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Formel 1: GP China 2010 - Rennanalyse

McLaren schnell und clever

Lewis Hamilton Foto: dpa 51 Bilder

Warum war McLaren so dominant? Warum konnte Schumacher nicht mit Rosberg mithalten. Und warum gab es so viel Betrieb an den Boxen? In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen und beantworten offene Fragen.

18.04.2010 Bianca Leppert

Warum war McLaren in China so dominant?

McLaren hatte beim Grand Prix von China einen entscheidenden Vorteil: die richtige Strategie. Zumindest was Jenson Button angeht. Der Brite entschied sich zu Beginn des Rennens bei einsetzendem Regen auf Slickreifen auf der Strecke zu bleiben statt wie viele andere voreilig auf Intermediates zu wechseln. Wer wie auch sein Teamkollege Hamilton auf Intermediates umsattelte, musste nur wenige Runden später erneut an die Box, da der Regen nachließ. So sparte sich Button gleich zwei Stopps. Auch Nico Rosberg war nur zwei Mal in der Box, allerdings bauten die Reifen des Deutschen schneller ab. Nicht umsonst hat Button den Beinamen "Reifenflüsterer". Und dass er mit diesen wechselnden Wetter-Bedingungen gut zurecht kommt, bewies Button schon in Australien.

Hamilton musste die Boxengasse vier Mal ansteuern, wurde aber trotzdem Zweiter. Der 25-Jährige war aber einfach enorm schnell unterwegs und drehte mit 1.42,061 Minuten sogar die schnellste Rennrunde. Vor allem am Ende der Geraden profitierte er vom F-Schacht-System und konnte seine Gegner so reihenweise überholen. Er gewinnt den inoffiziellen des Titel des größten Kämpfers im Rennen.

Warum war Nico Rosberg so viel besser als Michael Schumacher?

Das Rennen in China spiegelte den Trend der bisherigen Saison wieder. Nico Rosberg ist seinem Teamkollegen überlegen. Das zeigte sich schon über das ganze Wochenende hinweg. Rosberg bügelte seinen Stallgefährten in allen Trainingssitzungen und auch im Rennen. Es gab zwei Gründe für den großen Vorsprung auf Schumacher, der nur Zehnter wurde.

Einer ist die Reifenstrategie: Wie Button profitierte auch Rosberg davon nach dem Start auf Slicks weiterzufahren. Schumacher entschied sich dagegen für einen Wechsel auf Intermediates und musste anschließend wieder Slicks holen. So stoppte er zwei Mal mehr als Rosberg. Der andere Grund lag darin, dass Schumacher die Rundenzeiten seines jungen Kollegen schlichtweg nicht mitgehen konnte. Im Schnitt verlor Schumacher pro Runde 0,9 Sekunden auf Rosberg. Schumachers Erklärung war eine komplett falsche Reifenstrategie.

Wieso wurde Fernando Alonso nur Vierter, obwohl er zunächst führte?

Für Fernando Alonso sah zunächst alles nach einem vielversprechenden Rennen aus. Der Spanier legte einen Raketenstart hin und bog als Führender in die erste Kurve ein. Doch Alonso konnte sich nicht lange über diesen Triumph freuen. Kurz darauf wurde er von der Rennleitung zur Durchfahrtsstrafe in die Boxengasse zitiert.

Der Ferrari-Pilot ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, absolvierte brav seine Strafe und setzte sein Rennen fort. Vor allem durch die zweite Safetycar-Phase konnte er verlorenen Boden gutmachen und den Rückstand verkürzen. Dazu war ihm jedes Mittel recht. An der Einfahrt zur Boxengasse drängelte sich Alonso egoistisch an Teamkollege Massa vorbei und wurde so als Erster abgefertigt.

Was war mit Sebastian Vettel los?

Eigentlich galt Sebastian Vettel als klarer Favorit für den China GP. Schließlich holte er die Pole-Position, gilt als guter Fahrer im Regen und gewann schon im vergangenen Jahr die Wasserschlacht in Shanghai. Was war also los? Vettel konnte es nach dem Rennen selbst nicht so genau erklären. "Wir haben nicht wegen einer Sache verloren, sondern wegen vielen kleinen. Die meiste Zeit habe ich beim ersten Boxenstopp eingebüßt. Da musste ich zu lange hinter Mark warten.", erklärt der Red Bull Pilot. Wie viele andere machte auch Vettel den entscheidenden Fehler zu früh auf Intermediates zu wechseln. Zudem hatte Red Bull Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bringen.

Wieso gab es so viele Boxenstopps?

So mancher Formel 1-Zuschauer mag sich vor dem Fernseher verwundert die Augen gerieben haben. Sechs Boxenstopps? Wie kommt das denn? Sonst sind doch nur ein oder zwei Stopps üblich. Doch Jaime Alguersuari und Nico Hülkenberg brachten es auf sechs Stopps, Jarno Trulli und Fernando Alonso immerhin auf fünf. Auch vier Stopps waren beliebt.

Die Erklärung ist einfach: Wegen der ständig wechselnden Wetterbedingungen mussten die Fahrer dauernd die Reifen wechseln. Die sogenannte Crossover-Zeit lag bei 1.45 Minuten. Alles darüber verlangte Intermediates. Alles darunter Slicks. Die Intermediates waren nach 15 bis 20 Runden platt. Was Shanghais Ruf als Reifen-mordende Strecke bestätigt. Deshalb wechselten Vettel, Hamilton, Webber und Barrichello nach ihren Fehler zu Rennbeginn auf die harte Mischung. "Es hätte ja sein können, dass das Rennen auf trockener Piste zu Ende geht. Da hätten die weichen Sohlen nie gehalten", erklärte Vettel.

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