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Rennanalyse GP Japan

Das unvorhersehbare Geschenk

Foto: Daniel Reinhard 80 Bilder

Die Ferrari-Ingenieure rätseln über den Motorschaden, der Michael Schumacher wahrscheinlich die WM gekostet hat. Ein Reifenschaden kostete Felipe Massa seinen zweiten WM-Sieg. Das Rennen in Suzuka bestätigte wieder einmal die Erkenntnis, das die Dinge im Rennen nicht immer so sind, wie sie im Training scheinen.

09.10.2006 Markus Stier

Als sich in der 37. Runde der Ferrari-Motor im Auto mit der Nummer fünf abmeldete, war es der erste Motorschaden für Michael Schumacher seit Malaysia 2002. Bei Technik-Chef Ross Brawn kam sofort die Erinnerung an den GP China hoch, wo Felipe Massa wegen eines Ventilschadens den Motor nach dem zweiten Training wechseln musste. Das Innenleben des Schumacher-Motors von Suzuka war soviel Kleinholz, dass frühestens eine ausgiebige Untersuchung in Maranello Aufschluss über die Ursache bringt.

Bei Ferrari gestand man ein, dass Schumacher durch Alonsos Tempo unter Druck stand, doch dies war in dieser Saison schon häufig der Fall, ein Risiko war man weder bei der Ausbaustufe noch bei der Drehzahl eigegangen. Im Lager der Gegner konnte man das Ferrari-Pech kaum fassen. "Ich habe in Kurve acht Rauch gesehen und auf der Straße nach Öl Ausschau gehalten. Ich dachte, es wäre ein Spyker. Erst als ich an dem Auto vorbeifuhr sah ich, dass es Michael war", berichtete Ferando Alonso.

Bridgestone-Überlegenheit verschwunden

Aus eigener Kraft kann Ferrari die Fahrer-WM (zehn Punkte Rückstand) und den Konstrukteurs-Titel (neun Punkte Rückstand) nicht mehr gewinnen. Abgesehen von Schumachers Pech hätte Ferrari den Schaden zumindest ein wenig begrenzen können, wenn Massa gewonnen hätte, doch der mit fünf Sekunden Vorsprung auf Alonso auf Rang zwei liegende Brasilianer fuhr vermutlich über ein Trümmerteil von Christijan Albers Spyker. Dessen Hinterradaufhängung war gebrochen und die Einzelteile des komplett zerschlagenen Heckflügels lagen vor der letzten Schikane.

Massas rechter Hinterreifen verlor laut Telemetriedaten langsam Luft. Das Team holte ihn früher zum ersten Tankstopp als geplant. Prompt steckte Massa hinter Nick Heidfeld fest, der im ersten Renndrittel zwei Sekunden pro Runde langsamer war als die Spitze. "Ich hatte drei Mal Graining. Ich hatte die weichen Michelin, die schlechteste Entscheidung, die ich treffen konnte", verteidigt der Mönchengladbacher sein Bummeltempo.

Zwei schnelle Runden des frei fahrenden Alonso reichten aus, um den Spanier vorbei zu bringen. Der war anschließend klar schneller als die Ferrari. Die Streckentemperatur war wegen des bewölkten Himmels gegenüber dem Samstag fünf Grad kühler. Die vermeintlich erdrückende Bridgestone-Überlegenheit löste sich in Luft auf. Alonso fuhr in 1:32,676 Minuten die schnellste Rennrunde vor Michael Schumacher (1:32,792 Minuten). Felipe Massa war in seinem schnellsten Umlauf sechs Zehntel langsamer als der Sieger. Dennoch, ohne die Reifenpanne wäre Massa vermutlich der Sieger gewesen, denn auch ein schnellerer Alonso hätte in Suzuka kaum überholen können.

Ralf Schumacher: "Brauchten Punkte dringend"

Die aufkommende Bewölkung verdüsterte auch die Gemüter der Bridgestone bereiften Toyota-Fahrer. Die schönen Trainingsplätze drei und vier waren ohnehin nur schöner Schein. Sie waren mit wenig Spritgewicht erkauft. Schon in den Runden zwölf (Jarno Trulli) und 13 (Ralf Schumacher) kamen die Toyota zum Tanken, während Fernando Alonso 15 Runden fahren konnte und Michael Schumacher gar 18.

"Ich dachte wir wären besser", sagte ein enttäuschter Jarno Trulli. Trulli haderte mit dem ersten und dem dritten Reifensatz. Ausgerechnet der gute zweite Satz brachte ihn an Ralf Schumacher vorbei. Der Deutsche hätte deutlich schneller fahren können, doch eine ernsthafte Attacke wollte er nicht riskieren. "Das Team braucht die Punkte dringend. Also habe ich es dabei belassen", sagte Schumacher. Immerhin brachten die Ränge sechs und sieben fünf WM-Zähler. Im Konstrukteurspokal liegt Toyota nun nur noch einen Punkt hinter BMW auf Rang sechs.

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