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Rennanalyse GP Japan

Rosberg mit perfektem Timing

Nico Rosberg Foto: Williams F1 72 Bilder

Nico Rosberg bewies bei seinem zweiten Boxenstopp in Suzuka ein perfektes Timing und gewann gleich drei Plätze. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton erwischten dagegen keine perfekten Rennen, obwohl sie am Ende auf dem Podium die Korken knallen ließen.

04.10.2009 Tobias Grüner

Viele Highlights bot das Rennen in Suzuka nicht. Nach dem spektakulären Qualifying fuhr Sebastian Vettel einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Hinter dem Deutschen gab es allerdings noch einige Positionsverschiebungen. Das Safety-Car sorgte kurz vor Schluss noch einmal für Hektik an den Kommandoständen.

Wäre Nico Rosberg auch ohne Safety-Car-Phase nach vorne gekommen?

Nico Rosberg feierte nach dem Rennen das perfekte Ergebnis. Als die Rennleitung den Williams-Piloten zum Verhör bat, verschwand die gute Stimmung allerdings kurzzeitig. Obwohl sich Rosberg einen Vorteil verschaffte, wurde er am Ende freigesprochen: "Ich war rund eine Sekunde zu schnell in der Safety-Car-Phase, konnte aber die Richtzeit auf meinem Lenkrad nicht sehen", entschuldigte sich der Wahl-Monegasse.

Als das Safety-Car auf die Strecke ging, bog Rosberg planmäßig in die Box ab. Bei der Rückkehr auf die Strecke lag er immer noch vor Nick Heidfeld, Rubens Barrichello und Jenson Button. "Der war mit Boxenstopp schneller als die Piloten auf der Strecke", grollte die Konkurrenz. Rosberg gab zu, dass ihm die Safety-Car-Phase perfekt in die Karten gespielt hatte. "Ich wäre sonst wohl hinter Barrichello und Heidfeld gefallen." Der Argumentation wollte Technikchef Sam Michael nicht folgen. "Ich denke, Barrichello hätten wir auch so geschlagen."

Doch wer hat nun recht? Mit Boxenein- und ausfahrt benötigt man für einen regulären Stopp in Suzuka rund 22 Sekunden. Da Rosberg erst kurz vor Rennende reinkam und nicht mehr viel Benzin benötigte, muss man ein oder zwei Sekunden für die Rechnung abziehen. Die Abstände in der Runde davor können die Frage allerdings nicht eindeutig beantworten. Nur bei Heidfeld ist die Lage klar. Er wäre mit 11,7 Sekunden auf jeden Fall vorbeigefahren. "Plötzlich kam er eine Sekunde vor mir heraus", erzählte der BMW-Pilot ungläubig.

Der Zweikampf mit den beiden Brawn-Piloten wäre ganz eng ausgegangen. Barrichello hatte 19,8 Sekunden Rückstand, Jenson Button lag 20,6 Sekunden hinter Rosberg. Der Williams wäre also aller Wahrscheinlichkeit mitten im Brawn-Duo auf die Strecke zurückgekehrt. Bei einem guten Stopp vielleicht davor, bei einem etwas langsameren möglicherweise dahinter. Dank Safety-Car kamen die weißen Autos nicht einmal in die Nähe von Rosberg.

Hätte Lewis Hamilton seinen Platz mit KERS gegen Trulli verteidigt?

Lewis Hamilton klagte nach dem Rennen, dass er nach dem Ausfall seines Hybrid-Systems praktisch wehrlos war. "Wir hatten nach ersten Erkenntnissen einen Fehler in der Isolierung des Elektromotors", erklärte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Lewis fehlte nicht nur der zusätzliche KERS-Schub, er musste auch mit einer veränderten Bremsbalance kämpfen."

Erst später wurden die Einstellungen nachjustiert und der Zeitverlust konnte in Grenzen gehalten werden. Allerdings glaubt Whitmarsh nicht, dass der Defekt Auswirkungen auf das Rennen hatte. "Lewis hatte sich vor seinem Stopp einfach einen zu kleinen Vorsprung herausarbeiten können. Außerdem hat er bei der Ausfahrt aus der Box keinen Gang reinbekommen." Der McLaren rollte für 100 Meter im Leerlauf. "Das hat mir mindestens eine Sekunde gekostet."

Der einzige Moment, bei dem Hamilton der Hybrid-Schub noch einmal genutzt hätte, war der Restart nach der Safety-Car-Phase. "Doch da hätte ich ihn wohl auch nicht bekommen. Ich musste nach der Schikane leider abreißen lassen." Ohne seine beste Verteidigungswaffe musste der Weltmeister sogar noch aufpassen, dass er nicht noch ganz vom Podium fällt. Mit Geschick konnte er seine Position am Ende verteidigen.

Was lief bei Vettels Boxenstopps schief?

Sebastian Vettels Rennen war trotz der dominanten Vorstellung weit von der Perfektion entfernt. Bei seinen beiden Boxenstopps ließ der Deutsche alleine fünf Sekunden liegen. "Beim ersten Stopp hat was gehakt und dann kam auch noch Heidfeld", klagte der Sieger anschließend. Dabei zeigte die Crew, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat.

In Spa wurde Mark Webber in dem Moment losgeschickt, als zufälligerweise auch Heidfeld die Red Bull-Box passierte. Webber kassierte eine Durchfahrtsstrafe. In Suzuka ging man auf Nummer sicher und hielt Vettel so lange fest, bis der BMW vorbei war.

Auch beim zweiten Stopp lief nicht alles nach Plan. Die Boxencrew checkte ungewöhnlich lange das Rad vorne rechts bis der neue Gummi endlich montiert wurde. Vettel konnte sich die Extrasekunden für mehr Sicherheit leisten. Jarno Trulli, der erste Verfolger, hatte nie eine Chance auf einen echten Angriff. "Sebastian war heute einfach unangreifbar", lobte der Routinier aus Pescara nach dem Rennen.
 
 
 

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