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Rennanalyse GP Deutschland

Webber mit doppeltem Handikap zum Sieg

Red Bull Foto: Red Bull 60 Bilder

Mark Webber hat am Nürburgring endlich seinen ersten Grand Prix-Sieg gelandet. Dabei wurden dem Australier einige Steine in den Weg gelegt. Warum sich Webber dennoch nicht aufhalten ließ, erklären wir in unserer Rennanalyse.

12.07.2009 Tobias Grüner

Warum konnte Webber so überlegen gewinnen?
Mark Webber war der dominierende Mann an diesem Wochenende. Schon mit der Bestzeit im ersten Training am Freitag zeigte der Australier seine Ambitionen. "Ich wollte diesen Sieg unbedingt", erklärte er nach dem Rennen. "Mark ist heute wirklich brilliant gefahren", lobte auch Teamchef Christian Horner. "Er war einfach richtig heiß und heute war sein Tag." Dabei legte man Webber einige Steine in den Weg. Nach seiner Startkollision mit Rubens Barrichello musste der Australier zur Durchfahrtsstrafe.

Mit Wut im Bauch legte Webber eine schnelle Runde nach der anderen hin. Auch im Mittelstint ließ der Red Bull-Pilot nicht locker. "Wir haben ihm gesagt, er soll weiter Gas geben. Es hätte ja immer noch Regen geben können. Deshalb war jede Sekunde wichtig." Selbst Sebastian Vettel konnte die Zeiten des Teamkollegen nicht mitgehen. "Er war einfach schneller als alle anderen heute", gratulierte der Zweitplazierte. Der einzige, der Webber hätte schlagen können, blieb selbst ständig im Verkehr hängen.

Dabei war Webber noch mit einem weiteren Handikap unterwegs: "Marks Auto war heute gleich dreifach lädiert. Neben den Kollisionen mit Barrichello und Hamilton auf dem Weg in die erste Kurve hatte er sich schon auf dem Weg in die Startaufstellung den Unterboden beschädigt. Er hatte versehentlich einen Schlagschrauber überrollt."
 
Warum fuhren die Brawn GP mit einer Dreistopp-Strategie?
Während die meisten anderen Piloten zweimal die Box ansteuerten, setzte Ross Brawn seine beiden Fahrer auf eine Dreistopp-Strategie. Dabei ließ sich das Team vor dem Start die Möglichkeit offen, auf zwei Stopps umzuwechseln. "Der Reifenverschleiß war allerdings sehr hoch. Deshalb sind wir auf drei gegangen", erklärte Ross Brawn. Während sich die weichen Reifen relativ schnell auflösten, waren die harten Gummis zu hart. Es war fast schon ein skurriles Bild, als beide Piloten mitten im Rennen Schlangenlinien fahren mussten, um Temperatur zu generieren.

Mit der Taktik bezahlte Brawn am Ende den Preis für das gute Qualifying-Ergebnis. Rubens Barrichello und Jenson Button hatten die leichtesten Autos in den Top Ten und konnten nur deshalb in die ersten beiden Startreihen fahren. Spritbereinigt war sogar Lewis Hamilton auf dem Brawn-Niveau. So mussten die weißen Renner so früh an die Box, dass die Dreistopp-Strategie als die beste Lösung erschien.

Wie kam Nico Rosberg von Platz 15 nach vorne bis auf vier?
Nach dem verpatzten Qualifying übte sich Rosberg noch in Galgenhumor. "Ich bleibe bei meinem Ziel, aufs Podium zu kommen." Dass er am Ende nur einen Platz vom Treppchen entfernt landete, überraschte ihn dann aber doch. "Es hat einfach sehr gut gepasst. Obwohl der Start gar nicht so gut war. Dafür habe ich in der ersten Runde viele Plätze gutgemacht." Schon in der zweiten Runde fand sich der Williams-Pilot auf Rang neun wieder. Mit einem vollgetankten Auto sollte er eigentlich bis Runde 32 kommen. Probleme mit der Benzinversorgung zwangen ihn aber schon in Runde 29 zum Tankstopp.

Als ihm das Team im Ziel von den technischen Problemen erzählte, konnte es Rosberg kaum glauben: "Ich musste immer mehr Benzin mitnehmen als es nötig gewesen wäre. Durch das zusätzliche Gewicht verlor ich drei Zehntel pro Runde. Ohne das Problem wäre ich locker auf Platz drei gefahren." So reichte es, immerhin noch an den beiden Brawn vorbeizukommen. "Mit den weichen Reifen bin ich am Schluss ganz vorsichtig gefahren. Das hat geholfen, das Körnen zu vermeiden."

Wie hat sich das Kräfteverhältnis entwickelt?
Red Bull hat sich in Deutschland klar von Brawn GP abgesetzt. Die weißen Renner konnten die Pace von Vettel und Webber nie mitgehen. Dafür muss die ehemalige Honda-Truppe nun nach hinten blicken. McLaren ist eindeutig auf dem Vormarsch, auch wenn Lewis Hamilton im Rennen das ganze Potenzial des Autos noch nicht zeigen konnte. Platz fünf im Qualifying sollte für den Rest des Feldes Warnung genug sein. Die Silberpfeile sind wieder zurück. Auch Williams und Ferrari drängen mit Macht in die Spitze. Als Überraschungsteam spielt plötzlich auch Force India im Konzert der Punktekandidaten mit.

Auf dem absteigenden Ast befindet sich dagegen Toyota. Timo Glock schaffte es zwar im Rennen von der Boxengasse bis auf Rang neun nach vorne, aber der rot-weiße Bolide reagiert einfach zu sensibel auf Temperaturschwankungen. "Ich hoffe auf heißes Wetter", lautet Glocks Problemlösung. Auch BMW-Sauber bewegt sich nicht wirklich nach vorne. Die erneute Nullnummer zeigt, dass der Aerodynamik-Schritt vom Nürburgring noch nicht ausreicht.

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