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Rennanalyse GP Monaco

Alonso eiskalt

Foto: dpa 83 Bilder

Kimi Räikkönen bastelt eifrig am Image als "Iceman". Doch Fernando Alonso ist auf dem besten Weg dazu, dem temperamentlosen Finnen in Bezug auf die Coolness ernsthaft Konkurrenz zu machen.

29.05.2006

Der 24-Jährige aus dem nordspanischen Oviedo bewies in Monaco, wie kaltschnäuzig er sich die Rennen einteilt. Wie eine Mensch gewordene Siegmaschine hamstert die Punkte, bislang in diesem Jahr immerhin 64 von 70 möglichen Zählern. Emotionslos ließ er nach dem vierten Sieg des Jahres wissen: „Wenn wir so weitermachen könnte gut sein, dass wir die WM verteidigen können.“

Auf der Piste hatte er das große Ziel stets fest im Blick und er leistete sich keine Millisekunde der Unachtsamkeit: „Er hatte alles perfekt unter Kontrolle“, begeisterte sich Renault-Technikchef Pat Symonds. „Klasse, wie er nach den Boxenstopps absichtlich etwas langsamer gefahren ist, um die Hinterreifen zu schonen. Immer wenn es nötig war etwas schneller zu fahren, hat es Fernando auch genau so gemacht.“

Auch der sechstplatzierte Giancarlo Fisichella wurde vom Chef lobend erwähnt. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Fahrer gesehen zu haben, der in Monaco derart aggressiv zu Werke gegangen ist“, sagte Symonds. „Seine Überholmanöver waren gewagt aber perfekt getimt.“

Schumachers Aufholjagd

„In Monaco ist es unmöglich zu überholen.“ So lautet eine scheinbar unumstößliche Formel 1-These. Auch die Fahrer wurden nicht müde, sie vor dem Rennen gebetsmühlengleich zu wiederholen.

Doch Michael Schumachers Fahrt von Platz 22 zu Beginn auf Rang fünf nach 78 Runden zeigt: Man kann doch überholen. Zumindest, sofern die Vordermänner in zweitklassigen Autos sitzen. Der Ex-Weltmeister kämpfte zumindest Jenson Button (Honda) und Jacques Villeneuve im Zweikampf Rad an Rad nieder. Die meisten seiner 17 Positionsverbesserungen waren jedoch auf Ausfälle der Gegner Mark Webber (Williams, Brand), Jarno Trulli (Toyota, Hydraulikschaden), Kimi Räikkönen (McLaren, Brand), Christian Klien (Red Bull, Getriebschaden) sowie auf die Ferrari-Taktik mit nur einem Boxenstopp zurückzuführen.

Technikchef Ross Brawn war zufrieden: „Es waren schwierige Umstände, und da werden wir bei Ferrari ja immer stärker. Wir rücken enger zusammen und geben dann alles, was wir haben. Nach diesem Wochenende sind wir noch entschlossener, Erfolg zu haben. Michael war eindeutig der Schnellste im Rennen. Wir hatten das beste Auto, die besten Reifen und auch den besten Fahrer. Es ist natürlich frustrierend, dass wir nicht von vorne starten konnten.“

Michael Schumacher fügte hinzu: „Heute hat jeder gesehen, dass ich keiner bin, der aufgibt. Ich bin aber immer noch enttäuscht über das, was gestern passierte. Ich muss aber zugeben, dass es von außen betrachtet schon etwas komisch aussah. Es tut mir echt leid, dass ich Fernando die Runde ruiniert habe aber es war definitiv keine Absicht dabei.“

Wie stark Schumachers Leitung war, zeigt auch der Vergleich mit dem Teamkollegen. Felipe Massa, der nach seinem Trainingsunfall mit dem 21. Startplatz vorlieb nehmen mußte, lief nur als Neunter ein. Beweis dafür, dass auch der mit vielen Vorschußlorbeeren angetretenen Brasilianer nicht das Zeug dazu hat, aus dem Schatten des Schuminators zu treten. Wie sein Vorgänger Rubens Barrichello ist Massa im Team die Nummer 1b, und er muss aufpassen, nicht zur Nummer 1c degradiert zu werden. „Ich habe viel Zeit hinter Autos verloren, die viel langsamer als ich waren“, klagte Massa.

Die unbelohnten Helden von Williams

Williams schnupperte am großen Erfolg. Doch am Ende standen die Briten mit leeren Händen da. Mark Webber und Nico Rosberg kamen nicht ins Ziel. Webber, der neben Alonso in der ersten Startreihe gestanden war, mußte in Runde 48 aufgeben. „Ich bin eine ganze Stunde im Qualifying-Tempo gefahren“, stöhnte der Australier, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang drei lag und mit den führenden Alonso und Räikkönen gut mithalten konnte. Doch ein gebrochener Auspuff des Cosworth-V8 setzte den Kabelbaum des Williams in Brand. Webber: „Ich denke dass wir heute Besseres verdient gehabt hätten.“

Nico Rosberg verzeichnete einen guten Start: Der 20-Jährige machte zwei Positionen gut und kam auf Rang sechs nach vorne. „Doch dann bin ich hinter Rubens Barrichello festgesteckt. Der war wirklich saulangsam“, ärgerte sich der Deutsche. Im Gegensatz zu Rosberg war der Honda-Mann allerdings auf Ein-Stopp-Strategie gepolt. „Von da an war mein Rennen gelaufen“, sagte Rosberg. Nach 51 Runden kam in der Zielkurve das Aus für Rosberg. „Das Gaspedal blieb stecken, und deswegen bin in die Leitplanke geschoben worden.“

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