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Rennanalyse GP Russland 2015

Rosberg von Pfennig-Teil verraten

Start - GP Russland 2015 - Sochi - Rennen Foto: Wilhelm 69 Bilder

Der GP Russland 2015 war reich an Höhepunkten und Unfällen. In unserer Rennanalyse beantworten wir die dringensten Fragen nach dem Sochi-Spektakel.

11.10.2015 Andreas Haupt
Was führte zum Ausfall von Nico Rosberg?

Nico Rosberg dominierte das Russland-Wochenende. Im Qualifying schenkte er Lewis Hamilton über drei Zehntel ein. "Nico war einfach schneller", applaudierte selbst der Weltmeister. Im Gegensatz zum GP Japan setzte Rosberg seine Pole auch in die Rennführung um. Doch während der ersten Safety Car-Phase spielte plötzlich das Gaspedal verrückt. "Ich dachte, was ist jetzt denn los", kommentierte später ein niedergeschlagener Pilot.

Wie Toto Wolff nach dem Rennen erklärte, löste sich im Auto mit der Startnummer 6 eine Dichtung oder ein Metallring in der Gaspedal-Rückholfeder. "Ein Pfennig-Defekt", ärgerte sich der Teamchef. Dadurch rückte das Gaspedal nicht mehr in die Nullstellung zurück, sondern blieb bei etwa 20 Prozent hängen. Rosbergs Mercedes gab also beim Bremsvorgang weiterhin Gas.

"Ich habe versucht, den Fuß weiter nach hinten zu ziehen, in der Hoffnung, dass das Pedal auch nach hinten geht. Ich bin dann aber am Lenkrad angeschlagen", erklärte Rosberg seine Rettungsversuche. Es half nichts. In der siebten Runde musste Rosberg aufgeben. Er rollte in seinem Mercedes an die Box. Hätte das defekte Gaspedal auch zu einem schweren Unfall führen können? Ausgeschlossen ist so etwas nie. Aber Rosberg beruhigte. "Ich habe nachgefragt, ob das Gaspedal steckenbleiben könnte. Das Team hat mir über Funk gesagt, dass es im Fall der Fälle einen Mechanismus gibt, die Power komplett wegregelt." Das ist ab einem bestimmten Punkt der Fall, wenn der Fahrer gleichzeitig auf Gas und Bremse tritt.

Sieger Lewis Hamilton hatte im Rennen übrigens auch ein paar Probleme. Den Mercedes-Ingenieuren machte der Heckflügel 10 Runden vor Schluss sorgen. "Es gab einen Strömungsabriss. Vor allem als Lewis im Verkehr war. Wahrscheinlich hat sich eines der Wrackteile irgendwo verfangen", vermutete Wolff.

Wieso fuhr Rosberg in der Einführungsrunde so langsam?

Im Pressezentrum wunderte man sich, warum Rosberg in der Einführungsrunde zum GP Russland in den letzten beiden Kurven so viel Tempo rausnahm. In größerem Ausmaß als normalerweise üblich. Wollte der Silberpfeil-Pilot verhindern, dass ihm das gleiche Malheur wie in Japan passiert? Vor zwei Wochen überhitzte Rosberg auf dem Weg in die Startaufstellung seinen Motor und fiel anschließend beim Rennstart in ein Drehmomentloch. Woraus Lewis Hamilton gnadenlos Kapital schlug.

"Nico wollte schauen, dass er die Kupplung nicht überhitzt", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Damit ihm in gewisser Weise nicht noch einmal so etwas passiert wie in Japan."

Warum begab sich der Streckenposten in Lebensgefahr?

Kurz vor Schluss des Rennens hielt die Formel 1-Welt den Atem an. Ein Streckenposten klaubte in der 14. Kurve eine Heckflügel-Endplatte vom Toro Rosso von Carlos Sainz auf. Und wurde auf dem Rückweg nur knapp nicht von Sebastian Vettel erwischt. "Wir wissen jetzt also, dass es mutige Russen gibt", ärgerte sich der Ferrari-Pilot über Funk.

Nach Informationen von auto motor und sport handelte der Streckenposten nicht auf Anweisung der Rennleitung, sondern aus eigenen Stücken. Er kann von Glück reden, dass seine Einlage ohne schwere Verletzungen endete. Oder ihn gar das Leben gekostet hätte. Bei einem Teil auf der Strecke wartet die Renndirektion um Charlie Whiting normalerweise auf ein Zeitfenster, indem sie einen Streckenposten gefahrlos losschicken können. Wenn es ein solches nicht gibt, wird im Regelfall das Safety Car auf die Bahn geschickt.

