Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Kanada 2015

Ferrari unter Wert geschlagen?

Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 5. Juni 2015 Foto: xpb 66 Bilder

Ferrari wagte in Kanada mit einem großen Technik-Update den Angriff auf Mercedes. Am Ende verpassten die roten Autos allerdings erstmals das Podium. Der Fortschritt wird erst beim genauen Studium der Zeiten erkennbar, wie unsere Rennanalyse zeigt.

08.06.2015 Tobias Grüner

Warum konnte Rosberg nicht angreifen?

Nico Rosberg beklagte sich nach dem Rennen über seine anfälligen Bremsen. Immer wenn er mal nah an Hamilton rankam, überhitzten die Carbon-Stopper im Windschatten. Vom Kommandostand versuchte man die Situation zu managen: "Schon nach dem ersten Renndrittel, war die Situation gefährlich", erklärte Toto Wolff.

Doch warum waren die Bremsen überhaupt so nah am Limit? "Montreal ist immer eine besondere Herausforderung für die Bremsen. Und es gibt leider gewisse Grenzen, wie viel Bremsmaterial man in 13 Zoll-Felgen unterbringen kann", so Wolff.

Hat Ferrari auf Mercedes aufgeholt?

Die Pace von Ferrari war in Kanada schwer zu lesen. Mit neuem Motorpaket und Aerodynamik-Verbesserungen wagten die Italiener den Angriff auf Mercedes. Doch Pannen verschleierten die wahre Stärke der roten Autos. Im Freien Training wurde das Potenzial bereits angedeutet. Im Rennen musste man die Rundenzeiten schon ganz genau analysieren. Die Auswertung ergab: Vettel war in 32 von 70 Runden schneller als Hamilton.

"Wenn ich das höre muss ich mich noch mehr ärgern", schüttelte der Heppenheimer den Kopf. Mit der Technik-Panne im Qualifying und der Startplatzstrafe nach dem Überholvergehen im Training verbaute sich der Pilot selbst die Chance auf ein Podiumsplatz. In Österreich werden wir die wahre Ferrari-Pace dann hoffentlich im direkten Duell mit Mercedes erleben.

Warum drehte sich Kimi Räikkönen?

Im ersten Moment sah der Dreher von Kimi Räikkönen aus wie ein einfacher Fahrfehler. Doch nach dem Rennen betonte der Pilot, dass die Technik schuld an der Pirouette war. "Es war etwas anders mit dem Auto, sonst hätte ich mich nicht gedreht", schimpfte der Iceman. Offenbar gab es ein Problem mit den Motorkennfeldern: "Es ist schwer zu erklären. Man geht leicht aufs Gaspedal und plötzlich setzt das Drehmoment so stark ein, dass man es nicht mehr kontrollieren kann. Daraus müssen wir in Zukunft lernen."

Warum kam es im Duell zwischen Hülkenberg und Vettel zum Dreher?

In Runde 43 kam es zum Duell zwischen zwei Deutschen. Sebastian Vettel setzte zum Angriff auf Nico Hülkenberg an. Der Rheinländer zog den Kürzeren und drehte sich. "Vettel hat ihm keine Wahl gelassen. Entweder Nico dreht sich oder es kommt zur Kollision", schimpfte Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. "Und dann kürzt Vettel noch die Schikane ab." Der Ruf nach einer Strafe wurde von der Rennleitung allerdings nicht erhört.

Hülkenberg selbst hielt sich mit Vorwürfen zurück. "Ich hätte vielleicht gar nicht verteidigen sollen, weil ich ihn sowieso nicht hätte halten können. Man versucht es dann aber doch, weil man Racer ist. Er lenkt ein und drängt mich in die Kurve rein. Ich bin mit der Karre sowieso schon jede Runde am Limit. Mit dem Dreher habe ich gerade noch die Kollision vermieden."

Laut Vettel hätte es gar nicht zu der brisanten Situation kommen müssen. "Ich war klar schneller und wollte außen vorbei. Im letzten Moment macht er die Bremse auf, weshalb ich auch ausweichen und die Schikane abgekürzen muss." Den Dreher seines Kontrahenten sah Vettel gar nicht mehr. Auf die Frage, ob er den Platz wegen des Verlassens der Strecke noch einmal freiwillig getauscht hätte, antwortete Vettel diplomatisch: "Ich hätte zumindest noch mal bei der Box nachgefragt."

Hätte Grosjean noch eine Strafe kassieren müssen?

Bei Force India war man nicht nur sauer auf Vettel sondern auch auf Romain Grosjean. Der Franzose war nach der Kollision mit Stevens quer durch die Schikane in die Box eingebogen. Es wurde nicht einmal der Sensor am Eingang der Boxengasse ausgelöst. In der offiziellen Statistik taucht der Stopp somit nicht auf.

Der Vorwurf an Grosjean: "Er hat klar die weiße Linie überfahren." Gerne hätte Force India eine weitere Strafe gesehen, die den Lotus-Piloten hinter Perez geworfen hätte. Doch in diesem Fall zeigte die Rennleitung zurecht Gnade. Die Situation wäre noch gefährlicher gewesen, hätte sich Grosjean mit dem Plattfuß eine ganze Runde um die Strecke geschleppt.

Warum verpasste Rosberg gleich 2 Mal den Bremspunkt der Haarnadel?

Rosberg schoss im Rennen gleich 2 Mal über den Bremspunkt an der Haarnadel-Kurve hinaus. Dabei handelte es sich allerdings nicht um einen einfachen Verbemser: "Ich habe beides Mal aus Versehen beim Einlenken die Bremsbalance am Lenkrad verstellt. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. So etwas ist nie vorgekommen. Und beides Mal war es zu einem wichtigen Zeitpunkt", schüttelte der Pilot über sich selbst den Kopf.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die besten Bilder des Rennens.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:31.53,145 Std.
2. Nico RosbergMercedes+ 0:02.285 Min.
3. Valtteri BottasWilliams+ 0:40.666
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:45.625
5. Sebastian VettelFerrari+ 0:49.903
6. Felipe MassaWilliams+ 0:56.381
7. Pastor MaldonadoLotus+ 1:06.664
8. Nico HülkenbergForce India+ 1 Runde
9. Daniil KvyatRed Bull+ 1 Runde
10. Romain GrosjeanLotus+ 1 Runde
11. Sergio PerezForce India+ 1 Runde
12. Carlos SainzToro Rosso+ 1 Runde
13. Daniel RicciardoRed Bull+ 1 Runde
14. Marcus EricssonSauber+ 1 Runde
15. Max VerstappenToro Rosso+ 1 Runde
16. Felipe NasrSauber+ 2 Runden
17. Will StevensManor F1+ 4 Runden
18. Roberto MerhiManor F1Ausfall
19. Jenson ButtonMcLaren-HondaAusfall
20. Fernando AlonsoMcLaren-HondaAusfall
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden