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Rennanalyse GP Italien 2013

Red Bull mit Slicks im Regen-Modus

Paul di Resta - Formel 1 - GP Italien 2013 Foto: xpb 67 Bilder

In unserer Rennanalyse klären wir die letzten offenen Fragen zum GP Italien. Warum war Red Bull so überlegen? Welche Strategie war die Richtige? Und warum wurde Alonso von einem blinkenden Licht geblendet?

08.09.2013 Tobias Grüner

Warum war Red Bull schon wieder so überlegen?

Eigentlich hatte Red Bull in Spa und Monza mit Problemen gerechnet. Doch dann wurden es die zwei einfachsten Siege des Jahres. Design-Guru Adrian Newey war offenbar besonders überrascht, wie Sieger Vettel anschließend berichtete: "Auf dem Weg zum Podium hat er mir erzählt, dass er hier mit Schadensbegrenzung gerechnet hat. Ich habe geantwortet: Wenn das Schadensbegrenzung war, dann hätte ich bitte noch mehr Schäden diese Saison."

Die Konkurrenz fand kein Mittel gegen Red Bull. Das spezielle Aero-Paket hat wieder einmal auf den Punkt gepasst. Sowohl mit kurz abgestuftem Getriebe am Freitag als auch mit längeren Gängen am Samstag und Sonntag waren die blauen Autos die schnellsten im Königlichen Park. Dazu leisteten sich die Gegner unnötige Fehler, wie zum Beispiel Mercedes im Qualifying und Kimi Räikkönen am Start. So ist der vierte Titel von Vettel nur noch Formsache.

War die Hamilton-Strategie richtig?

Am Start gingen drei Piloten mit harten Reifen ins Rennen. Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen und Esteban Gutierrez. Das Trio versuchte mit der Alternativ-Strategie von den hinteren Plätzen in die Punkten zu kommen. Doch bei Hamilton und Räikkönen mussten die Ingenieure die Taktik schnell über den Haufen werfen. Kimi brauchte nach seinem Startcrash einen neuen Frontflügel. Hamilton kam mit einem schleichenden Plattfuß vorzeitig an die Box. Die ungeplanten Extra-Stopps warfen beide zurück.

Nur an Gutierrez konnte man also ablesen, ob die Reifenwahl erfolgsversprechend war. Der Mexikaner schob sich immerhin von Startplatz 17 auf 12 nach vorne. Die Sauber-Ingenieure sind überzeugt, dass es die richtige Wahl war. Es hätte noch weiter nach vorne gehen könenn. Doch der Mexikaner verlor zwischenzeitlich drei Plätze und viel Zeit, weil sich Giedo van der Garde beim Überrunden etwas dusselig anstellte. Der Speed auf den Medium-Gummis und die Überholfähigkeiten von Hamilton in der Schlussphase haben angedeutet, was mit der Strategie alles drin gewesen wäre.

Warum blinkte bei den Red Bull-Piloten das Regen-Licht?

Sowohl bei Sebastian Vettel als auch bei Mark Webber blinkte das ganze Rennen über die Regen-Leuchte am Heck. Normalweise wird sie nur aktiviert, wenn die Strecke feucht ist. Doch der Asphalt präsentierte sich während des Rennens stets in trockenem Zustand. Warum also das Licht? Die Antwort gab Adrian Newey nach dem Rennen. Die Red Bull-Piloten hatten einen Schaltmodus verwendet, der das Getriebe schont. Der weichere Gangwechsel wird normalerweise nur bei Regen verwendet, weshalb automatisch das Licht am Heck anging.

Fernando Alonso beklagte sich per Funk über die blinkende LED-Leuchte, die ihn in seiner Konzentration störte. Nach dem Rennen machte sich Vettel darüber lustig. "Du hast dich über das Licht beschwert?", fragte der Weltmeister. "Ja, das hat mich ein bisschen gestört", antwortete der Spanier. "Das Licht strahlt sehr hell, wenn es nicht regnet. Sebastian kennt das Gefühl nicht, wenn ein Auto vor ihm fährt. Ich hatte gedacht, dass er das Licht einfach per Knopfdruck ausschalten kann. Hat er aber nicht. Also hat es mir das ganze Rennen ins Gesicht geblinkt." Vettel konterte grinsend: "Ich habe ja extra versucht, vorne wegzufahren, damit es dich nicht so stört."

Warum wartete Ferrari mit seinen Boxenstopps?

Die Ferrari-Strategen erwischten einen schlechten Tag. Dabei hatte man bei nur leicht abbauenden Reifen und einer klaren Einstopp-Strategie eigentlich nicht viel falsch machen können. Doch beim Reifenwechsel ließ man beide Piloten unnötig lange auf der Strecke. Fernando Alonso verlor durch das Zögern 5 Sekunden auf Vettel. Massa verlor sogar seinen Podiumsplatz an Webber.
 
"Ich weiß auch nicht, warum man den Stopp nicht vorgezogen hat", beklagte sich der Brasilianer. "Da hätten die Strategen besser reagieren müssen." Im Falle von Alonso hatte Teamchef Stefano Domenicali wenigstens eine Begründung parat: "Wir wollten ihn nicht so lange auf den harten Reifen fahren lassen. Außerdem hätte er im Finale die etwas frischeren Reifen, falls der Verschleiß doch noch kritisch werden sollte. Wir mussten einfach eine andere Strategie erfinden, um etwas gegen Sebastian zu probieren."

Wie sehr wurde Mark Webber vom Frontflügel-Schaden gebremst?

Mark Webber fuhr sich im Duell mit Fernando Alonso die Endplatte des Frontflügels ab. 50 der 53 Runden musste er mit einem beschädigten Auto fahren. "Geholfen hat das sicher nicht. Das wirkt sich immer negativ auf die Balance aus", erklärte Teamchef Horner anschließend. "Wir haben bei unserem Doppelwechsel Sebastian und Mark in 2,4 bzw. 2,6 Sekunden abgefertigt und noch den Anstellwinkel des Flaps angepasst. Dadurch sind wir an Massa vorbeigekommen."
 
Webber wollte den zerfetzten Flügel aber nicht als Ausrede geltend machen. "Das war schon okay. Ich hatte in den ersten 15 Runden sicher nicht die beste Balance. Aber insgesamt hat es keinen großen Unterschied gemacht." Besorgter gab sich Webber über seinen Crash-Gegner. "Auf dem Weg zur Parabolica dachte ich, dass sich Fernandos linker Hinterreifen auflöst, aber das war zum Glück nur eine optische Illusion."

Die Highlights des Rennens haben wir noch einmal in unserer Galerie.

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