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Rennanalyse GP China 2013

Wer war der beste Reifenflüsterer?

Fernando Alonso - Formel 1 - GP China - 14. April 2013 Foto: xpb 40 Bilder

Die Reifen bestimmten das Geschehen beim Grand Prix von China. Aber welche Taktik ging auf? Und warum fuhr Kimi Räikkönen mit einer kaputten Nase herum? Die Antworten gibt es in unserer Rennanalyse.

13.04.2013 Bianca Leppert

Warum hat Kimi Räikkönen die Nase nicht gewechselt?

Nachdem Kimi Räikkönen und Sergio Perez in Runde 15 aneinandergerieten, hatte die Nase des Lotus E21 eigentlich eine Schönheits-OP nötig. Ein Teil stand nach oben. Nicht unbedingt ein aerodynamischer Vorteil. Die erste Möglichkeit zur Korrektur hätte sich in Runde 21 ergeben, die zweite beim letzten Boxenstopp in Runde 34. Doch beide Male entschieden sich die Lotus-Verantwortlichen dagegen. "Ich wollte sie eigentlich tauschen", sagt Räikkönen. "Aber das Auto hat sich noch ganz gut angefühlt, ich konnte immer noch überholen."

Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez erklärt die Entscheidung aus Sicht des Teams: "Beim ersten Mal haben wir gesehen, dass er in ein Pulk kommen würde, wenn wir wechseln. Das hätte ihn vielleicht mehr Zeit gekostet. Beim zweiten Mal haben wir ausgerechnet, dass es ihn zwar auf Alonso Zeit kosten würde, aber er die Lücke zu Hamilton halten kann. Deshalb haben wir uns dagegen entschieden."

Wieso fragte Jenson Button am Funk ob er attackieren darf?

Es ist kurios, wenn ein Rennfahrer um Erlaubnis bittet, die Konkurrenz anzugreifen. Aber genau das war in China der Fall. Jenson Button war sich nicht sicher, ob er die Reifen nicht zu sehr beansprucht. "Ich musste bummeln, wo ich eigentlich die anderen angegriffen hätte", berichtet der Brite.

"In der Mitte des zweiten Stints ist er so langsam gefahren, dass wir darüber nachgedacht haben, auf drei Stopps umzuschwenken", sagt Teamchef Martin Whitmarsh. "Wir haben ihm gesagt, er soll pushen. Aber sein Instinkt sagte ihm, wenn er pusht, sind die Reifen hinüber. Innerhalb von drei Runden, war er zwei Sekunden pro Runde schneller. Und die Reifenabnutzung ist nicht stärker geworden. Rückblickend hätten wir schneller fahren können. Das beweist, dass wir die Reifen noch nicht verstehen."

Wieso musste Nico Rosberg seinen Mercedes abstellen?

Der zweite Ausfall im dritten Rennen. Das Schicksal meint es nicht gut mit Nico Rosberg. In China schaffte er noch nicht mal eine halbe Renndistanz, nach 21 Runden war Schluss. "Das war heute ein hartes Rennen für mich. Mit meinem Setup hatte ich ein unerwartet starkes Untersteuern, wodurch das Auto schwierig zu fahren war. Nach meinem zweiten Boxenstopp wurde dieses Gefühl schlimmer und in den Kurven war eines meiner Vorderräder in der Luft."  Der anfängliche Verdacht bestätigte sich: Der hintere Stabilisator war defekt und machte ein Weiterfahren unmöglich.

Welche Taktik war die bessere?

Am Samstag rätselte das ganze Fahrerlager noch, welche Taktik im Rennen wohl aufgehen würde. Die ersten sieben kämpften um die Pole und gingen deshalb mit den weichen Reifen ins Rennen. Jenson Button, Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg verzichteten auf den Wettstreit um die Bestzeit zugunsten des Vorteils, das Rennen mit den härteren und langlebigeren Gummis aufnehmen zu können.

Die Antwort folgte am Sonntag: Fernando Alonso, Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton hatten mit drei Stopps alles richtig gemacht und teilten die Podiumsplätze unter sich auf. Die Weltmeister fuhren alle drei in der Reihenfolge soft-medium-medium-medium.
Sebastian Vettel brachte der härtere Reifen zu Beginn nicht so viel Nutzen ein wie erhofft. Das zeigte Platz vier. Er stoppte ebenfalls drei Mal, allerdings in der Reifenfolge medium-medium-medium-soft.

Die dritte Variante verfolgte Jenson Button. Er war neben Teamkollege Sergio Perez der einzige Pilot im Feld, der zwei Stopps riskierte. Der McLaren-Pilot fuhr zuerst den Medium-Reifen, dann wieder den Medium-Reifen und schließlich die weiche Variante. "Mehr als Platz fünf wäre aber auch mit drei Stopps nicht drin gewesen", analysierte Teamchef Martin Whitmarsh nach dem Rennen.

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