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Rennanalyse GP Italien 2016

Nasr-Comeback nach 15 Minuten Pause

Felipe Nasr - GP Italien 2016 Foto: sutton-images.com 67 Bilder

Warum ging Felipe Nasr nach seinem Ausfall nochmal auf die Strecke? Was lief beim Start von Lewis Hamilton schief? Und hätte Ferrari mit einer anderen Strategie mehr Gegenwehr liefern können? In der Rennanalyse beantworten wir die letzten offenen Fragen aus Monza.

04.09.2016 Tobias Grüner

Warum schickte Sauber Felipe Nasr nach seinem Ausfall nochmal auf die Strecke?

Felipe Nasrs Rennen war nach 2 Runden gelaufen. Der Brasilianer kollidierte ausgangs der ersten Schikane mit dem Renault von Jolyon Palmer. Beide Fahrer gaben sich gegenseitig die Schuld. Am Ende setzte es aber nur für den Sauber-Piloten eine Strafe. Als die Meldung der FIA-Kommissare kam, war Nasr aber längst aus dem Auto ausgestiegen. Sein Sauber war im Bereich des Unterbodens zu schwer beschädigt.

Nachdem die Strafe auf dem Sauber-Monitor aufblinkte, ließ Teamanager Beat Zehnder den Crashpiloten aus dem Motorhome zurückholen und im Auto festschnallen. Nach 15 Minuten Pause. Der Brasilianer dreht noch 2 Runden und kam zwischendrin ein Mal an die Box. Nasr hielt 10 Sekunden an seiner Parkposition an und düste wieder ab ohne neue Reifen zu bekommen. Eine Runde später war sein Rennen endgültig vorbei.

Damit war aber die Strafe abgedient. Zehnder erklärt: „Es kann passieren, dass du sonst eine Strafe für das nächste Rennen bekommst. Bei 10 Sekunden wären das 3 Startplätze. Das liegt im Ermessen der Sportkommissare. Wir wollten es aber nicht darauf ankommen lassen.“ Sauber ist das mit Esteban Gutierrez schon einmal passiert. Damals blieben die Kommissare hart und verpassten dem Mexikaner eine Startplatzstrafe.

Was lief beim Hamilton-Start schief?

Die ersten Meter entschieden in Monza über Sieg und Niederlage. Nach dem Rennen entschuldigte sich Lewis Hamilton per Funk bei seinem Team für den schlechten Start. Doch gegenüber der Presse wollte er von einer eigenen Schuld später nichts mehr wissen: „Ich habe bei der Prozedur nichts anders gemacht als sonst“, zuckte der Pilot mit den Schultern. „Unsere Kupplung arbeitet einfach nicht konstant.“

Die Techniker analysierten nüchtern, dass beim Beschleunigen zu viel Drehmoment auf der Antriebsachse anlag. Rosberg kam mit deutlich weniger Wheelspin von der Linie weg. Hatte Hamilton also einfach zu viel Gas gegeben? Toto Wolff wollte seinem Piloten nicht den Schwarzen Peter zuschieben: „Wir geben bei Mercedes in solchen Fällen niemandem die Schuld. Mensch und Maschine haben es einfach nicht richtig hinbekommen“, lautete die politisch korrekte Antwort.

Kimi Räikkönen - GP Italien 2016Foto: sutton-images.com
Ferrari hatte keine andere Wahl als 2 Stopps.

Hätte Ferrari eine Einstopp-Strategie geholfen?

Als die Ferrari-Piloten in den Runden 15 und 16 zum ersten Reifenwechsel an die Box kamen, war ihr Schicksal besiegelt. Es war klar, dass beide später im Rennen noch einmal stoppen mussten, während die Mercedes mit nur einem Besuch bei den Mechanikern durchfahren konnten. Diese Taktik war aber nur für Mercedes möglich. Selbst auf dem harten Medium-Reifen war der Speed der Silberpfeile immer noch überlegen.