Bis auf die mörderische Handlung gab es von der FIA übrigens nur Lob für die Streckenposten und Boxenmarshalls. "Es war die beste Organisation im ganzen Jahr. Sie kennen das Reglement in und auswendig und sprechen perfekt Englisch. Unglaublich."

Was passierte mit Nico Hülkenberg?

Der Le Mans-Sieger sorgte für den ersten großen Zwischenfall des GP Russland. Als Hülkenberg nach dem Start in seinem Force India in die erste Kurve einlenkte, brach ihm das Heck aus. Daraufhin drehte sich der 28-Jährige verkehrt herum ins Feld. Zunächst wurde er von Max Verstappen leicht getroffen.

Der zweite Kontakt wog schwerer. Marcus Ericsson krachte mit seinem Sauber in die linke Fahrzeugseite des VJM08. "Ich habe mich voll auf Felipe Nasr konzentriert, der unmittelbar vor mir lag. Als Felipe nach links zog, bin ich automatisch nach rechts zum Überholen. Da war leider Hülkenberg", kommentierte der unverschuldet aus dem Rennen gerissene Schwede.

Hülkenberg nahm den Dreher voll auf seine Kappe. "Das ist ein Fahrerding, weil es ganz allein passiert ist. Es war eine Kombination aus kalten Reifen, einer zu weit nach hinten verlagerten Bremsbalance und einem etwas zu späten Bremspunkt."

Wieso flog Romain Grosjean ab?

In der 12. Runde flog Romain Grosjean spektakulär ab. Der Lotus-Pilot verlor im schnellen Linksknick bei weit über 200 km/h die Kontrolle über seinen E23. Grosjean reagierte mit Lenkkorrekturen auf ein loses Heck und bekam dabei einen Gegenpendler. Daraufhin trieb es den kommenden Haas F1-Fahrer auf die rutschigen Reifenschnipsel neben der Ideallinie. Dort war bei der hohen Geschwindigkeit kein Halten mehr.

Mit voller Wucht rauschte Grosjean seitwärts in die Tecpro-Barrieren, die den Einschlag so abfederten, dass der Pilot ohne Verletzungen aussteigen konnte. "Ich fühle mich körperlich ok", berichtete Grosjean. "Aber sicher werde ich morgen ein paar Schmerzen haben."

Ob ein Fahrfehler oder technischer Defekt die Ursache für den Crash war, konnte man noch nicht mit voller Sicherheit sagen. "Wir müssen erst einmal das kaputte Auto untersuchen", erklärte Lotus-Einsatzleiter Alain Permane. "In den Telemetrie-Daten konnten wir noch nichts feststellen. Im Moment sieht es eher nach einem Fahrfehler aus." Dass der Lotus durch den vorausfahrenden McLaren zu sehr an Abtrieb verloren hat, glaubte Permane nicht. "Vielleicht hat es etwas die Anströmung des Frontflügels gestört. Aber durch die hohe Geschwindigkeit hast du eigentlich in der Kurve so viel Grip."

In unserer Bildergalerie zeiegn wir Ihnen nochmals die Highlights des Rennen.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:37.11,024 Std.
2. Sebastian VettelFerrari+ 0:05.953 Min.
3. Sergio PerezForce India+ 0:28.918
4. Felipe MassaWilliams+ 0:38.831
5. Daniil KvyatRed Bull+ 0:47.566
6. Felipe NasrSauber+ 0:56.508
7. Pastor MaldonadoLotus+ 1:01.088
8. Kimi Räikkönen**Ferrari+ 1:12.358
9. Jenson ButtonMcLaren+ 1:19.467
10. Max VerstappenToro Rosso+ 1:28.424
11. Fernando Alonso*McLaren+ 1:31.210
12. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
13. Roberto MerhiManor+ 1 Runde
14. Will StevensManor+ 2 Runden
15. Daniel RicciardoRed BullAusfall
16. Carlos Sainz Jr.Toro RossoAusfall
17. Romain GrosjeanLotusAusfall
18. Nico RosbergMercedesAusfall
19. Nico HülkenbergForce IndiaAusfall
20. Marcus EricssonSauberAusfall
* inkl. 5 Sek. Strafe
** inkl. 30 Sek. Strafe
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