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Rennanalyse GP Deutschland

Taktiker im Tiefschlaf

Foto: dpa 47 Bilder

Mit freundlichem Lächeln und sanftem Bambi-Blick hat sich Lewis Hamilton nach dem Rennen wie immer bei seinen "guys" bedankt, die wie immer einen "super job" gemacht haben. Doch in Hockenheim war dies eigentlich zuviel der Ehre für das Boxenpersonal.

20.07.2008 Claus Mühlberger

Denn ehrlicherweise muss man sagen: Hamilton gewann am Sonntag (20.7.) nicht wegen, sondern trotz seiner Mannschaft. Teamchef Ron Dennis räumte den Fehler freimütig ein: "Tut mir leid, dass wir es Dir heute schwerer gemacht haben als nötig", meinte der 60-Jährige am Boxenfunk. Hamilton gab zurück: "Schon in Ordnung."

Als das Feld nach Glocks Unfall beinahe geschlossen zum nachtanken eilte, blieben drei Autos auf der Piste: Piquet, Heidfeld und eben Hamilton. Doch aus unterschiedlichen Gründen: Piquet war auf einer Einstopp-Strategie. Im Tank von Heidfelds BMW war noch genug Benzin um nach der Safety Car-Phase einige schnelle Runden drehen zu können, in der Hoffnung, dank geringerer Benzinlast schnellere Runden drehen zu können als die Konkurrenz.

Nach der Safety Car-Phase musste Hamilton Schwerstarbeit leisten. Seine Aufholjagd von Rang fünf auf Platz eins war erstklassige Unterhaltung für die Zuschauer. Notwenig war sie eigentlich nicht. Hätte man den Briten während der Safety Car-Phase an die Box geholt, wäre ihm das Siegen leichter gefallen.

"Es war heute ein Riesen-Spaß", resümierte Hamilton. Es bereitete ihm wenig Mühe, das Überholmanöver gegen Felipe Massa zu einem erfolgreichen Ende zu bringen: "Man hat mir gesagt, dass ich eine Sekunde schneller bin als er." Hamiltons Fazit nach seiner Hockenheim-Gala: "Wir haben zur Zeit das schnellste Auto."

Ferrari in der Krise

Ferrari machte bei den letzten beiden Rennen nicht gerade fette Beute: In Silverstone gab es nur fünf WM-Punkte, in Hockenheim eroberten Felipe Massa und Kimi Räikkönen insgesamt neun Zähler. Eine magere Bilanz. Offenbar war darüber sogar die Presseabteilung verwirrt. Das Statement des Teams nach Hockenheim trug jedenfalls versehentlich die Überschrift: British Grand Prix.

Der Erlebnisbericht von Felipe Massa nach dem Rennen hörte sich an wie eine Leidensgeschichte: "Lewis ist mir ganz leicht davongefahren zu Beginn", klagte der Brasilianer. "Und gegen Ende des Rennens hatte ich riesige Probleme mit den Bremsen. Jedes Mal kam eine riesige Wolke aus den Felgen und zudem hat die Wirkung etwas nachgelassen. In dieser Phase des Rennens war ich nicht schneller als Nelson im Renault und als die beiden BMW." Der Brasilianer machte sich aber Mut: "Ich bin mir sicher, das wir diese Probleme bald wieder im Griff haben. Und eigentlich hatten wir heute gar kein negatives sondern ein eher positives Rennen."

Kimi Räikkönen ging bei seiner Analyse realistischer vor: "Wir haben uns das ganze Wochenende über geplagt." Man habe etwas ausprobiert und dann Mühe gehabt, die Auswirkungen zu verstehen. "Normalerweise ist unser Speed im Rennen gut“, führte der Finne weiter aus. "Aber auch das war heute nicht der Fall. Nächste Woche haben wir einen Test in Jerez. Hoffentlich sind wir dann beim nächsten Rennen in Budapest besser sortiert."

Von einer Krise wollte der Weltmeister nichts wissen. "In der stecken wir sicherlich nicht. Aber wir müssen das Handling des Autos sorgfältig studieren und versuchen zu verstehen, ob wir bei der Entwicklung den richtigen Weg eingeschlagen haben." Teamchef Stefano Domenicali gab einen klaren Kurs aus: "Wir dürfen uns jetzt nicht in nebulöse und oberflächliche Analysen verstricken."

Heidfeld: Nur vier Runden fehlten zum Sieg

Beim 142. Grand Prix seiner Karriere wäre es beinahe soweit gewesen. So nah wie in Hockenheim war Nick Heidfeld dem Sieg wohl selten - nicht mal vor zwei Wochen in Silverstone, als er im Regen Platz zwei eroberte. "Hätte ich genug Benzin gehabt, um vor meinem zweiten Boxenstopp vier Runden länger zu fahren, hätte ich heute gewinnen können", sagte Heidfeld nach dem Rennen.

Nun weiß kaum jemand besser als der nüchterne Deutsche, dass Konjunktive im Rennsport nichts zählen. Insofern blieb dem Mönchengladbacher nur die Erkenntnis: "Von Startplatz zwölf aus ist der vierte Rang ein klasse Ergebnis. Das Auto war gut, aber bis zur Safety Car-Phase konnte ich das nicht zeigen, da ich ständig im Verkehr feststeckte." Danach fuhr Heidfeld die schnellste Rennrunde: "Das zeigt, was drin war", meinte er trocken.

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