Trotzdem musste Maurizio Arrivabene die Taktik-Entscheidung nach dem Rennen verteidigen: „Als ich gefragt wurde, ob wir mit nur einem Stopp hätten durchfahren können, musste ich laut lachen. Die Zweistopp-Strategie war die schnellste Variante. Unsere Ingenieure haben ausgerechnet, dass es mit nur einem Stopp 11 Sekunden länger gedauert hätte. Das wäre außerdem eine Defensiv-Strategie gewesen und wir wollten angreifen.“

Die Taktiker aus Maranello müssen sich nur fragen lassen, ob es nicht cleverer gewesen wäre, den Supersoft-Reifen am Ende mit einem leichten Auto einzusetzen und nicht im Mittelstint. So hatte Red Bull im Schlussspurt noch die direkten Gegner überholt. Auf der anderen Seite muss man aber auch erwähnen, dass Ferrari mit keiner Taktik der Welt Mercedes gefährden hätte können.

Wie schaffte Fernando Alonso die schnellste Runde?

Bei Fernando Alonso war der Frustlevel in Monza mal wieder einmal besonders hoch. Als er vom Kommandostand angewiesen wurde Romain Grosjean zu jagen, hatte der Spanier nur ein hämisches Lachen übrig. „Wir haben einige Fehler gemacht. Und wir waren von der Pace her einfach zu langsam. Wir lagen in keiner einzigen Runde in den Punkten“, schimpfte der Pilot später.

Drei Runden vor Schluss ließ sich Alonso noch einmal Supersoft-Reifen aufziehen und drehte prompt die schnellste Runde – die erste seit dem GP Abu Dhabi 2013, damals noch im Ferrari. „Wir hatten noch einige frische Reifensätze übrig und wollten etwas ausprobieren. Mit maximalem Grip und wenig Sprit im Tank konnte ich noch eine gute Runde zusammenbringen. Aber das ändert nichts am schlechten Gesamteindruck des Wochenendes.“

Nico Rosberg - GP Italien 2016Foto: sutton-images.com
Rosberg saß mit der "falschen" Kappe in der Pressekonferenz.

Warum gab es nach dem Rennen Ärger mit den Kappen?

Im Warteraum vor der Podiumszeremonie liegen bei jedem Rennen 3 Kappen von Sponsor Pirelli bereit. Auf ihnen ist jeweils die Platzierung eingestickt. Obwohl er nur Dritter geworden war, schnappte sich Sebastian Vettel zielstrebig die Mütze für den Sieger. Erst als er vom offiziellen Zeremonienmeister der FOM auf den Fehler aufmerksam gemacht wurde, gab er die Kappe an Nico Rosberg weiter.

Die Pirelli-Kappen werden nach der Pokalvergabe normalerweise direkt wieder ausgezogen und für die Podiumsinterviews gegen die offiziellen Team-Kappen ausgetauscht. Doch im Freudentaumel vergaß Rosberg den üblichen Ablauf. Bei der Pressekonferenz nach dem Rennen hatte er immer noch die falsche Version auf dem Kopf. „Ich entschuldige mich für den Fehler bei Mercedes. Da bekomme ich später bestimmt noch was zu hören“, nahm der Sieger den Fauxpas mit Humor.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights des Rennens von Monza.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Nico RosbergMercedes1:17.28.089 Std.
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0:15.070 Min.
3. Sebastian VettelFerrari+ 0:20.990
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:27.561
5. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:45.295
6. Valtteri BottasWilliams+ 0:51.015
7. Max VerstappenRed Bull+ 0:54.236
8. Sergio PerezForce India+ 1:04.954
9. Felipe MassaWilliams+ 1:05.617
10. Nico HülkenbergForce India+ 1:18.656
11. Romain GrosjeanHaas+ 1 Runde
12. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
13. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
14. Fernando AlonsoMcLaren+ 1 Runde
15. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1 Runde
16. Marcus EricssonSauber+ 1 Runde
17. Kevin MagnussenRenault+ 1 Runde
18. Esteban OconManor+ 2 Runden
19. Daniil KvyatToro RossoAusfall
20. Pascal WehrleinManorAusfall
21. Jolyon PalmerRenaultAusfall
22. Felipe NasrSauberAusfall
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