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Rennanalyse GP Frankreich

Keine Chance für Schumi

Foto: dpa

Enttäuschung bei Ferrari. Die Roten waren auch in Magny Cours nicht siegfähig. Große Töne spuckt McLaren-Mercedes, wo man den verlorenen Sieg dem Regelwerk in die Schuhe schob.

04.07.2005

"Das sind diese perversen Regeln", schimpfte Teamchef Ron Dennis nach dem Frankreich-GP, um die erneute Niederlage seines Teams gegen Renault zu erklären. Grund seines Zorns ist die Bestimmung, dass ein Auto bei einem Motorschaden im Training um zehn Startplätze nach hinten versetzt wird, was seinen Liebling Kimi Räikkönen das Rennen kostete.

Tatsächlich hätte Räikkönen gute Siegchancen gehabt, wäre er aus der ersten Startreihe gestartet. Dass ihm trotz randvollem Tank in der Qualifikation die drittschnellste Runde gelang, spricht Bände über die Konkurrenzfähigkeit des McLaren-Mercedes. Räikkönen verlor im Mittelfeld zunächst eine halbe Minute, wegen der schweren Benzinladung konnte er anfangs nicht einmal den Sauber von Felipe Massa niederringen.

Erst in der 28. von 70 Runden kam Räikkönen zum ersten Tankstopp, da kehrte Massa schon zum zweiten Boxenhalt ein. Die Tankstrategie bei McLaren war aus der Not geboren, nur wegen des schlechten Startplatzes (13) schickte man den Finnen mit viel Sprit ins Rennen.

Räikkönen fuhr in 1:17,4 Minuten auch die schnellste Runde des Rennens. Die Aussage von Mercedes-Sportchef Norbert Haug, man hätte das Rennen ohne das Trainingsmissgeschick locker gewonnen, ist dennoch etwas gewagt. Während Räikkönen seine schnellste Runde im 25. Umlauf drehte, war für Gewinner Fernando Alonso bereits die fünfte Runde seine beste, danach ließ er es wegen fehlender Gegner bereits ruhiger angehen.

Alonso fehlten bei seiner Bestzeit nur zwei Zehntel auf Räikkönen, der Renault war dem McLaren ebenbürtig. In jedem Fall hätte ein von vorn startender Räikkönen ein spannendes Duell um den Sieg versprochen, so war das Rennen in Magny Cours eines der langweiligsten des Jahres.

Ferrari immer noch zu langsam

Michael Schumacher orakelte nach dem Rennen, mit einer perfekten Strategie wäre vielleicht Rang zwei möglich gewesen, doch Technik-Chef Ross Brawn widersprach: "Michael hätte die ersten beiden nicht gefährden können." Dabei hatte man gerade nach ermutigenden Tests mit neuen Flügeln und neuen Reifen mehr erwartet.

Einerseits verlor Schumacher hinter dem vor ihm gestarteten Toyota von Jarno Trulli einiges an Zeit. Bei freier Fahrt hätte der Weltmeister bis zum ersten Boxenstopp etwa zwölf Sekunden schneller fahren können, doch die hätten ihn nicht weiter nach vorn gebracht. Schumachers schnellste Runde war mit 1:17,7 Minuten 1,3 Sekunden langsamer als der beste Versuch von Kimi Räikkönen. Schumacher fehlte im Ziel über eine Minute auf das enteilte Duo an der Spitze.

Die weiteren Verlierer

Die weiteren Verlierer hießen Trulli, Fisichella, Montoya, Barrichello, Villeneuve, Heidfeld und Webber. Der Reihe nach: Der Toyota lässt nach gutem Rennbeginn regelmäßig stark nach. Das Team rätselt, woran es liegt. Giancarlo Fisichella litt an einer defekten Tankanlage und würgte beim zweiten Stopp seinen Motor ab. Wegen des Zeitverlustes steckte der zweite Renault trotz tollem Auto ständig im Verkehr fest. "Mit keiner Taktik hätten wir ihn weiter nach vorn bringen können", sagt Chefingenieur Pat Symonds.

Eigentlich verlor Fisichella das Rennen schon durch einen Fahrfehler im Qualifying, das Gleiche gilt für Juan Pablo Montoya, dessen linker Vorderreifen schon vor dem Rennen leicht eckig gebremst war. Auch ohne Hydraulik-Panne blieb der Kolumbianer blass. Rubens Barrichello kam ebenfalls nicht richtig in Tritt. Nachlassende Bremsen kosteten den Brasilianer das Rennen.

Eigentlich war man bei Sauber froh über den achten Platz und einen WM-Punkt durch Jacques Villeneuve, aber uneigentlich wären drei Zähler drin gewesen. "Die dritte Kurve ging immer voll", verteidigt sich der Kanadier, nur einmal irrte er eben. Wegen eines schwereren Autos dank frischer Spritladung rodelte der Sauber einmal in Kurve drei durchs Kiesbett.

Bleiben die beiden Williams-BMW. Mark Webber und Nick Heidfeld wussten schon nach dem schwachen Training, dass der überarbeitete Williams FW26 im Rennen keinen Stich machen würde. Warum dann bei beiden Autos das Differenzial zu spinnen gegann, ist den Ingenieuren ein Rätsel. "Ich musste ständig die Traktionskontrolle justieren, um überhaupt auf der Strecke zu bleiben", klagte Webber.

Besserung ist wegen der Kürze der Zeit kaum in Sicht. Schon am kommenden Wochenende geht es in Silverstone (10.7.) weiter. Dort rechnet auch WM-Leader Renault fest mit einem Erfolg der Silbernen. "Silverstone ist eine McLaren-Strecke, mehr als ein Platz auf dem Treppchen ist da für uns nicht zu holen", sagt Fernando Alonso.

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