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Rennanalyse GP England

Schumi chancenlos

Foto: dpa 47 Bilder

Fernando Alonso war in Silverstone unbesiegbar. Als es darauf ankam, hängte er mühelos die Konkurrenten ab, auch eine modifizierte Boxenstrategie half Ferrari nicht. Die deutschen Motorenhersteller und ihre Teams können immerhin einen Aufschwung vermelden.

12.06.2006 Markus Stier

Man kann es drehen und wenden, wie es beliebt, es gab an diesem 11. Juni keinen Weg, um Renault am Sieg zu hindern. Nachdem Fernando Alonso den Start gewonnen hatte, war der Weg frei für den Spanier. Mit vollem Tank konnten Räikkönen und Schumacher Tuchfühlung halten, doch je leichter der Renault wurde, desto unaufhaltsamer zog Alonso davon.

"Am schwierigsten war die Anfangsphase. Wir haben das Auto so abgestimmt, dass es zur Mitte des Rennens besser wird" sagte Alonso, der ein anfängliches Untersteuern in Kauf nahm.

Michael Schumacher: "Es gab kein Problem"

Ferrari versuchte es mit einer anderen Strategie und holte Michael Schumacher bereits in der 18. statt in der 20. Runde an die Box, um ihn anschließend mit frischen Reifen den Weltmeister angreifen zu können. Es half nichts. Alonso konnte 22 Runden fahren und wurde immer schneller.

In seiner schnellsten Runde war der Spanier vier Zehntel schneller als sein Kontrahent. An den Reifen lag es nicht. Beide Reifenausrüster setzten bei ihren Topteams auf die weichere Mischung, bei beiden hielt sie trotz der Hitze durch. Michael Schumacher hatte keine Erklärung: "Es gab kein Problem, von dem ich sagen könnte, es hätte mich gebremst."

McLaren-Mercedes: Rückstand halbiert

Ein Lichtblick war Silverstone für die deutschen Hersteller. Bei McLaren-Mercedes wurden am MP4-21 Front- und Heckflügel, die Motorabdeckung und die Vorderachse umgebaut. Die teilweise schon in Monaco eingesetzten Teile halfen den Silbernen, den Rückstand auf Renault zu halbieren.

Fortschritte auch bei BMW. Beide Fahrer schafften trotz voller Tanks den Einzug ins Topqualifying. Bei BMW kamen neue Leitbleche vorn und ein modifizierter Heckflügel zum Einsatz. Dank eines Raketenstarts schob sich Nick Heidfeld von Platz neun auf sechs, mehr wäre aber trotz verpatztem Boxenstopp nicht drin gewesen. Mehrmals versuchte Heidfeld, den ersten Gang einzulegen, doch der wollte nicht. Erst als die Mechaniker das Auto anschoben, rastete die erste Fahrstufe plötzlich ein. Das Malheur kostete etwa sieben Sekunden und einen WM-Punkt.

Heidfeld hatte bei dem 60 Rundenrennen für 25 Umläufe Benzin an Bord, doch eine Einstoppstrategie kam für die Mannschaft von Mario Theissen nie in Frage. Im starken Verkehr funktioniert die Taktik, doch bei freier Fahrt wären die Reifen bei zu hohem Gewicht zu sehr beansprucht worden, und Heidfeld hatte schon nach wenigen Runden freie Fahrt und Juan Pablo Montoya im Nacken.

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