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Rennanalyse GP Europa

Schumi-Sieg dank Bridgestone

Foto: Wolfgang Wilhelm 71 Bilder

Michael Schumacher gewann am Nürburgring, weil er einen frischen Reifensatz mehr zur Verfügung hatte als Fernando Alonso. Von der momentanen Bridgestone-Stärke profitiert auch Nico Rosberg. Nick Heidfeld hatte dagegen wenig Spaß.

08.05.2006 Markus Stier

Renault verlor den Großen Preis von Europa schon in der Qualifikation. Der Bestzeit von 1:30,5 Minuten traute das Team nicht und schickte Fernando Alonso mit einem weiteren frischen Reifensatz noch einmal auf die Bahn - zu Recht, denn Michael Schumacher fuhr kurz danach eine Runde in 1:30,0 Minuten. Um sich einerseits aus allen Startkollisionen herauszuhalten und um das Tempo im Rennen von der Spitze kontrollieren zu können, wollte Flavio Briatore unbedingt die Pole Position, die sich Alonso dann auch mit einer 1:29er Runde sicherte.

Im Rennen verlief zunächst alles planmäßig. Nach dem ersten Boxenstopp fuhren Alonso und Schumacher mit einem frischen Reifensatz weiter. Alonso behielt die Führung, weil Schumacher einen kleinen Fehler machte. "Ich habe es in Kurve sechs scheinbar etwas übertrieben", sagte der spätere Sieger. Doch Alonsos Schicksal war dennoch besiegelt. Beim zweiten Stopp musste der Spanier mit gebrauchten Reifen das Rennen fortsetzen, Schumacher hatte noch einen unversehrten Satz Reifen übrig.

Der Ferrari hätte möglicherweise schon bei Alonsos erstem Stopp zwei Runden länger fahren können. Schumacher hatte durch die Safetycar-Phase Sprit für fast eine komlette weitere Runde gebunkert. "Unsere Simulation besagte, dass es für 18,97 Runden reichen würde. Das war uns dann doch zu riskant", sagt Technik-Chef Ross Brawn. Das winzige Benzin-Defizit füllte das Team beim ersten Stopp ebenso auf wie den Sprit für eine zusätzliche dritte Runde. Schumacher tankte eine halbe Sekunde länger als Alonso.

Schumacher hätte aber gar nicht drei zusätzliche Runden gebraucht, um Alonso hinter sich zu bringen. Schon als der Weltmeister nach dem zweiten Stopp seine erste Runde mit vollem Tank hinter sich gebracht hatte, war sein Vorsprung von rund einer Sekunde aufgebraucht.

Warum war Heidfeld so schwach?

Eigentlich hatten die Weißblauen nur in Melbourne einen wirklich guten Auftritt. Ansonsten zeigt sich Jacques Villeneuve mit dem Auto zufrieden, Nick Heidfeld dagegen gar nicht. Gegenüber dem letztjährigen Sauber bietet der BMW deutlich mehr Grip auf der Hinterachse, dadurch kann Villeneuve seine extremen, sehr weichen Dämpferabstimmungen fahren. Mit diesem Setup kommt Heidfeld nicht klar.

Der Mönchengladbacher klagt über ein wechselhaftes Fahrverhalten. Im Laufe des Rennens verschiebe sich die Balance, und der BMW werde immer unfahrbarer, sagt der Deutsche, während der Kanadier das genaue Gegenteil berichtet. Villeneuve holte als Achter immerhin einen Punkt. Heidfeld selbstkritisch: "Auch ohne meinen Fahrfehler wäre ich in der Qualifikation nicht unter die Top Ten gefahren. Jacques war einfach besser."

Obwohl Heideld beim Start vier Plätze gutmachte, konnte er das Tempo vorn nicht mitgehen. "Ich habe das Problem seit Imola und bisher keine Lösung", sagt Heidfeld, der nach zwei klaren Niederlagen gegen Villeneuve langsam unter Druck gerät.

Hat Williams bei Nico Rosberg während des Rennens die Tankstrategie geändert?

Nein, denn das Team erwartete, dass die Reifen eine halbe Renndistanz mit vollem Tempo nicht durchstehen. Zwar fuhr Nico Rosberg mehr als die erste Rennhälfte mit den gleichen Reifen, doch im Verkehr des Hinterfeldes werden die Gummis nicht so stark beansprucht, wie bei freier Fahrt in der zweiten Rennhälfte. "Da sind die Reifen nach wenigen Runden hin", sagt Technik-Chef Sam Michael.

Allerdings verkürzte die Mannschaft Rosbergs ersten Boxenhalt, um ihn in jedem Fall vor Jarno Trulli zu halten. "Bei einer Einstoppstrategie hätten wir 3,8 Sekunden länger tanken müssen. Dann wären wir hinter Trulli gelandet, und nie vorbeigekommen." Trulli wurde Neunter, Rosberg wäre also punktelos geblieben.

Die Freude über Rang sieben wurde durch Mark Webbers Hydraulik-Defekt gebremst. Der Australier fuhr dank sensationellem Start in der ersten Runde von Platz 19 auf Platz zwölf nach vorne. Trotz reichlich Benzin an Bord, konnte der Australier seinen Vorderleuten mühelos folgen. "Schade, ich hätte Fünfter werden können. Kimi auf Platz vier war zu schnell für uns", sagte Webber.

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