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Rennanalyse GP Korea 2011

Wie Toro Rosso Mercedes GP überholte

Jaime Alguersuari - Formel 1 - GP Korea - 16. Oktober 2011 Foto: xpb 31 Bilder

Jaime Alguersuari war im Toro Rosso der beste Pilot hinter den Top-Teams. In der letzten Runde überholte der Spanier sogar noch Nico Rosberg. In unserer Rennanalyse sagen wir Ihnen wieso.

16.10.2011 Bianca Leppert

Wieso haben die Fahrer entgegen der Prognose von fünf Stopps nur zwei Mal gestoppt?

Vor dem Rennen in Korea befürchteten alle das Schlimmste. Im Fahrerlager war aufgrund der Reifenvorgabe von Pirelli die Rede von fünf bis sechs Stopps. Der Reifenausrüster brachte die Mischungen "soft" und "supersoft" mit nach Korea. Die "supersofte" Mischung ist dafür bekannt, nicht sehr haltbar zu sein. Darüber hinaus fordert die Strecke den Reifen sehr stark. Weil es am Freitag nur regnete, konnten die Teams keinen Longrun mit den Slicks absolvieren und gingen vom Schlimmsten aus. Red Bull sparte sich eigens alle drei Sätze der härteren Mischung auf, um auf Nummer sicher zu gehen.

Im Rennen stellten sich alle Befürchtungen als unbegründet heraus. "Wir haben viel mehr Abnutzung erwartet, aber das war nicht der Fall", sagte Sebastian Vettel. "Irgendwann war sie da, aber viel später. Deshalb hast du den ersten Stopp später gemacht, den zweiten und dann bemerkt, dass du nicht drei Mal stoppen musst."

Pirelli-Chef Paul Hembery hatte zwar nicht mit fünf Stopps gerechnet, aber die Zweistopp-Strategie war für ihn auch etwas überraschend. "Obwohl wir dachten, die Reifenwahl ist hier eine der interessantesten, und sie hat uns das vielleicht konservativste Rennen in Sachen Boxenstopps gebracht", sagte Hembery. "Wir hatten mit drei Stopps gerechnet. Manche waren sogar nicht einmal weit davon entfernt, nur einen Stopp zu machen."

In Japan konnte Fernando Alonso Druck machen, wieso war Ferrari dieses Mal nicht bei der Musik?

Es ist erst eine Woche her, dass Fernando Alonso in Japan Druck auf Sebastian Vettel machen konnte und ihm den zweiten Platz strittig machte. In Korea schienen die Ferrari-Piloten hingegen mit stumpfen Waffen zu kämpfen. Mehr als Platz fünf und sechs war nicht möglich.

Ein Grund dafür waren die Reifen. Wie schon die ganze Saison haben die Ferrari mit der "supersoften" Mischung einen zu hohen Reifenverschleiß. Nicht ohne Grund wechselten sowohl Massa als auch Alonso nach dem ersten Stint sofort auf die härtere Mischung. "Am Start hatte ich Probleme das Tempo der Spitzengruppe mitzugehen, denn nach nur wenigen Runden hatte ich mit den 'Supersofts' viel Untersteuern. Weil ich die ganze Zeit im Verkehr steckte, hat das die Leistung des Reifens noch mehr beeinflusst, weil ich weniger Abtrieb hatte. Erst als ich auf die Soft-Reifen wechselte, hat sich die Situation verbessert." Da war die Spitzengruppe aber bereits zu weit weg.


Weshalb war Toro Rosso plötzlich so viel besser als Sauber und Force India?

Toro Rosso holte mit Platz sieben für Jaime Alguersuari und Platz neun für Sebastien Buemi das beste Ergebnis der Saison. Ein entscheidender Vorteil zur rechten Zeit, schließlich geht es um Platz sechs in der Konstrukteurs-Wertung und damit um jede Menge Geld. Force India und Sauber liegen in der Wertung vor den Italienern und staunten nicht schlecht, als das B-Team von Red Bull in Korea plötzlich aufdrehte.

Einer der Gründe für das Auftrumpfen von Toro Rosso ist das neue Update-Paket. Es beinhaltet einen neuen Unterboden und einen neuen Auspuff. Bereits in Japan deutete Jaime Alguersuari im ersten Training das Potenzial des Pakets an, doch es haperte noch an der Zuverlässigkeit. Das scheint nun aussortiert zu sein.

Was war eigentlich mit Mercedes GP los?

Nachdem Vitaly Petrov in Michael Schumacher krachte, hatte Mercedes GP nur noch ein heißes Eisen im Feuer: Nico Rosberg. Der musste sich am Ende des Rennens aber sogar noch Jaime Alguersuari geschlagen geben. Ein Kollege, den er eigentlich selten direkt im Rückspiegel sieht.

"Ich hatte einige schöne Zweikämpfe mit Jenson Button und den Ferrari-Fahrern - ich gab alles, um mich im mittleren Stint gegen Felipe Massa und Fernando Alonso zu verteidigen. Dabei handelte ich mir Bremsplatten an den Vorderreifen ein und musste früher als erwartet an die Box - dadurch war mein letzter Stint auf den Prime-Reifen sehr lang", sagte Rosberg. "Gegen Rennende hatte ich nicht mehr genügend Grip und konnte deshalb meine Position nicht gegen Jaime Alguersuari verteidigen. Es war ein schwieriges Rennen für mich, aber ich konnte trotzdem ein paar Punkte erzielen."

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