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Rennanalyse GP Malaysia 2013

Vettel auf den Spuren von Schumi

Red Bull - Formel 1 - GP Malaysia 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Stallregie war das große Thema in Malaysia - sowohl bei Red Bull als auch bei Mercedes. Bei Force India und McLaren sorgten dagegen die Boxenstopps für Ärger. Wir beantworten die letzten offenen Fragen in unserer Rennanalyse.

24.03.2013 Tobias Grüner

Warum griff Vettel trotz Stallregie Webber an?

Diese Frage stellte sich nach dem Rennen das halbe Fahrerlager. Eine gute Erklärung hatte aber niemand parat. Als Entschuldigung für Vettel lässt sich nur anführen, dass Webber ebenfalls kein Kind von Traurigkeit ist. In den letzten beiden Fällen von Red Bull-Stallregie war der Australier auch nicht besonders kooperativ: In Silverstone 2011 griff er Vettel trotz Teamorder in den letzten Runden an, kam aber nicht vorbei am Deutschen. Beim Saisonfinale 2012 in Sao Paulo sollte Webber den Deutschen bei der Titeljagd unterstützen, verweigerte aber erneut die Kooperation.

Das Verhältnis der beiden Bullen ist seit der Kollision von Istanbul 2010 angespannt. Von Webber gab es nach dem Manöver den Stinkefinger aus dem Cockpit. Keiner gönnt dem anderen auch nur ein bisschen Erfolg. Nach drei Titeln und 25 Siegen in den letzten drei Jahren hatten viele vom Heppenheimer aber etwas mehr Reife und Fairplay im Teamduell erwartet. Doch wie bei Schumacher früher zählt auch bei Vettel offenbar nur der Sieg um jeden Preis. Und wie sagte ein Fahrerkollege hinter vorgehaltener Hand: "Was soll Red Bull auch machen. Rauschmeißen können sie einen dreifachen Weltmeister ja nicht."

Warum durfte Rosberg nicht an Hamilton vorbei?

Wäre Sebastian Vettel nicht gewesen, hätte Mercedes die negative Stallregie-Presse für sich alleine gehabt. Jahrelang war Teamorder bei den Silberpfeilen ein Tabuthema. Doch auf Anweisung von Teamchef Ross Brawn musste sich Nico Rosberg in Malaysia hinter Lewis Hamilton anstellen. Sportchef Toto Wolff gab als Grund an, dass beide Fahrer Sprit sparen mussten und deshalb gemeinsam im gemäßigten Tempo der Ziellinie entgegen fahren sollten. Doch Rosberg widerlegte die Aussage und betonte, dass er nicht "unnormal Sprit sparen" musste.

Bleibt nur die Möglichkeit, dass Brawn ein heißes Duell seiner beiden Piloten verhindern wollte. Doch Lewis Hamilton hätte wohl keinen großen Kampf geliefert. Nach dem Rennen war dem Briten sein dritter Platz regelrecht peinlich: "Ich muss mich bei Nico entschuldigen. Er hatte im Rennen eine bessere Pace. Eigentlich sollte er auf dem Podium stehen. Würde ich ihn künftig vorbeilassen in der gleichen Situation? Wahrscheinlich schon." Sowohl Niki Lauda als auch Toto Wolff kündigten an, dass man in solchen Situationen bei der nächsten Gelegenheit anders entscheiden will.

Warum blieb Alonso mit gebrochenem Flügel draußen?

Fernando Alonso krachte schon in der zweiten Kurve in das Heck von Sebastian Vettel. Der Frontflügel am Ferrari hing fortan auf Halbmast. Doch auf nasser Strecke konnte Alonso die Pace der Konkurrenz noch erstaunlich gut mitgehen. "Das Auto hat sich auch noch gut angefühlt", berichtete der Spanier später. "Wir haben deshalb entschieden, mit dem Schaden weiterzufahren. Ein Boxenstopp hätte mich in der ersten Runde 25 Sekunden gekostet. Und für einen Wechsel auf Slicks war es noch zu nass."

Doch an der Boxenmauer sah man das Unheil kommen. Kurz vor der Boxeneinfahrt funkte man dem zweifachen Weltmeister noch schnell ins Cockpit, dass er zur Reparatur kommen soll. "Da war es aber schon zu spät", berichtet Alonso. Auf der Zielgeraden verabschiedete sich der Spoiler dann komplett. Der Flügel verfing sich unter der Nase und reduzierte damit die Bremswirkung auf der Vorderachse. Aus dem Kiesbett kam der Ferrari nicht mehr raus.

Wer schaffte eine Dreistopp-Strategie?

Auf trockener Strecke zeigte sich in Malaysia, wer besonders sanft mit den Reifen umgeht und wer die Pirelli-Gummis härter rannimmt. Fast das gesamte Feld musste vier Mal zum Boxenstopp. Einige Piloten, wie zum Beispiel Massa, Gutierrez, Perez und Hülkenberg versuchten nur drei Mal bei den Mechanikern vorbeizukommen. Sie mussten ihre Strategie aber unfreiwillig ändern.

"Es war unmöglich", erklärte Hülkenberg. "Mit diesem Tempo hätten die Reifen das Rennen nie überlebt. Der Sauber-Pilot entschied sich noch rechtzeitig, die Strategie zu ändern. Bei Perez brachen die Gummis so stark ein, dass er zwei Runden vor der Zielflagge zu einem letzten Wechsel an die Box kommen musste. Nur vier Piloten kamen mit zwei Stopps über die Distanz: Räikkönen, Grosjean, Vergne und Bottas. Aus dem Quartett konnten aber nur die beiden Lotus-Piloten ein gutes Tempo über die Distanz gehen.

Warum mussten die Force India-Piloten aufgeben?

Force India sah in den Trainings lange aus wie ein sicherer Kandidat für die Punkte. Doch im Rennen war für Adrian Sutil und Paul di Resta frühzeitig Schluss. Verantwortlich für den Ausfall waren neue Radmuttern, die man erst seit dieser Saison verwendet. "Bei den Testfahrten in Barcelona und beim ersten Renneinsatz in Australien gab es keine Probleme", zuckte Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer mit den Schultern.

Man vermutet, dass sich das Material in der Hitze von Malaysia verformt hat und die neuen Räder deshalb nicht richtig festgezurrt werden konnten. Da Felge und Mutter verbunden sind, konnte man auch nicht einfach die Muttern tauschen. Sowohl Sutil als auch Di Resta blieben ewig an der Box stehen. Dabei zeigten sich unter der Haube erste Überhitzungserscheinungen. Nach dem großen Zeitverlust entschied sich das Team schließlich dafür, das Material zu schonen und beide Autos zurückzuziehen. Laut Szafnauer will man aber am neuen System festhalten.

Was ging bei Jenson Button schief?

Auch Jenson Button verlor das Rennen in der Boxengasse. Bei seinem dritten Stopp wurde der Brite losgeschickt, obwohl die Radmutter vorne rechts noch nicht richtig festgezogen war. "Wir müssen uns bei Jenson entschuldigen. Das Licht der Ampel zeigte grün obwohl noch nicht alles fertig war. Er hat nichts falsch gemacht", erklärte Martin Whitmarsh anschließend. "Wir peilen Stopps von 2,5 Sekunden an. Das ist am Limit. Wir müssen unsere Prozesse noch einmal überprüfen." 85 Sekunden verlor Button und fiel aussichtlos zurück. Zwei Runden vor Schluss zog McLaren das Auto schließlich zurück, um in China ein neues Getriebe einbauen zu können.

In unserer Galerie haben wir noch einmal die Highlights aus Sepang.

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