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Rennanalyse GP San Marino

Das Wunder von Imola

Foto: dpa 38 Bilder

Es dauerte bis zur 25. Runde des vierten Rennens, bis Michael Schumacher zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Podest-Rang lag. Der Weltmeister fuhr wieder einmal das Rennen seines Lebens, während man bei Renault aus Angst vor einem Motorschaden auf den Nägeln kaute.

25.04.2005

Nur vom 13. Startplatz ins Rennen gegangen, war erst nach den ersten Boxenstopps mit bloßem Auge erkennbar, wie gut Schumacher und Ferrari wieder bei der Musik sind: Der siebenfache Weltmeister, der erst in der 27. Runde seinen ersten Boxenstopp einlegte, profitierte von seinen quasi im Qualifikationsmodus absolvierten Runden.

Die ersten fünf Runden auf Rang 13 festgenagelt, lag Schumacher bis zur 17. Runde nicht unter den Top Ten. Nach den ersten Stopps von Bruder Ralf, Nick Heidfeld (21. Runde) Jarno Trulli und Mark Webber (Runde 22) sowie Takuma Sato und Jacques Villeneuve (Runde 23) lag Schumacher in Runde 25 kurz vor seinem ersten Stopp erstmals in dieser Saison auf einem Podest-Rang. Diesen Platz hielt er auch nach seinem Stopp überraschend, hinter Fernando Alonso und Jenson Button.

Von 36 Sekunden auf 0,2 Sekunden

Den Briten schnappte sich Schumacher in der 43. Runde nach dem Bergaufstück aus der Aque Minerale heraus, beim Ausbremsen vor der Variante Alta. "Vor Jenson bekämpften sich die beiden Williams, die mir dadurch etwas geholfen haben, weil sie in der Kurve zuvor Dreck auf die Strecke geschaufelt haben, weshalb Jenson nicht richtig aus der Kurve kam“, meinte Schumacher.

Dank Schumacher und Alonso wird sich dieser San Marino-Grand Prix als Klassiker des Motorsports in die Geschichtsbücher manifestieren. Vor seinem zweiten Stopp in der 49. Runde machte Schumacher Runde um Runde weiter Terrain auf Alonso gut. Den Rückstand von über 36,5 Sekunden in Runde 21 reduzierte Schumacher beständig: 28,9 Sekunden in Runde 30 - 12,1 Sekunden nach 40 Runden. Nach Schumachers zweitem Stopp trennten ihn und Alonso nur noch 1,3 Sekunden. Doch mit jeder weiteren Runde, in der der Ferrari-Star Boden gutmachte, wurde ein Erfolg versprechendes finales Überholmanöver unwahrscheinlicher. In einem atemberaubenden Duell über die letzten 13 Runden, in dem der Spanier durch clevere defensive Fahrweise letztlich die Oberhand behielt, schrumpfte dessen Vorsprung in der letzten Runde auf 0,215 Sekunden.

"Es wäre für uns ein perfekter Tag geworden, wenn mir im Zeittraining heute morgen nicht der Fehler unterlaufen wäre. Aber was soll’s, wir sind Zweite geworden und haben ein beeindruckendes Tempo vorgelegt. Unser Team hat unfaßbare Anstrengungen unternommen, alle haben harte Arbeit geleistet - Testteam, Ingenieure, die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gené. Jeder hat Nonstop bis an seine äußerste Grenze gearbeitet, und das hat sich bezahlt gemacht. Ein riesengroßes Dankeschön geht auch an Bridgestone“, sagte Schumacher.

Renault: Angst vor Motorschaden

Konnte Schumacher Button noch bezwingen, so biß er sich an Alonso die Zähne aus. "Mit Fernando war es etwas anders", führte Schumacher weiter aus, "beim Herausbeschleunigen war er nicht mehr schnell genug. Es gab da einige Stellen, wo ich dachte, ich könnte ihn packen. Ich hab’s versucht, in einigen Kurven war ich ganz nah dran, aber er fuhr ein großes Rennen und machte keine Fehler.“

Alonso meisterte den starken Druck durch den siebenfachen Weltmeister: "Klar, dass Michael viel schneller war als ich, mehr als eine Sekunde pro Runde. Ich wußte, dass meine einzige Chance darin bestand, zunächst mal nicht an die Nachzügler heranzufahren. Und zweitens, dort, wo er eine Chance zum Überholen gehabt hätte, bremste ich bereits in der Kurve zuvor etwas mehr, um für mich eine bessere Traktion zu gewährleisten. Dieses Spielchen trieb ich jede Runde mit ihm, und es hat gelangt.“

Bei Renault war man sich zudem nicht sicher, ob das Triebwerk halten würde. "Seit Freitag wussten wir, dass wir vielleicht Probleme mit dem Motor bekommen könnten. Daher limitierten wir die Runden am Freitag. Die fehlten mir im ersten Zeittraining, wo ich erst meine dritte gezeitete Runde des Tages fuhr“, sagte Alonso. "Im Rennen sind wir mit stark reduzierter Drehzahl gefahren, um einfach nur das Rennen zu beenden. Ich hatte nur mit Punkten gerechnet. Nun haben wir sogar gewonnen. Dies ist der erste Grand Prix-Motor der, der zwei Rennen hintereinander gewonnen hat.“

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