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Rennanalyse GP Kanada

Teure Panne bei McLaren

Foto: dpa 28 Bilder

Weil Juan Pablo Montoya vom Team zu spät an die Box geholt wurde und anschließend die rote Boxenampel überfuhr, gingen McLaren und Mercedes wertvolle Punkte verloren. Nahzu leer gingen auch Williams und BMW aus, BAR und Honda feierten dagegen ihre Rückkehr ins Vorderfeld.

13.06.2005

Das Prozedere ist immer gleich: Wenn das Safetycar mit dem Feld im Schlepptau die Zielgerade passiert, schaltet die Boxenampel auf Rot, damit kein Übereifriger aus der Boxengasse geschossen kommt, um sich im Feld möglichst weit vorn wieder einzusortieren.

Mit ordentlich Druck auf dem Kessel kam Juan Pablo Montoya aus der Box, das McLaren-Team hatte ihn zu spät zum Tankstopp geholt. Die Ampel war rot, Montoya ignorierte sie und überholte beim Herausbeschleunigen den Red Bull von David Coulthard, was ihm ohnehin eine Strafe wegen Überholens unter Gelb eingebracht hätte.

Auf das Überfahren des Rotlichts aber steht der Rennausschluss, was McLaren-Chef Ron Dennis wohl bewusst war, als er hastig eine E-Mail an FIA-Kommissar Charlie Whiting verfasste, in dem er anbot, Montoya "freiwillig" zu seiner Durchfahrtsstrafe hereinzuholen. Stattdessen ließ Whiting die schwarze Flagge für Montoya hissen. Nach Präzedenzfällen in Melbourne (2001) und Österreich (2002) ist das Strafmaß klar. Der Kolumbianer war damit draußen und reiste wutentbrannt vorzeitig ab.

Fakt ist: McLaren hatte genug Zeit, Montoya an die Box zu beordern. Bei Räikkönen ging alles glatt, obwohl der Finne und Montoya nur vier Sekunden auseinander lagen. Bei Ferrari musste man sich im Fall des schon fast überrundeten Rubens Barrichello elf Sekunden früher entscheiden. Bei McLaren sprach man von einem Versehen, mancher im Fahrerlager roch Stallorder, die offiziell verboten ist. Denn die Boxenpanne des Kolumbianers war die einzige Möglichkeit, Kimi Räikkönen an die Spitze zu bringen. Der Finne war mit einer verstellten Lenkung (Ursache unbekannt) gegen den Teamkollegen wehrlos.

Egal, ob Taktik oder Fehler: Die Aktion kostete McLaren und Mercedes acht Punkte im Konstrukteurspokal, die noch einmal richtig weh tun können, denn in der Teamwertung ist Renault (76 Punkte) längst nicht so überlegen wie im Fahrer-Championat. McLaren hätte bei einem Doppelsieg 71 Zähler statt 63 auf dem Konto.

Warum war Williams so schwach?

Leer ging in Kanada auch Nick Heidfeld aus. Schon im Training kamen Heidfeld und Teamkollege Mark Webber nur auf die Ränge 13 und 14. Bei den Weißblauen ist wie bei McLaren in Montreal ein altbekanntes Problem zurückgekehrt: Die Reifen kamen bei einer schnellen Runde nicht auf Temperatur. Bei Williams wirkte sich das Problem noch stärker aus, weil man die härtere der beiden Michelin-Mischungen gewählt hatte.

Im Rennen waren die weißblauen Renner gar nicht schlecht, doch Webber beging einige Fahrfehler und Heidfeld steckte im Verkehr fest. Das ständige Windschattenfahren bekam dem Motor schlecht, der mangels Kühlung den Geist aufgab. Die Stimmung zwischen Williams und BMW ist auf einem neuen Tiefpunkt, doch waren die Motorenbauer aus Bayern nicht allein am Ausfall schuld. Die Williams-Ingenieure ließen die Kühlöffnungen zu stark verkleinern, weil sie ein kühleres Wetter erwartet hatten.

Woher kommt die Wiederauferstehung von BAR?

Am Nürburgring waren die BAR-Honda nirgendwo, in Montreal stand Jenson Button plötzlich auf der Pole Position. Das große BAR-Revival hat drei Gründe: Zum einen starteten Button und Takuma Sato mit deutlich weniger Benzin als die Konkurrenz ins Qualifying, zum anderen soll eine falsche Aerodynamik für die Pleite am Nürburgring verantwortlich sein.

Bei Testfahrten in Paul Ricard soll ein neues Aero-Paket irreführende Daten geliefert haben, auf die man beim Europa-GP prompt hineinfiel. In Montreal verbaute man dagegen die Flügel, die Wochen zuvor beim erfolgreichen Mugello-Test zum Einsatz kamen. Schließlich brachte Honda eine neue Motoren-Ausbaustufe mit nach Kanada.

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