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Rennanalyse GP Korea 2013

Feuer- und Reifendrama in Yeongam

Mark Webber - GP Korea 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Nach dem aufregenden Korea Grand Prix blieben noch einige Fragen offen. Warum brannte der Red Bull so schnell? Warum explodierte bei Perez der Reifen? Und warum verlor Rosberg den Flügel? Wir haben die Antworten.

06.10.2013 Tobias Grüner

Warum ließ Rosberg die Funken fliegen?

Nico Rosberg war nach dem Rennen bedient. "Ich stand heute genau eine Sekunde auf dem Podium", schimpfte der Mercedes-Pilot. Diese eine Sekunde war nach dem Überholmanöver an Teamkollege Lewis Hamilton vergangen, als plötzlich auf der langen Geraden der Frontflügel am Silberpfeil nach unten klappte. Wie Technik-Koordinator Paddy Lowe nach dem Rennen erklärte, ist die komplette Nase mit vier Befestigungsbolzen gesichert. Der Pin oben rechts hatte ohne ersichtlichen Grund nachgegeben.

Auf dem Weg zum Reparaturstopp an die Box nahm Rosberg kaum den Fuß vom Gas. "Ich wusste, dass es gefährlich sein kann, wenn sich der Flügel unter das Auto schiebt. Aber meine Ingenieure haben mir gesagt, dass die Situation unter Kontrolle war." Hamilton regte sich kurz über den Teamkollegen auf, der vor ihm an die Box abbog. Eigentlich war der Brite für die gleiche Runde zum Reifenwechsel eingeteilt. Durch das Rosberg-Pech musste Hamilton mit den alten Sohlen noch eine Runde länger fahren.

Warum flog Perez der Reifen um die Ohren?

Die Bilder von Sergio Perez erinnerten an Silverstone. Damals war dem Mexikaner auch schon der Pirelli-Gummi um die Ohren geflogen – allerdings hinten links. Dieses Mal war es vorne rechts. "Die beiden Fälle haben nichts miteinander zu tun", verteidigte sich Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Hier in Korea hat Perez mit 21 Runden alten Reifen einen heftigen Verbremser produziert. Dabei hat er ein riesiges Loch durch die gesamte Reifenstruktur gebrannt. Leider entsteht daraus das Bild, das jeden an Silverstone erinnert."

Warum fing Webbers Red Bull Feuer?

Nach dem Neustart geriet Mark Webber in die Schussbahn von Adrian Sutil. Der Deutsche hatte beim Anbremsen von Kurve 3 die Kontrolle über sein Auto verloren. "Das Heck ist einfach ausgebrochen. Dabei habe ich gar nicht später als sonst gebremst", erklärte der Bayer anschließend. Aufhalten konnte den trudelnden Force India erst der Red Bull von Webber. Sutil krachte mit dem Heck voraus voll in die Seite des Australiers.
 
Beim Aufprall wurde der Ölkühler getroffen. Der entzündliche Inhalt spritzte mit Hochdruck auf die heißen Auspuffteile. Der boardinterne Feuerlöscher wurde zwar ausgelöst, konnte den Brand aber nicht unter Kontrolle bringen. Ob das Chassis noch zu retten ist, war direkt nach dem Rennen noch nicht klar. "Wir haben aber ein Ersatzchassis dabei, das wir in Japan aufbauen könnten", erklärte Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Warum kam das Feuerwehr-Auto auf die Bahn?

Als Webbers Auto in Flammen stand, kam es auch in der Rennleitung zu hitzigen Diskussionen. Charlie Whiting rief das Feuerlösch-Auto zum Einsatz, das in Kurve 3 stationiert ist. Durch ein Kommunikationsproblem setzte sich aber der Streckensicherungs-SUV von Kurve 1 aus in Bewegung. Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer beobachtete das Geschehen ungläubig auf dem Monitor in seinem Auto: "Ich dachte, da will mir jemand Konkurrenz machen", grinste der Schwabe.

Warum mussten die Hinterbänkler zu den FIA Kommissaren?

Nach dem Rennen bekamen die FIA-Kommissaren noch viel Besuch. Zuerst wurden Sergio Perez und Felipe Massa eingeladen. In einem harten Zweikampf hatte Perez seinen brasilianischen Rivalen von der Strecke gedrängt. Zwei Mal kollidierten der Ferrari und der McLaren insgesamt. Die Rennleitung sah sich aber nicht zum Handeln gezwungen. Perez durfte den einen Punkt für Platz 10 behalten.

Auch die 4 Hinterbänkler-Piloten von Marussia und Caterham kamen im FIA-Büro vorbei. Charles Pic und Jules Bianchi wurde nachgewiesen, dass sie nicht auf gelbe Flaggen reagiert hatten. Giedo van der Garde und Max Chilton waren zu schnell, als sich das Safety-Car auf der Bahn befand. Für alle vier gab es eine Verwarnung. Für Bianchi und Pic war es jeweils schon die dritte gelbe Karte der Saison, was automatisch eine Rückstufung um 10 Plätze in Japan zur Konsequenz hat. Bianchi hatte erst im Qualifying Verwarnung Nummer 2 erhalten, nachdem er Paul di Resta im Weg stand.

Die Bilder zum Rennen in Korea haben wir in der Fotogalerie.

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