Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Malaysia 2011

Was Sie noch nicht über das Rennen wussten

GP Malaysia 2011 Formel 1 Foto: xpb 44 Bilder

In unserer Rennanalyse zum GP Malaysia beantworten wir Ihnen die Fragen, die noch offen blieben. Ist Sebastian Vettel überhaupt noch zu schlagen? Wieso war Ferrari plötzlich so stark? Und weshalb landete Kamui Kobayashi mit zwei Stopps hinter Mark Webber mit vier Stopps?

10.04.2011 Bianca Leppert

Ist Sebastian Vettel noch zu schlagen?

Der Weltmeister schwebt momentan in anderen Sphären. Auch wenn der Red Bull-Pilot in Malaysia nicht ohne Druck zum Sieg fuhr, sind die Red Bull der Konkurrenz überlegen. Fraglich ist wie lange noch. Denn McLaren hat im Vergleich zu Australien im Qualifying sieben Zehntelsekunden aufgeholt. Die Engländer sind Red Bull dicht auf den Fersen. Dass McLaren die Siebenmeilen-Stiefel in Sachen Entwicklung anhat, zeigte die Truppe aus Woking zuletzt mit der großen Aufholjagd nach den Testfahrten. Schon für das Rennen in einer Woche in China hat McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh neue Teile angekündigt. Im zweiten Turn robbte sich Hamilton bis auf 3,9 Sekunden an Vettel heran. Da war in der Red Bull-Box noch einmal Luft anhalten angesagt.

Red Bulls Achillesferse ist und bleibt Kers. Am Auto von Mark Webber fiel es im Rennen komplett aus. Der Start ging deshalb  in die Hose.Vettel wurde zu Rennmitte gebeten, das System abzuschalten. Lange kann sich Red Bull diesen Nachteil nicht mehr leisten. Vettel hat jedoch auch einen großen Vorteil: Die Saison 2010 mit einbegriffen war es der vierte Sieg in Folge. Dieses Selbstvertrauen nimmt ihm so schnell keiner.

Warum war Ferrari plötzlich so stark?

Fernando Alonso hat es das ganze Wochenende gepredigt: "Wartet ab, die Saison ist noch nicht vorbei." Der Optimismus des Spaniers in allen Ehren, doch am Samstag wollte niemand an eine Rückkehr an die Spitze glauben. Das Blatt wendete sich am Sonntag. Fernando Alonso lief zur Hochform auf. Nach der ersten Runde fiel er zwar von Platz fünf auf sieben zurück, doch nach dem ersten Boxenstopp drehte er eine schnelle Runde nach der anderen. Nach Mark Webber lieferte er die zweitschnellste Rennrunde ab. Mit fast leerem Tank auf einem neuen Reifensatz aber auch kein Kunststück. Andererseits stieg der verstellbare Heckflügel nach 15 Runden aus. Das hat den Vorwärtsdrang des Spaniers gebremst.

Hätte sich Alonso nicht mit Lewis Hamilton angelegt, wäre sogar Platz drei möglich gewesen. Selbst Wasserträger Felipe Massa schlug sich im Rennen ordentlich und wurde Fünfter. Die Rennpace haben die Italiener damit im Griff, nun gilt es an der Leistung auf eine schnelle Runde für das Qualifying zu arbeiten. "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir bessere Startplätze schaffen", sagt Stefano Domenicali. Wohl wahr.

Hat McLaren mit der Strategie verzockt?

Dass Lewis Hamilton einen weichen Satz Reifen im Qualifying ruinierte, ließ sich nicht ändern. Dem Briten blieb nichts anderes übrig, als nach zwei Sätzen weicher Reifen auf hart zu wechseln. Der Kommandostand von McLaren ließ Jenson Button völlig aus dem Auge. Button war nach dem zweiten Boxenstopp mit weichen Reifen bis zu vier Zehntel schneller als Hamilton mit der harten Mischung. Weil er sich aber hinter Hamilton auf Platz drei anstellen musste, verschenkte McLaren wertvolle Zeit. Ohne diese Behinderung durch den eigenen Teamkollegen, hätte Button womöglich noch auf Vettel aufschließen können. Beim Zieleinlauf trennten die beiden 3,261 Sekunden.

Wieso landete Kamui Kobayashi mit zwei Stopps hinter Mark Webber mit vier Stopps?

Schon in Australien zeigte sich Sauber als Reifenflüsterer. Sergio Perez überraschte in Australien mit nur einem Reifenwechsel. Sein Teamkollege Kamui Kobayashi machte es ihm in Malaysia beinahe nach und kam nur zwei Mal zum Service. Webber musste im Red Bull hingegen vier Mal die Box ansteuern. Trotzdem kam der Australier drei Plätze vor Kobayashi ins Ziel.

Des Rätsels Lösung: Red Bull setzte den Vorteil der neuen Reifen auf der Strecke so gut um, dass sich Webber mit den schnelleren Rundenzeiten auch zwei Stopps mehr erlauben konnte. Webber brauchte rund 22 Sekunden für einen Stopp - holte die verlorenen 44 Sekunden aber locker wieder heraus. Der Australier fuhr konstant Zeiten um 1.41 bis 1.43 Minuten, Kobayashi rutschte gegen Ende seiner Stints bis auf 1.48 Minuten ab.

Warum hat Mercedes GP auf Regen gesetzt?

Bei Mercedes GP meldete der Wetterfrosch zu Beginn des Rennens Regen in den nächsten fünf bis zehn Minuten. Bei Red Bull gab man seinen Fahrern fast zum gleichen Zeitpunkt durch, wenn dann tröpfle es nur in den nächsten 30 Minuten. Beide Teams vertrauen auf den Wetterdienst der FIA. Die Interpretation der Daten fiel aber offensichtlich deutlich anders aus, was für Lacher im Pressezentrum führte.

Die Strategen bei Mercedes GP wollten den Regen wohl herbei trommeln. Den ersten Stint zogen die Silberpfeile so lange in die Länge, bis keine andere Wahl mehr blieb als weiterhin auf Slicks zu bleiben. Der Regen ließ aber auf sich warten. "Wir haben darauf spekuliert, uns einen Stopp zu sparen und als Erste Regenreifen aufzuziehen", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden