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Rennanalyse GP China 2012

Mercedes wird zum Reifenflüsterer

Nico Rosberg  - Formel 1 - GP China - 15. April 2012 Foto: xpb 50 Bilder

In unserer Rennanalyse beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu dem Thriller- Rennen in China. Zum Beispiel, wie Mercedes innerhalb drei Wochen plötzlich zum Reifenflüsterer wurde.

15.04.2012 Bianca Leppert

Hätte Jenson Button ohne den Patzer beim Boxenstopp gewinnen können?

Der einzige, der dem führenden Nico Rosberg hätte gefährlich werden können, war Jenson Button. Der McLaren-Pilot stoppte allerdings einmal mehr als Rosberg. Ausgerechnet dieser Stopp wurde ihm zum Verhängnis, weil ein Rad nicht richtig sitzen wollte. 26,618 Sekunden dauerte der Service an der Box und die Fahrt durch die Boxengasse. Rund sechs Sekunden länger als bei seinem vorherigen Stopp. Als Button aus der Box fuhr, steckte er im Verkehr.

Hat McLaren mit diesem Fauxpas also einen Sieg verzockt? "Ja, er hat sechs Sekunden in der Boxengasse verloren", sagt Teamchef Martin Whitmarsh. "Aber noch viel mehr Zeit auf der Strecke. Die Strategie war, ihn in einer Lücke rauszuschicken und mit neuen Reifen auf Nico Rosberg aufzuholen. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich aber nicht, dass das geklappt hätte. Nicos Reifen haben nicht so stark abgebaut, wie wir erwartet haben. Wir haben eine Chance auf den Sieg verspielt, aber keinen Sieg."

Wieso war Mercedes im Rennen plötzlich so schnell?

In den ersten zwei Rennen kämpfte Mercedes mit den Reifen. Zwischen Qualifying und Rennen klaffte ein Abgrund. Die guten Qualifying-Ergebnisse waren im Rennen nach ein paar Runden zunichte. In Australien war es zu warm für die Silberpfeile, in Malaysia zu kalt. Im Rennen warteten einige Experten darauf, dass die Reifen von Nico Rosberg beginnen, extrem abzubauen. Doch sie warteten vergeblich. Die Ingenieure haben das Problem offensichtlich besser im Griff.

"Wir haben am Setup gearbeitet", erklärt Nico Rosberg. "Wir haben darüber nachgedacht, was im Rennen passiert und warum wir Probleme haben. Dann haben wir versucht, das zu verbessern." Neben den Verbesserungen der Ingenieure spielten die Wetterbedingungen Mercedes in die Karten. In China waren die Temperaturen zum ersten Mal in dieser Saison konstant. Zudem betrug die Streckentemperatur gerade einmal 24 Grad Celsius - verhältnismäßig kalt. Genau das kommt dem Mercedes W03 entgegen.

Weshalb fiel Kimi Räikkönen am Ende soweit zurück?

Kimi Räikkönen mischte das ganze Rennen über in den Top Fünf mit. In der 41. Runde lag der Lotus-Pilot, der auf einer Zweistopp-Strategie unterwegs war, sogar auf dem zweiten Rang. Doch ab Runde 48 ging es abwärts. Erst verlor er vier Positionen, in der nächsten Runde weitere sechs Plätze. Macht in zwei Runden zehn Plätze. Endergebnis: Platz 14.

Die Erklärung für das Debakel: Räikkönens Reifen bauten so stark ab, dass er für die Konkurrenz leichte Beute war. Seine Pirellis hatten bereits 20 Runden auf dem Buckel. Der Lotus F1 E20 rutschte nur noch herum. Hinzu kam der starke Reifenabrieb neben der Ideallinie. Räikkönen machte einen Fehler aufgrund der stark abbauenden Pneus und fuhr über die Reifenreste. "Das hat sicher nicht geholfen", sagte Teamchef Eric Bouillier. Die Reifen erholten sie sich davon nicht mehr.

Warum hatte Kamui Kobayashi so einen schlechten Start?

Vor dem Rennen galt Kamui Kobayashi als Geheimtipp. Der Sauber-Pilot ging von Platz drei ins Rennen - so weit vorne wie noch nie. Viele fragten sich: Würde Sauber wieder den Sprung aufs Podest schaffen? Beim Start stand der Japaner deshalb unter besonderer Beobachtung. Doch der fiel ziemlich schlecht aus. Kobayashi wurde in der ersten Runde bis auf den siebten Platz durchgereicht und sogar noch von Teamkollege Sergio Perez aufgeschnupft.

Nach dem Rennen erklärte Sauber-Teammanager Beat Zehnder: "Genau auf Startplatz drei war eine Ölspur, vermutlich noch aus dem Porsche Cup Rennen." Schon in der Startaufstellung bemerkten die Schweizer das Problem. Doch viele Möglichkeiten gab es nicht. Eine Variante wäre Ölbinder gewesen. Sauber erkundigte sich außerdem bei Rennleiter Charlie Whiting, ob Kobayashi etwas außerhalb der Startbox stehen dürfe. Mehr als eine halbe Radbreite war aber aufgrund der Frühstart-Sensoren nicht möglich.

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