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Rennanalyse GP Korea 2012

Webber dreht am Start durch

Start GP Korea 2012 Foto: Wilhelm 63 Bilder

In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen des GP Korea. Warum sah Mark Webber am Start alt aus? Warum kam Sergio Perez nicht in Gänge? Was bremste Lewis Hamilton? Und warum wurden so lange die gelben Flaggen geschwenkt?

14.10.2012 Tobias Grüner

Wie kam Vettel am Start an die Spitze?

Das Rennen in Korea wurde auf den ersten Metern entschieden. Mark Webber startete auf der sauberen Seite acht Meter vor Sebastian Vettel. Trotzdem bog der Heppenheimer als erster in Kurve eins ein. Einige witterten bereits Stallregie. Webber winkt ab. Wer den Australier kennt, der weiß, dass er sich zu diesem Zeitpunkt nicht freiwillig hinter seinem Team-Konkurrenten anstellen würde.

Für das verlorene Beschleunigungsduell hatte der Australier eine einfache Erklärung. "Wir haben in der Aufwärmrunde immer wieder versucht, den richtigen Kupplungspunkt zu finden. Noch auf dem Weg in die Startaufstellung musste ich etwas an den Einstellungen ändern", so Webber über die holprige Vorbereitung auf den 300 Meter langen Sprint von der Pole Position in die erste Kurve.

Als die Lichter der Startampel ausgingen, war das Duell mit Vettel schnell entschieden. "Die Kupplung packte zu und die Reifen drehten durch. Da wusste ich, dass es eng wird. Der Weg zur ersten Kurve war mittelmäßig. Sebastian hat das gut erwischt und ging vorbei. Da war aber noch nicht alles verloren. Ich bin auf der Geraden in seinen Windschatten gegangen. Aber als ich neben ihn ausgeschert bin, fühlte sich das an wie eine Mauer. Ich kam einfach nicht vorbei."

Warum wurden so lange gelbe Flaggen geschwenkt?

Nach dem Startcrash wurden bis Runde neun gelbe Flaggen auf der langen Gerade geschwenkt. Ausgerechnet an der besten Überholmöglichkeit der ganzen Strecke, an der auch die DRS-Zone eingerichtet wurde. Da es in dieser Saison schon einige Diskussionen über Piloten gab, die in Gefahrenzonen mit geöffnetem Heckflügel unterwegs waren, ließ die Rennleitung DRS zwischenzeitlich elektronisch deaktivieren.

Doch viele Fans ärgerten sich, dass die gelben Flaggen so lange geschwenkt wurden und die Rennleitung damit mehr Action in der Startphase verhinderte. Grund war nicht etwa der havarierte Mercedes von Nico Rosberg, der hinter die Bande geschoben wurde, sondern Trümmerteile auf der rechten Seite der Bahn. Erst als Kamui Kobayashi seine Durchfahrtsstrafe abgesessen hatte, gab es eine sichere Lücke im Feld, in der die Marshalls die Strecke säubern konnten.

Warum kam Sergio Perez nicht wie gewohnt nach vorne?

Sergio Perez ist bekannt für große Aufholjagden von zweistelligen Startplätzen. Doch in Korea kam der Mexikaner nicht so recht vom Fleck. Mit dem Start auf den harten Reifen wählte der Sauber-Pilot eine ungewöhnliche Strategie. Dass sie nicht aufging, lag am ersten Boxenstopp. "Da hatten wir ein Problem mit der Boxenampel. Der Stopp dauerte drei Sekunden länger als erwartet und Sergio ist hinter ein ganzes Pulk von Autos gerutscht", erklärte Teamchefin Monisha Kaltenborn. "Am Ende wurde es noch einmal spannend im Kampf um Platz zehn. Aber da war es schon zu spät."

Was lief bei Lewis Hamilton schief?

Während der Rest des Feldes mit zwei Stopps über die Runden kam, musste Lewis Hamilton drei Mal bei seinen Mechanikern vorbeischauen. Erst nach dem Rennen lieferte McLaren die Erklärung für den ungewöhnlich hohen Reifenverschleiß. "Im Heck war ein Stabilisator gebrochen", erklärte Martin Whitmarsh. "Das brachte die Balance durcheinander. Lewis bekam beim Bremsen heftiges Untersteuern, was wiederum die Vorderreifen auffraß."

In den Zweikämpfen gegen Felipe Massa und Kimi Räikkönen hatte Hamilton keine Chance. Nach dem dritten Boxenstopp versuchte er noch an den beiden Toro Rosso vorbeizukommen, doch dann wurde Hamilton erneut eingebremst. Der Pilot dachte schon, sein rechtes Hinterrad sei Defekt. Doch im Parc Fermé sah er dann den Übeltäter. Ein zwei Quadratmeter großes Stück Kunstrasen hatte sich im Seitenkasten verfangen.

Warum wurde das Red Bull-Duell in der letzten Runde noch einmal spannend?

Bei Red Bull geht es nicht nur um Pole Positions oder um Siege. Statistikfan Sebastian Vettel lässt sich auch gerne mal eine schnellste Rennrunde gutschreiben. Mark Webber vermasselt seinem Teamkollegen dabei gerne mal die Tour. Als der Australier eine Runde vor dem Ziel eine neue Bestmarke aufstellte, ahnten die Bosse am Kommandostand bereits nichts Gutes. Dann blinkte beim Heppenheimer in der Schlussrunde auch noch eine Sektorbestzeit auf dem Monitor auf. Dabei hatte man Vettel zuvor mehrfach angewiesen, auf Nummer sicher zu gehen und die Reifen zu schonen.

Christian Horner war alarmiert: "Ich habe zu seinem Renningenieur Rocky gesagt, dass er auf der letzten Runde nicht den Helden spielen soll. Mark war unter Druck von Alonso und musste Gas geben. Deshalb war sein Tempo einigermaßen nachvollziehbar. Aber bei Sebastian gab es keinen Grund schnell zu fahren." Nach dem Rennen war auch klar, warum Vettel in der letzten Runde eine persönliche Bestzeit fuhr: "Er war im DRS-Windschatten von Charles Pic und war deshalb einen Tick schneller."

In der Fotogalerie haben wir noch einmal die besten Bilder vom Rennen in Korea.

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