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Rennanalyse GP Brasilien

Warum Montoya siegte

Foto: dpa 28 Bilder

Nach 14 Monaten ohne Sieg meldeten sich Juan Pablo Montoya und Williams-BMW wieder ganz oben auf dem Siegerpodest zurück. Schon vor zwei Wochen war der Aufwärtstrend erkennbar, als Ralf Schumacher in Japan auf Platz zwei fuhr.

25.10.2004

Den knappen Sieg verdankte Montoya der perfekten Boxenregie, seiner eigene Kaltblütigkeit – und natürlich der Tatsache, dass die Bridgestone-Reifen von Ferrari unter den wechselhaften Bedingungen von Sao Paulo alles andere als optimal funktionierten. Dadurch büßten die Roten alle Siegchancen ein. Daran hätte wohl auch ein Michael Schumacher nichts ändern können, selbst wenn er nicht von Startplatz 18, sondern aus der ersten Reihe ins Rennen gegangen wäre.

Die entscheidende Szene spielte sich der sechsten Runde ab. Nach dem Boxenstopp zum Wechsel von Intermediate- auf Trockenreifen fuhren Montoya und Räikkönen gleichauf liegend durch die Boxengasse. Dann gelang es dem Kolumbianer, den Finnen zu überrumpeln. Mit südamerikanischem Temperament schilderte er nach dem Rennen, wie er Räikkönen austrickste: „Come on, come on, you can get him“, heizte er sich sich selber an.

Der Finne konstatierte enttäuscht: „Nach ersten Stopp hat mich er geschnappt. Da war ich beim Bremsen zu zaghaft. Vielleicht habe ich das Rennen dort verloren. Ich war nicht sicher, wieviel Grip die Piste hat. Nach dem Stopp habe ich Juan zuerst nicht gesehen. Plötzlich war er neben mir.“ Räikkönen folgte Montoya zwar wie ein Schatten. Für einen Angriff kam er aber nie nah genug heran.

Für den zu McLaren wechselnden Montoya war es nach vier Jahren ein Abschied nach Maß von Williams-BMW: „Ein tolles Ding. Jetzt freue ich mich aber auf die Zusammenarbeit mit Kimi im nächsten Jahr.“

Warum zahlte sich der Reifenpoker von Alonso, Coulthard und Villeneuve nicht aus?

Drei tapfere Fahrer, Fernando Alonso, David Coulthard und Jacques Villeneuve entschieden sich, auf Trockenreifen zu starten. Der vermeintliche Joker stach nur bei Alonso. Nach acht Runden lag der Spanier kommod in Führung, weil die auf Intermediate-Reifen gestarteten Fahrer schon einen Boxenstopp hatten einlegen müssen. Die ebenfalls Michelin-bereiften Villeneuve und Coulthard lagen zu diesem Zeitpunkt jeweils schon mehr als 20 Sekunden zurück.

Alonso machte aus dem achten Startplatz am Ende Platz vier. „Dabei bin ich sowohl in der Einführungsrunde wie auch in der ersten Rennrunde ausgerutscht“, grinste der Spanier. Der elftplatzierte Coulthard hingegen jammerte: „Eine Enttäuschung. In den ersten Runde habe ich jede Menge Plätze verloren. Ich habe einige Runden gebraucht, um mich wohl zu fühlen im Auto. Dann war es aber zu spät, um anzugreifen.“

Ist Michael Schumacher wirklich in der Krise?

Im letzten Renndrittel war Schumacher das Schlusslicht in einem Viererpack, bestehend aus Fernando Alonso, Takuma Sato, Ralf Schumacher und ihm. Ernsthafte Attacken auf seine Vordermänner unternahm der Weltmeister nicht. Beweis dafür, dass die Renault, BAR, Williams und natürlich auch McLaren aufgeschlossen haben zu Platzhirsch Ferrari. In Bezug auf die Motoren liegen die Unterschiede ohnehin im irrelevaten Bereich. „Bei den Topmotoren beträgt der Unterschied in der Rundenzeit nicht mehr als eine Zehntelsekunde“, bestätigt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Michael Schumacher bewertete seinen siebten Platz von Interlagos staatsmännisch: „Es gibt keinen Grund, enttäuscht zu sein. Wir haben ja in diesem Jahr ja eine ganze eine Menge gewonnen.“ Bei den schwierigen regnerischen Bedingungen in Interlagos waren die Bridgestone-Reifen nicht erste Wahl. „Als es zu regnen begann, dachte ich zunächst: Das ist gut für mich“, erinnerte sich Schumacher. Doch schon bald wurde er eines besseren belehrt. „Es war einfach nicht nass genug. Wenn es mehr geregnet hätte, wäre es besser gegangen“, maulte Schumacher.

Der siebenfache Weltmeister freut sich jetzt auf den Urlaub. „Ich fühle mich zwar noch frisch, aber es ist wichtig, jetzt eine Pause einzulegen.“ Am 4. Dezember greift Schumacher allerdings schon wieder an. Beim Race of Champions im Pariser Stade de France tritt er gegen unter anderem gegen Rallye-Pilot Sébastien Loeb, Motorrad-Fahrer Valentino Rossi und DTM-Champion Mattias Ekström an.

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