Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: Rennanalyse GP Monaco

Schumacher von Rennleitung genarrt

GP Monaco 2010 Foto: xpb 30 Bilder

War die Strafe gegen Michael Schumacher gerechtfertigt? Warum war Mark Webber so dominant? Und wie konnte Fernando Alonso so weit nach vorne fahren? Die offenen Fragen des Rennens in Monaco beantworten wir wie immer in unserer Rennanalyse.

16.05.2010 Tobias Grüner

War die Strafe gegen Michael Schumacher gerechtfertigt?

Es war die Frage, die das gesamte Fahrerlager nach dem Zieleinlauf von Monaco beschäftigte: Hat Michael Schumacher den Ferrari von Fernando Alonso in der letzten Kurve regelwidrig überholt oder war das Manöver legal? Wer bei Mercedes und Ferrari nachfragte, bekam kaum überraschend zwei verschiedene Antworten. Aber auch die anderen Teams waren sich nicht einig. Bei McLaren wurde Lewis Hamilton angewiesen, kein Überholmanöver zu starten. Renault funkte Robert Kubica ins Cockpit, er solle ab der Safety-Car-Linie auf Angriffe der Konkurrenz aufpassen.

Selbst die Stewards schienen sich ihrer Sache nicht sicher zu sein. Knapp drei Stunden brauchten die FIA-Kommissare, bis der Funkverkehr abgehört und ein abschließendes Urteil gefällt wurde. Am Ende wurde Schumacher wieder einmal für ein Manöver in der Rascasse-Kurve schuldig gesprochen. Die fällige 20-Sekunden-Strafe warf ihn von Rang sechs bis auf Position zwölf zurück. Mercedes GP hat seinen Einspruch bereits bei der FIA hinterlegt. Bis Istanbul will der Weltverband eine Entscheidung treffen.

Wie das endgültige Urteil aussieht, ist unklar. Am Ende wird es darauf ankommen, welcher Paragraph in diesem Fall überhaupt zur Anwendung kommt. War das Rennen auf den letzten Metern zwischen Safety-Car-Linie und Ziel noch einmal freigegeben, wie Mercedes behauptet, dann war das Manöver von Schumacher nach Artikel 40.11. des Reglements legal. Folgt das Berufungsgericht der Meinung Ferraris, dass das Rennen unter Safety-Car-Bedingungen abgeschlossen wurde, war der Angriff nach Paragraph 40.13 nicht erlaubt.

Die Rennleitung in Monaco stellte sich selbst ein Bein. Mit missverständlichen Meldungen wurde den Teams suggeriert, das Rennen könnte noch einmal freigegeben sein. Über die Monitore wurde die Meldung verbreitet, das Safety-Car wird regulär in die Box geholt. Die gelben Lampen auf dem Dach gingen daraufhin aus. Dafür leuchteten sowohl in den letzten Kurven als auch am Safety-Car grüne Lampen am Ende. Wie Mercedes in seiner Einspruchsbegründung anmerkt, wurden bei eingefrorenen Rennen in der Vergangenheit bis zur Zieldurchfahrt gelbe Flaggen geschwenkt. Dies war hier nicht der Fall.

Warum war Mark Webber so überlegen in Monaco?

Mit dem Rückenwind seines Barcelona-Sieges war Mark Webber auch in Monaco nicht zu stoppen. Die beiden Red Bull-Piloten konnten am Ende selbst nicht erklären, warum der Eine so viel schneller war als der Andere. "Vor allem bei den Restarts konnte ich nicht mithalten. Ich habe die Reifen irgendwie nicht auf Temperatur gebracht und war mehr seitlich als geradeaus unterwegs", klagte Vettel anschließend. "Die Gründe dafür müssen wir jetzt untersuchen. Ich hatte einfach keine Chance zu Beginn."

Webber fuhr in der ersten Phase des Rennens teilweise mehr als eine Sekunde schneller als sein Teamkollege. Schon die vier Zehntel Vorsprung im Qualifying waren eine kleine Welt im teaminternen Duell. Für Vettel wird es schwer, das Pendel wieder zu seinen Gunsten umzuschwenken. "Mein Selbstvertauen ist nach zwei Siegen sicher nicht niedrig", grinste Webber nach seinem Erfolg. "Allerdings bin ich auch lange genug dabei, um zu wissen, dass sich die Dinge schnell ändern können."

Hatte Ferrari die Alonso-Strategie schon vorher geplant?

Es schien ein cleverer Schachzug von Ferrari zu sein, Fernando Alonso schon in der ersten Safety-Car-Phase des Rennens sofort zum Pflichtstopp an die Box zu holen. Doch die italienischen Strategen haben dabei gar nicht auf den Crash von Nico Hülkenberg reagiert. "Es war von Anfang an unsere Taktik, Fernando schon in der ersten Runde reinzuholen", gab Teamchef Stefano Domenicali nach dem Rennen zu. Alonso wäre also auch ohne Safety-Car direkt zum Reifenwechsel gegangen.

Der Schlüssel zum sechsten Platz des Spaniers waren allerdings die kompromisslosen Manöver gegen die Neulinge im Hinterfeld. "Ich habe fünf oder sechs Autos auf der Strecke überholt und ein weiteres Duzend durch die gute Strategie." Dabei ging der zweifache Weltmeister gewohnt kompromisslos zu Werke, als er die Gegner reihenweise am Ausgang des Tunnels aufschnupfte. "Da half mir auch meine Frustration", gestand Alonso anschließend.

Warum war Robert Kubica in Monaco plötzlich ein Siegkandidat?

Robert Kubica erwischte in Monaco ein überraschend starkes Wochenende. Im Qualifying landete der Renault-Pilot nur drei Zehntel hinter Webber auf Rang zwei. Im Rennen musste er nur Vettel am Start passieren lassen. Von den Rundenzeiten blieb Kubica nie weit hinter dem Red Bull-Duo zurück. In Spanien lagen noch mehr als eine Sekunde zwischen den gelben und den blauen Autos. "Ich denke, Monaco ist eine der Strecken, die unserem Auto von der Charakteristik am besten passen", erklärte Kubica den unverhofften Aufschwung anschließend.

Der relativ kurze Renault ist wie gemacht für das enge Kurvengeschlängel von Monaco. Die vergleichsweise weiche Federung bügelt außerdem die zahlreichen Bodenwellen gut weg. "Es gibt noch einige Kurse, die uns liegen sollten", blickt Kubica voraus. Er weiß aber auch: "Auf normalen Rennstrecken stehen wir momentan in der vierten Reihe. Hier haben wir mit Red Bull gekämpft. Wir waren etwas langsamer als Mark (Webber) aber auf einer ähnlichen Pace wie Seabstian (Vettel). Das war schon etwas überraschend."

Umfrage
War das Überholmanöver von Michael Schumacher legal?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden