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Rennanalyse GP Europa

Kein Abstaubersieg für Barrichello

GP Europa 2009 Foto: dpa 60 Bilder

Wurde Rubens Barrichello der Sieg in Valencia geschenkt, oder hätte der Brasilianer das Rennen auch ohne das Missgeschick von Lewis Hamilton gewonnen? Diese und weitere Fragen klären wir in unserer Rennanalyse.

23.08.2009 Tobias Grüner

Hätte Barrichello auch ohne den McLaren-Fehler gewonnen?

Rubens Barrichello war der strahlende Sieger in Valencia. Allerdings machte es McLaren seinem einzigen Konkurrenten an diesem Tag auch sehr einfach. Hamilton verlor bei seinem zweiten Tankstopp rund fünf Sekunden auf den Brawn-Piloten und musste die Spitze kampflos übergeben. Als geschenkten Sieg sollte man die Leistung von Barrichello allerdings nicht abwerten.

Das 279. Rennen war eines der besten in der langen Karriere des Rubens Barrichello. "Er setzte uns permanent unter Druck und hätte wohl auch ohne das Pech von Lewis gewonnen", lobte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh die Leistung des Routiniers. "Wir waren heute einfach nicht schnell genug, um zu gewinnen." Auch Lewis Hamilton konnte mit Rang zwei hinter Rubinho leben: "Er fuhr heute ein fantastisches Rennen und hat diesen Sieg wirklich verdient."

Warum lagen für Hamilton beim zweiten Stopp keine Reifen bereit?

Mit dem heranstürmenden Barrichello im Nacken versuchte Hamilton seinen zweiten Stopp so weit wie möglich herauszuzögern. Doch trotz spritsparender Fahrweise kamen die Berechnungen der Strategen an der Boxenmauer zu dem Ergebnis, dass der Champion in Runde 36 zum Nachtanken kommen muss. Erst kurz vor der Einfahrt hatte Hamilton so viel Reserven, dass er auch noch eine weitere Runde zurücklegen konnte.

"Das Team sagte mir zunächst, ich sollte hereinkommen, doch dann hieß es, ich sollte noch eine Runde fahren", schildert der Pilot das Durcheinander im Boxenfunk. "Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in der Boxeneinfahrt - es war zu spät." Leider auch für die Mechaniker, die noch nicht ganz vorbereitet waren. Die Mechaniker hatten sich kurzfristig auf Heikki Kovalainen vorbereitet, als plötzlich der Silberpfeil von Hamilton vor der Tür stand.

Warum musste Sebastian Vettel zweimal tanken?

Sebastian Vettel verpasste in Valencia die große Chance, Punkte auf Jenson Button aufzuholen. Auch ohne den Motorschaden, der Vettel in Runde 23 zur Aufgabe zwang, wäre der Deutsche wohl leer ausgegangen. Nachdem er schon in Runde 16 an die Box fuhr, beglückte er seine Mannschaft einen Umlauf später gleich mit noch einem Besuch. Der Grund: Die Zapfstelle weigerte sich Sprit abzugeben, weil der Gasdruck im Tank des Rennautos zu hoch war. Wegen des Problems bei Vettel war die Crew bei Webbers zweitem Stopp besonders vorsichtig, wodurch der Australier wertvolle Zeit verlor.

Warum konnte Glock die schnellste Runde fahren ?

Timo Glock rollte auf Platz 14 über die Ziellinie. Eigentlich erwartet man von einem Mann im Hinterfeld nicht gerade die schnellste Runde. Doch der Toyota ist ein ganz besonderes Gefährt. Im Qualifying lässt sich der TF109 kaum um die Ecken bewegen. Aber wenn Sprit im Tank ist und der Grip auf der Strecke steigt, erwacht der rot-weiße Bolide zum Leben. Schon in Budapest fuhr Glock am Ende Zeiten auf dem Niveau der Spitze. "Ich wollte einfach ausprobieren, wo unser Limit liegt. Da war aber kein Risiko dabei", erklärt Glock. Dabei sei es ihm nicht darum gegangen, die schnellste Rennrunde zu fahren. "Das ist auch kein Trost. Leider haben wir das Verhalten immer noch nicht verstanden."

Wie verlor Heikki Kovalainen seinen sichergeglaubten Podiumsplatz?

Laut Marschtabelle hätte Kovalainen vor seinem zweiten Stopp 5,5 Sekunden Vorsprung vor Kimi Räikkönen herausholen müssen, um seinen Landsmann hinter sich zu halten, der zwei Runden nach ihm an die Tankstelle ging. Diese Vorgabe verpasste der McLaren-Pilot allerdings. Der Vorsprung betrug nur vier Sekunden. Außerdem dauerte Kovalainens Stopp 1,7 Sekunden länger, als Räikkönens. "Auf einmal hatten wir die Chance und haben sie dann auch genutzt", freute sich der Ferrari-Pilot über den unerwarteten Podiumsplatz.

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