gummis.

Wie kam der Startunfall zustande?

"Was für ein Scheißwochenende", maulte Red Bull-Fahrer David Coulthard. Der Schotte sah sich nach dem Start zwischen den beiden Williams-BMW eingeklemmt. "Dann zog Pizzonia plötzlich von rechts nach links, um beim Anbremsen eine bessere Position zu haben. Ich kann mich nicht unsichtbar machen. In dieser Situation sollte man die Linie nicht mehr wechseln", sagte David Coutlhard, dem bei der Kollision ein Reifen davonflog. Das Rennen war für DC schon vor der ersten Kurve vorbei.

Die Berührung mit Pizzonia zwang den Brasilianer in einen Dreher, bei dem er auch Teamkollege Webber traf und dann in die Streckenbegrenzung segelte. Pizzonia sah den Fall natürlich anders als Coulthard: "Mein Heimrennen war schon vorbei, bevor es angefangen hatte. Irgendwas hat mich im Heck getroffen. Dann sah ich im Spiegel, dass es Coulthard war. Der ist so ein erfahrener Mann. Das sollte ihm eigentlich nicht passieren."

Während Pizzonias Auto irreparabel war schleppte sich Mark Webber mit zerstörtem Kühler, angeknackstem Unterboden und kaputter Hinterradaufhängung zurück zur Box. Der Australier war wieder einmal schlecht vom Start weggekommen - eine der Ursachen für den Crash. Rund 32 Minuten reparierten die Mechaniker am Williams und schickten Webber wieder los, damit er in Japan (9.10.) nicht als einer der ersten ins Qualifying muss.

Spätestens nach 47 von 71 Runden hätte das Team Webber hereinwinken können, es war klar, dass der Australier sich auch bei weiteren Ausfällen wie dem Motorschaden bei Tiago Monteiro in der 56. Runde nicht weiter verbessern kann. Doch anstatt den Motor für das Rennen in Suzuka zu schonen, ließ man Webber weiterfahren - immerhin mit gedrosselter Drehzahl. "Am Ende ging es nur noch darum, ein bisschen zu üben", sagte Webber.

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