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Rennanalyse GP Malaysia 2014

Mercedes spielt nur mit der Konkurrenz

Nico Rosberg  - GP Malaysia 2014 Foto: Mercedes 62 Bilder

Der Grand Prix von Malaysia wies viele Gemeinsamkeiten mit Australien auf. Wie viel hatte Mercedes noch in der Hinterhand? Was war dieses Mal mit Rosberg los? Und welche Strategie war die beste für Sepang? In unserer Rennanalyse suchen wir nach Antworten.

30.03.2014 Tobias Grüner

Wie viel hatte Mercedes noch in der Hinterhand?

In Australien gewann Nico Rosberg mit 24 Sekunden vor Ricciardo. In Malaysia gewann Lewis Hamilton mit 24 Sekunden vor Vettel. Genau die Zeit, die man für einen Boxenstopp benötigt, wenn ein plötzliches Problem auftritt. Das nährt den Verdacht, dass die Silberpfeile nur mit der Konkurrenz spielen. "Das Auto war heute spektakulär", lobte der Rennsieger die Arbeit der Ingenieure.

"Im Rennen ging es darum, das Team und das Auto für 56 Runden zu verwalten, ohne dabei Probleme zu haben oder Fehler zu machen", erklärt Co-Teamchef Paddy Lowe. Sehr angestrengt klingt das nicht. Kollege Toto Wolff will von einer Spazierfahrt aber nichts wissen. "Wegen der Gefahr eines Gewitters konnten wir nicht einfach rumcruisen." Rosberg geriet aber nur im ersten Stint etwas in Gefahr, den zweiten Platz an Vettel zu verlieren.
 
Danach fuhren die Silberpfeile den Doppelsieg souverän nach Hause. "Beim Motor waren wir heute auf der sicheren Seite. Das heißt, dass wir nicht immer voll gefahren sind – vor allem wegen der Kühlung. Das Ding wird richtig heiß, wenn man voll fährt. Und es war so schon heiß draußen. Deshalb haben wir versucht, auf der vorsichtigen Seite zu sein." Soll heißen: Ein bisschen was hat Mercedes immer noch in der Hinterhand.

Wer ist die Nummer 2 im Feld?

In Australien wechselten sich verschiedene Teams an der Spitze der Mercedes-Verfolger ab. In Malaysia zeigte sich, dass wohl nur Red Bull einigermaßen mithalten kann. Das Weltmeisterteam hat noch einmal eine Schippe draufgelegt. "Es ist unglaublich, was wir in kurzer Zeit geschafft haben", freut sich Teamchef Christian Horner. "Und beim Motor geht noch mehr. Beim Testen war der Antrieb bei 10 Prozent, in Australien waren wir bei 60 Prozent, jetzt vielleicht bei 65 Prozent."
 
Im Red Bull-Lager hofft man, den Abstand weiter reduzierenzu können: "Die Lücke zu Mercedes ist groß. Ihr Vorteil liegt klar auf der Geraden. Im ersten Sektor haben sie uns gekillt. Aber da sind wir nicht die einzigen. Wenn man gesehen hat, welche Probleme Alonso mit frischeren Medium-Reifen und DRS gegen Hülkenberg auf gebrauchten harten Reifen hatte, dann spricht das Bände. Ich glaube aber, dass die meisten unserer Probleme mit der Software zu tun haben. Deshalb können die notwendigen Schritte trotz der Homologation der Motoren gemacht werden."

Warum konnte Rosberg das Hamilton-Tempo nicht mitgehen?

Diese Frage stellt sich Nico Rosberg wohl selbst noch auf dem Rückflug in die Heimat. "Am Anfang habe ich einfach nicht den Grip gefunden. Erst ab dem dritten Reifensatz ging es besser", zuckte der Pilot mit den Schultern. Auch die Ingenieure hatten keine Antwort parat. Toto Wolff stellte nur eine Vermutung auf: "An den TV-Bildern hat man gesehen, dass in den ersten paar Kurven das Auto ein paar Mal ausgebrochen ist. Es hat aber sicher nicht an Nico selbst gelegen."

Hat sich die Zweistopp-Strategie bei Hülkenberg ausgezahlt?

Nico Hülkenberg war der einzige Pilot in den Punkten mit einer Zweistopp-Strategie. Nach dem Rennen freute sich der Rheinländer. "Wir hatten das Reifenmanagement jederzeit unter Kontrolle und konnten noch eine gute Pace fahren." Am Ende reichte es nicht ganz, um Alonso zu schlagen. Drei Runden vor Schluss ging der Ferrari vorbei. "Wir haben uns auf den harten Reifen schwerer getan als erwartet", erklärt Sportdirektor Otmar Szafnauer. "Die Abstimmung hat mehr zu den Mediums gepasst. Ich denke, der Unterschied zu einer Dreistopp-Strategie war nicht sehr groß."
 
Auch bei Red Bull hat man über eine Zweistopp-Strategie nachgedacht. "Dann ist aber Alonso an die Box gekommen und wir mussten uns die Frage stellen, was wir erreichen können", erklärt Christian Horner. "Mercedes war außer Reichweite. Und die Dreistopp-Strategie war die sichere Variante." Während Red Bull defensiv spielte, gab es für Mercedes keine andere Wahl. "Zwei Stopps waren für uns keine Option. Das haben wir schon vor dem Rennen beschlossen", verriet Toto Wolff.

Warum wurde mehr überholt als in Melbourne?

In Melbourne sahen die Fans kaum direkte Duelle auf der Strecke. In Malaysia wurde wenigstens ein bisschen überholt. Das hatte mehrere Gründe. Zum ersten Mal waren wegen der Hitze deutlichere Unterschiede in Sachen Reifenverschleiß zu erkennen, was zu Geschwindigkeitsunterschieden führte. Dazu hat die Strecke in Malaysia gleich zwei lange DRS-Zonen zu bieten.

In unserer Bildergalerie haben wir die Highlights des Rennens gesammelt.

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