Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Malaysia 2015

Ferrari in allen Belangen besser als Mercedes

Lewis Hamilton - Mercedes - Sebastian Vettel - Ferrari - GP Malaysia 2015 - Formel 1 Foto: xpb 79 Bilder

Warum konnte Ferrari Mercedes schlagen? Warum war Williams so weit von Ferrari und Mercedes weg? Was passierte mit Button und Alonso? Was lief bei Red Bull schief? War die Strafe gegen Force India gerechtfertigt? In unserer Rennanalyse beantworten wir die wichtigsten Fragen.

29.03.2015 Andreas Haupt

Warum konnte Ferrari Mercedes schlagen?

Satteln wir das Pferd von beiden Seiten auf. Die Silberpfeile lieferten in Malaysia kein perfektes Wochenende ab. In Q1 verschoss man an beiden Autos ohne Not einen frischen Reifensatz der Medium-Garnitur, der im Rennen fehlte.

Daneben richtete man das Setup eine Spur zu sehr auf das Zeittraining aus. Die Piloten büßten es. "Ich konnte keine gute Balance finden. Erst auf meinem zweiten Option-Satz wurde es besser", berichtete Lewis Hamilton. Auch in der Strategie hatte Mercedes nicht seinen besten Tag. "Wir hätten bei der frühen Safety-Car-Phase vielleicht splitten und einen der beiden auf der Piste lassen sollen", meinte Teamchef Toto Wolff.

Der Vettel-Triumph war allerdings nicht allein auf die schwächelnden Mercedes zurückzuführen. Der viermalige Champion fuhr einen perfekten Grand Prix. "Sebastian war magisch", schwärmte Teamchef Maurizio Arrivabene.

Ferraris Geschwindigkeit passte über das gesamte Rennen. Das unterstrich auch Kimi Räikkönen, der sich nach einer verpatzten Startphase samt Reifenschaden vom Ende des Feldes wieder bis auf Position vier vorarbeitete. "Unsere Pace war vielleicht einen Tick besser als die von Mercedes", sagte der technische Direktor James Allison. Der Schlüssel neben der guten Strategie: der SF15-T streichelt die Reifen.

Die hohen Temperaturen spielten Ferrari in die Karten. In China dürfte das Bild schon wieder anders aussehen. "Ich denke, dass Mercedes zu diesem Zeitpunkt der Saison mit den heißen Temperaturen zu kämpfen hat. In China sollte es kühler sein, daher erwarte ich sie dort sehr, sehr stark." Allerdings ist mit Ferrari zu rechnen. Die Scuderia hat verglichen mit 2014 einen Riesensprung gemacht. "Das Ergebnis war vielleicht ein Weckruf", sagte Wolff.

Warum war Williams so weit von Ferrari und Mercedes weg

Williams ist im F1-Feld die dritte Kraft. Das bestätigte der GP Malaysia. Der Rückstand auf Sieger Ferrari war für den Traditionsrennstall allerdings erschreckend groß. Valtteri Bottas (Platz 5) und Felipe Massa (Platz 6) fehlten im Ziel über 70 Sekunden. Die Gründe waren schnell gefunden. "Uns fehlt in den Kurven der Abtrieb. Vor allem in den langsamen", sagte Bottas. "Unser Reifenverschleiß ist zu hoch", fügte Massa hinzu.

Bottas haderte zudem mit seiner Startrunde. "Sie war vielleicht die schlechteste, die ich je hatte. Ich war sowohl in den Kurven eins und zwei als auch in Turn vier eingeklemmt und habe jede Menge Positionen verloren." In der Safety-Car-Phase gingen beide Piloten zum Reifenwechsel. Beim Restart belegten sie die Plätze acht und zwölf. Im Verkehr verlor man in mehreren Zweikämpfen Zeit. Zu allem Überfluss gab es beim letzten Pit-Stopp von Massa kleine Probleme, die zwei Sekunden kosteten.

Was passierte mit Button und Alonso?

Die McLaren-Hondas zeigten sich im Vergleich zum GP Australien deutlich verbessert. Das lag einerseits daran, dass Honda für das Rennen in Malaysia mehr Power freigab. Insgesamt rund 25 PS. Andererseits brachte McLaren ein paar neue Aeroteile an den MP4-30, die gut funktionierten. Dadurch konnten sowohl Fernando Alonso als auch Jenson Button den Anschluss an das Feld halten.

Doch die Antriebseinheit ist noch nicht sattelfest. In Runde 21 musste Alonso das Rennen aufgeben. Auf Position neun liegend, vorgespült allerdings durch ein paar frühere Boxenstopps der Konkurrenz. Honda-Motorsport-Boss Yasuhisa Arai klärte auf: "Wir haben Fernando gesagt, dass wir das Auto abstellen müssen. Wir hatten ein Problem mit der ERS-Kühlung." Trotzdem war der Japaner positiv gestimmt. "Wir haben besonders an Fernandos Auto gesehen, dass unsere Pace ermutigend war."

In Runde 41 musste Button die Segel streichen. "Jenso hatte Power verloren." Beim ersten Blick auf die Daten schloss Arai einen Schaden am Honda-V6 aus. Er vermutete ein weiteres Problem im Umfeld der Hybridbausteine. Doch bei genauerer Betrachtung stellte Honda einen Turbolader-Schaden fest.

Was lief bei Red Bull schief?

Für Red Bull war der GP Malaysia ein weiteres Rennen zum Vergessen. Daniil Kvyat und Daniel Ricciardo belegten nur die letzten beiden Punkteränge. Allerdings schob der Rennstall nicht wie in Melbourne die Schuld auf Motorenpartner Renault. "Vom Motor waren wir besser aufgestellt, das war in Ordnung", berichtete Teamberater Helmut Marko. Dafür verteufelte er die Bremsen. "Man hat es an den TV-Bildern gesehen, wie es beim Anbremsen herausstaubte. Nach achten Runden waren die Bremsen hinüber. Sowohl Ricciardo als auch Kvyat konnten nicht mehr voll in die Eisen. Sie mussten in die Kurve rollen lassen."

Marko kündigte unmittelbar nach dem Rennen an: "Wir werden den Hersteller wechseln und zu Brembo gehen." Der Bremsenverschleiß, wirkte sich auch negativ auf den Reifenverschleiß aus. Doch das war nicht der alleinige Grund dafür, dass Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat dreimal zum Reifenwechsel antreten mussten. Der RB11 geht nicht so schonend mit den schwarzen Walzen um, wie etwa der Ferrari. "Wir haben von vornerein drei Stopps geplant. Zwei konnten wir nicht schaffen", erklärte Teamchef Christian Horner.

Ws noch hinzukam: Ricciardo beschädigte sich nach dem Start in in den Kurven eins und zwei seinen Frontflügel. Weil er das Auto von Nico Rosberg berührte. "Das kostete 30 Punkte Abtrieb", bezifferte Marko.

War die Strafe gegen Force India gerechtfertigt?

Nico Hülkenberg und Sergio Perez sorgten für zwei Aufreger des Rennens. Zuerst hebelte der lange Rheinländer Kvyat im Red Bull aus. Der Crash passierte in der Einfahrt zur engen Spitzkehre in Turn 2. Kvyat versuchte außen herum am Force India vorbeizugehen, und wähnte sich beim Einlenken bereits vorne. Jedoch war Hülkenberg mit der Schnauze des VJM08 noch auf Höhe der Red Bull-Hinterachse. "Da kann man nichts machen. Aus meiner Sicht hat er mir zu wenig Platz gelassen", meinte Hülk.

Die Rennkommissare sahen es anders und verdonnerten ihn zu einer Zehnsekunden-Strafe, die er beim nächsten Stopp absaß. Perez tat es seinem Stallgefährten gleich. Er fasste dieselbe Strafe auf. Für eine Berührung mit Romain Grosjean in Kurve 13, bei der sich der Lotus einmal umdrehte, aber weiterfahren konnte.

"Wir müssen die Entscheidungen akzeptieren. Von der Boxenmauer aus haben wir nicht alle Einstellungen und Blickwinkel wie die Stewards", meinte Robert Fernley, stellvertretender Teamleiter. Er fügte vielsagend an: "Vor geraumer Zeit hat die FIA entschieden, dass es nur noch Strafen bei schweren Vergehen geben soll. Die Frage ist: Waren die beiden Manöver dermaßen hart?"

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Sebastian VettelFerrari1:41.05,793 Std.
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0:08.569 Min.
3. Nico RosbergMercedes+ 0:12.310
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:53.822
5. Valtteri BottasWilliams+ 1:10.409
6. Felipe MassaWilliams+ 1:13.586
7. Max VerstappenToro Rosso+ 1:39.085
8. Carlos SainzToro Rosso+ 1 Runde
9. Daniil KvyatRed Bull+ 1 Runde
10. Daniel RicciardoRed Bull+ 1 Runde
11. Romain GrosjeanLotus+ 1 Runde
12. Felipe NasrSauber+ 1 Runde
13. Sergio PerezForce India+ 1 Runde
14. Nico HülkenbergForce India+ 1 Runde
15. Roberto MerhiManor F1+ 3 Runden
16. Pastor MaldonadoLotusAusfall
17. Jenson ButtonMcLaren-HondaAusfall
18. Fernando AlonsoMcLaren-HondaAusfall
19. Marcus EricssonSauberAusfall
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden