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Rennanalyse GP Deutschland in Hockenheim

Warum wurde Ferrari nicht disqualifiziert?

Fernando Alonso Foto: xpb 31 Bilder

Der GP Deutschland am Hockenheim hinterließ viele Fragen bei den Fans: Warum wurde Ferrari nicht disqualifiziert? Warum war die Stallregie so offensichtlich? Warum fuhr Sutil mit drei harten und einem weichen Reifen? In unserer Rennanalyse geben wir die Antworten!

26.07.2010 Tobias Grüner

Warum wurde Ferrari nicht disqualifiziert?

Ferrari bekam nach dem Rennen von Hockenheim von den Sportkommissaren eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Dollar aufgebrummt. Höhere Geldstrafen dürfen die Stewards laut Reglement an der Strecke gar nicht aussprechen. Deshalb verwiesen sie den Fall auch noch einmal an den FIA-Weltrat, der in seinem Urteil unbeschränkt ist. In einem vergleichbaren Fall wurde Ferrari 2002 nachträglich zur Zahlung von einer Million Dollar verdonnert.

Viele Fans und auch einige Experten forderten statt einer Geldstrafe aber direkt die Disqualifikation der beiden Ferrari-Piloten. Diesen drastischen Schritt haben die FIA-Stewards allerdings gescheut. Der Fall ist juristisch nicht ganz so eindeutig, wie es auf der Strecke aussah. Die FIA hätte Ferrari zweifelsfrei nachweisen müssen, dass Massa die Anweisung zum Platztausch erhielt. Ferrari beruft sich darauf, Massa nur die Information gegeben zu haben, dass Alonso schneller sei. Der Rest sei die alleinige Entscheidung des Fahrers gewesen.

Warum hat Ferrari die Stallregie so offensichtlich durchgezogen?

Ferrari musste sich nach dem Rennen auch der Kritik stellen, das Platztausch-Manöver viel zu offensichtlich durchgeführt zu haben - nicht wie so oft verdeckt über die Strategie oder bei einem Pseudo-Ausbremsmanöver. Jeder Fan auf den Tribünen musste sich dadurch verschaukelt fühlen. Für Ferrari war es allerdings nicht so einfach. Der Pflichtboxenstopp war bereits absolviert. Da die FIA mit einem Ohr immer im Teamfunk mithört, konnte die Teamleitung den Piloten außerdem keine genauen Anweisungen zur Veränderung der Reihenfolge geben.

Am Ende musste Massa alleine entscheiden, wann und wo er Alonso vorbeilässt. Der Brasilianer entschied sich für die offensichtliche Variante: Das Abbremsen auf der Gerade war ein Zeichen und ein Hilferuf zugleich. Alle sollten mitbekommen, dass er der Schnellere der beiden war. Dass er den Sieg freiwillig aufgibt. Schon direkt nach dem Boxenstopp holte Alonso auf den harten Reifen massiv auf und startete einige Angriffe. Schon zu diesem Zeitpunkt hätte Massa die Entscheidung treffen können, nicht gegen den Teamkollegen zu kämpfen. Doch er entschied sich erst später.

Warum kam Sebastian Vettel am Start nicht weg?

Dass Sebastian Vettel am Start gleich zwei Positionen verlor war nur zum Teil seine eigene Schuld. Vom technischen Ablauf her machte der Deutsche alles richtig. "Als ich den ersten Kupplungshebel losließ, gingen die Drehzahlen plötzlich in den Keller. Die Beschleunigung auf den ersten zehn Metern war sehr schlecht. Ich habe viel Schwung verloren und noch Glück gehabt, dass der Motor nicht ganz ausging", beschreibt Vettel seine Versuche, den Red Bull in Gang zu bringen.

Dann machte Vettel aber auch einen eigenen Fehler. Statt gegen Massa zu blocken versuchte er Alonso aufzuhalten. "Ich konzentriere mich immer auf denjenigen, der am nächsten an mir dran ist. Das war in dieser Situation Fernando", rechtfertigt Vettel seine Entscheidung. "Dann kam Felipe auf der Außenseite vorbei und wir gingen mit drei Autos nebeneinander in die erste Kurve." Am Ende musste sich Vettel wie schon in England geschlagen geben. Wieder einmal wurde nichts aus einem Red Bull-Sieg von der Pole Position.

Warum fuhr Adrian Sutil plötzlich mit drei harten und einem weichen Reifen?

So etwas sieht man in der Formel 1 auch nicht alle Tage. Als Adrian Sutil nach einer Kollision mit dem zweiten Force India von Tonio Liuzzi in der ersten Runde an die Box ging, bekam er drei harte Reifen aufgezogen und einen weichen hinten links. Zu allem Übel war der weiche Reifen auch noch einer aus dem Satz des Teamkollegen, weshalb Sutil kurze Zeit später noch einmal an die Box musste. Der betreffende Reifen kam später wieder bei Liuzzi zum Einsatz. Nach dem Rennen gab es von der FIA eine Verwarnung. Doch wie kam es überhaupt zu der kuriosen Szene.

"Das war ein Missverständnis am Funk", erklärte Teammanager Otmar Szafenauer später. "Es war schon vor dem Rennen geplant, dass Adrian in der ersten Runde zum Reifenwechsel kommt. Dann hat Tonio plötzlich über Funk erklärt, dass sein Frontflügel kaputt ist und er ebenfalls in die Box kommt. Ein Mechaniker hat das gehört und einen Reifen für Tonio geholt. Die anderen Mechaniker haben aber erkannt, dass zuerst Adrian reinkommt. Wir werden das aufarbeiten und die Konsequenzen ziehen."

Warum blieb Timo Glock in der Auslaufrunde stehen?

Zur Freude der deutschen Fans auf den Tribünen im Motodrom stellte Timo Glock seinen Virgin in der Auslaufrunde auf Höhe der Sachskurve ab. Nach dem Rennen erklärte der Deutsche, wie es dazu kam: "Mein Regenlicht ist rausgefallen und hat hinter dem Auto am Kabel gebaumelt. Der Kontakt hat immer mal wieder einen Kurzschluss verursacht. Dadurch ist die Batterie immer wieder nach unten gefahren."

Zum Glück für Glock hielt der Energiespeicher die 67 Rennrunden durch. Allerdings nicht viel weiter: "Erst in der Auslaufrunde ist die Batterie zusammengebrochen und ich bin stehengeblieben. Das war zum Glück in der Sachskurve. Da konnte ich einfach zurücklaufen", grinste der Odenwälder.

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