Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP England

Red Bull unschlagbar in Silverstone

GP England 2009 Foto: dpa 63 Bilder

Warum blieben die Seriensieger von Brawn GP in Silverstone ohne Chance gegen Red Bull? Und warum mischte sich das Mittelfeld schon am Start bunt durcheinander? In unserer Rennanalyse klären wir noch einmal die wichtigsten Fragen, die nach dem Rennen noch offen geblieben sind.

21.06.2009 Tobias Grüner

Warum war Red Bull in Silverstone unschlagbar?

Die beiden Red Bull haben das Rennwochenende in Silverstone vom ersten Training an dominiert. Sebastian Vettel sicherte sich die Pole Position, die schnellste Rennrunde und den Tagessieg. "Das muss man anerkennen. Red Bull war heute wirklich unschlagbar", erklärte Kontrahent Ross Brawn anschließend. Doch warum war das Team von Brawn GP nach vier Siegen in Folge so chancenlos?

Der Hauptgrund für die herbe Schlappe des WM-Spitzenreiters liegt vor allem im Wetter. Bei kühlen Temperaturen bringt der reifenschonende Brawn-Renner die Bridgestone-Slicks einfach nicht auf Arbeitstemperatur. Die Red Bull gehen dagegen deutlich aggressiver zu Werke. Was bei hohen Asphalttemperaturen zum Problem werden kann, hat der Vettel-Mannschaft in Silverstone geholfen. Für Red Bull sprach auch das Layout der Traditionsstrecke mit ihren vielen schnellen Kurven. Die schmecken der Newey-Konstruktion besonders gut.

Warum kam Ferrari so gut aus den Startlöchern?

Die Ferrari legten vom Start weg los wie die Feuerwehr. Kimi Räikkönen verbesserte sich in der ersten Runde von Platz neun auf vier, Teamkollege Felipe Massa fuhr von Platz elf auf Position neun nach vorne. Beide Piloten kamen auf weichen Reifen sehr gut von der Linie weg und zogen dann den Joker: "Das KERS hat mir wirklich sehr geholfen, viele Autos zu überholen", erklärte Kimi Räikkönen. Dabei wählten beide Autos die Taktik, in der ersten Kurve, außen über das Gras auszuweichen. "Ich wurde rausgedrückt", beschwerte sich Massa, "das hat mich aber nicht so viel gekostet."

... und die Renault gar nicht?

Den beiden Renault fuhr die Konkurrenz am Start nur so um die Ohren. Fernando Alonso sowie Nelson Piquet verloren jeweils zwei Plätze auf den ersten Metern. Die verlorenen Positionen sollten am Ende wertvolle Punkte kosten. Das Problem der orangenen Autos lag in der falschen Reifenwahl. Beide Piloten fuhren mit der harten Mischung los. "Wir hatten beim Wegfahren viel weniger Grip als die Anderen", maulte Piquet. Fernando Alonso fiel hinter den angeschlagenen BMW von Nick Heidfeld zurück und konnte die Hoffnung auf Punkte schnell begraben.

Wer war Schuld am Crash Bourdais gegen Kovalainen?

Es war die einzige spektakuläre Szene in einem ansonsten ereignisarmen Rennen. Sebastien Bourdais fuhr Heikki Kovalainen mit dem Frontflügel den Hinterreifen platt, worauf beide Autos später ausfielen. "Ich habe nur einen Schlag hinten gespürt und dann war auch schon Game Over", klagte Kovalainen. "Er hat die Linie zweimal gewechselt und dann früh gebremst", schob der Franzose einen Teil der Schuld auf seinen finnischen Kontrahenten." Allerdings ging der Toro Rosso-Pilot bei dem Manöver deutlich zu forsch zu Werke. Im Zweifelsfall gilt wie im Straßenverkehr: Wer auffährt, hat Schuld.

Warum fiel Kazuki Nakajima noch aus den Punkten?

Kazuki Nakajima war nach seinem fünften Platz im Qualifying voller Hoffnung auf ein gutes Resultat. Doch schon beim Blick auf die Spritmengen, ließ für den Japaner nichts Gutes erahnen. "Ich bin nach meinem ersten Boxenstopp in den Verkehr zurückgefallen. Ich hatte jedes Mal Pech, als ich aus der Box kam." Kleine Dinge hatten am Schluss große Auswirkungen. Mehr als Platz elf war am Ende nicht drin. "Ich bin sehr enttäuscht. Vom Speed war deutlich mehr drin. Aber wenn ich das ganze Wochenende sehe, war das sicher ein Erfolg", tröstete sich der Williams-Fahrer.

Welcher Reifen war der Schnellere?

Im Rennen konnten Beobachter viele verschiedene Reifenstrategien erkennen. Einige Teams ließen zweimal die weichen Gummis aufziehen andere zweimal die harten. Normalerweise liegen die beiden Mischungen derart weit auseinander, dass ein Reifentyp einen klaren Vorteil bringt. In Silverstone war dies nicht der Fall. "Bei uns liegen beide Varianten so nah beieinander, dass es kaum einen Unterschied macht", erklärte Ross Brawn.

Trotzdem klagte Rubens Barrichello über die Strategie: "Mir scheint, als wäre heute die weiche Mischung die schnellere gewesen. Mit dem langen Stint auf dem harten Reifen war es etwas schwierig." Nico Rosberg, der mit seinem Williams die gleiche Taktik wählte, war dagegen zufrieden. "Bei uns war der harte Reifen heute besser."

Interessanter Beitrag? Sie wollen mehr davon?
Verpassen Sie keinen Artikel mehr von www.auto-motor-und-sport.de!
Abonnieren Sie unseren täglichen und kostenlosen Newsletter hier.

Umfrage
Ist Jenson Button der WM-Titel noch zu nehmen?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden