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Rennanalyse GP Mexiko 2015

Hamilton zum Glück gezwungen

Lewis Hamilton - GP Mexiko 2015 Foto: Wilhelm 57 Bilder

Wären die beiden Mercedes nicht zum Sicherheitsstopp an die Box gekommen, hätte das böse Folgen für Hamilton haben können. In unserer Rennanalyse erklären wir warum und beantworten noch einige weitere offene Fragen.

02.11.2015 Tobias Grüner
Warum beklagte sich Hamilton zu Unrecht über den zweiten Stopp?

Eigentlich hätte es für die Mercedes-Teamleitung ein entspanntes Rennen werden können. Ausnahmsweise gab es im Duell der Silberpfeile kein Ärger in der ersten Kurve. Nico Rosberg führte das Rennen souverän an, als die Strategen in der 46. Runde etwas Spannung reinbrachten. Beide Fahrer wurden zu einem zweiten Sicherheitsstopp an die Box gerufen. Doch Hamilton ignorierte die Aufforderung zunächst. Der Engländer kam erst zum Reifenwechsel, als der Befehl im zweiten Anlauf mit Nachdruck übermittelt wurde.

Doch ohne den zweiten Stopp hätte es böse ausgehen können für Hamilton. Mercedes wäre sonst spätestens in der Safety-Car-Phase zum Stopp gezwungen worden, weil sich die Konkurrenz dahinter ebenfalls frische Reifen abholte. Hamilton hätte dann hinter Rosberg auf die Abfertigung warten müssen. Den Zeitverlust hätte der Weltmeister wohl gerade noch verkraftet. Doch bei längerem Stillstand befürchteten die Ingenieure eine Überhitzung der Bremsen. Das hätte sogar zum Ausfall führen können.

Wie kam Bottas an den Red Bull vorbei?

Bei Williams musste man nach dem Rennen zugeben, dass Red Bull vom Speed her eigentlich das schnellere Auto hatte. Nur mit einer aggressiven Strategie und etwas Safety-Car-Glück schaffte man es, Bottas über die 71 Runden an Ricciardo und Kvyat vorbeizulotsen. Schon in Runde 8 holten die Strategen Bottas an die Box. Da sah Red Bull die Gefahr noch nicht kommen. "Wir haben ihren Funkspruch gehört", berichtete Williams-Chefingenieur Rob Smedley. "Sie haben ihren Fahrern gesagt, dass andere Piloten auf einer Zweistopp-Strategie sind."

Doch diese Annahme war falsch. Bottas sollte nach dem frühen Stopp 63 Runden bis zum Ende durchfahren. Mit frischen Reifen konnte er zunächst schneller fahren als Ricciardo. Als der Australier nach seinem Stopp in Runde 24 wieder auf die Bahn kam, lag er hinter dem Williams. Trotz frischerer Gummis kam er anschließend nicht vorbei. "Wir waren in den Kurven schneller. Aber auf den Geraden hatten wir keine Chance", erklärte der Australier später.

Als dann das Safety-Car in Runde 51 auf die Bahn kam, wollte Williams Bottas eigentlich erst draußen lassen. "Wir mussten auf jeden Fall erst Felipe abfertigen. Bei ihm war der Verschleiß höher", erklärt Smedley. Doch dann gingen die beiden Red Bull erneut an die Box. "Wir haben schnell ausgerechnet, ob Valtteri bei einem Stopp vor Ricciardo bleiben würde und haben ihn eine Runde später dann auch reingeholt." Der Plan ging auf. Mit dem besseren Top-Speed schnappte sich Bottas Kvyat beim Restart und gab den Podiumsplatz bis ins Ziel nicht mehr ab.

Hätte Vettel Mercedes herausfordern können?

Mercedes fuhr an der Spitze ein eigenes Rennen. Red Bull musste früh abreißen lassen und kämpfte wie bereits erwähnt mit Bottas um den letzten Podiumsplatz. Weil sich Ferrari selbst aus dem Rennen warf, konnte Mercedes sogar einen Sicherheitsstopp einlegen. Doch hätte Sebastian Vettel bei einem normalen Rennverlauf den Speed gehabt, die Silberpfeile unter Druck zu setzen?

"Die Pace war sehr vielversprechend. Leider konnten wir das in unserer Position nicht zeigen. Wir waren aber näher an Mercedes dran als in den letzten Rennen", erklärte Vettel nach seinem Ausfall. "Ich weiß nicht genau, ob wir sie unter Druck gesetzt hätten oder ob es bei ihnen noch Reserven gab. Als ich mit einer Runde Rückstand in ihrer Nähe war, sah es aber so aus, als würden sie richtig Gas geben und unsere Pace war sehr ähnlich."

Doch Vettel könnte sich bei dem Eindruck getäuscht haben. Der Ferrari-Pilot landete in Runde 35 zwischen den Silberpfeilen, weil er gerade seinen zweiten Boxenstopp absolviert hatte. Die Medium-Reifen der Mercedes waren zu diesem Zeitpunkt allerdings schon 7 bzw. 9 Runden älter. Und nachdem Hamilton in Runde 41 per blauen Flaggen vorbeigewinkt wurde, verlor Vettel bis zum zweiten Stopp des Briten trotz frischerer Reifen noch weitere anderthalb Sekunden in nur 6 Runden.

Wem nützte das Safety-Car?

Das Safety-Car nach dem Crash von Sebastian Vettel hat das Feld 19 Runden vor Schluss noch einmal zusammengeführt. Wichtiger war aber die Möglichkeit frische Reifen abzuholen ohne viel Zeit zu verlieren. Davon profitierten alle Piloten, die schon früh zum ersten Boxenstopp gekommen waren und sich am Ende irgendwie über die Distanz retten wollten. Dazu gehörten die beiden Williams, die beiden Lotus sowie Nico Hülkenberg.

Verlierer waren die Fahrer, die in der Anfangsphase Reifen geschont haben, und dann am Ende noch Plätze gutmachen wollten. Das waren wie erwähnt die beiden Red Bull sowie Sergio Perez. Der Mexikaner war nach dem Rennen richtig sauer. Die Strategen hatten ihn in der Safety-Car-Phase draußen gelassen. Man hoffte damit an Hülkenberg oder Massa vorbeizukommen. "Doch ich habe meinen Platz behalten und die anderen hinter mir hatten plötzlich frische Reifen. Das wurden ziemlich anstrengende letzte Runden", schimpfte der Lokalmatador.

Warum musste Vettel nach dem Rennen zu den Stewards?

Als wäre der Ärger über den selbstverschuldeten Crash nicht schon schlimm genug, musste Vettel nach dem Rennen auch noch bei den FIA-Stewards antreten. Der Deutsche hatte in der Startrunde einfach Kurve 13 ausgelassen. Das ist laut den Regeln nicht erlaubt. Zumindest nicht ohne guten Grund.

Doch die Schiedsrichter verzichteten nach Ansicht des Videos und Befragung des Piloten auf eine Strafe. Vettel hatte gesehen, dass sich die Lauffläche seines platten Hinterreifens löste und entsorgte diese praktischerweise neben der Strecke. Dort wurde der Gummiring dann von einem Streckenposten gefahrlos aufgesammelt.

Die besten Bilder vom GP Mexiko zeigen wir Ihnen in unserer Galerie.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Nico RosbergMercedes1:42.35,038 Std.
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0:01.954 Min.
3. Valtteri BottasWilliams+ 0:14.592
4. Daniil KvyatRed Bull+ 0:16.572
5. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:19.682
6. Felipe MassaWilliams+ 0:21.493
7. Nico HülkenbergForce India+ 0:25.860
8. Sergio PerezForce India+ 0:34.343
9. Max VerstappenToro Rosso+ 0:35.229
10. Romain GrosjeanLotus+ 0:37.934
11. Pastor MaldonadoLotus+ 0:38.538
12. Marcus EricssonSauber+ 0:40.180
13. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 0:48.772
14. Jenson ButtonMcLaren+ 0:49.214
15. Alex RossiManor+ 2 Runden
16. Will StevensManor+ 2 Runden
17. Felipe NasrSauberAusfall
18. Sebastian VettelFerrariAusfall
19. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
20. Fernando AlonsoMcLarenAusfall
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