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Rennanalyse GP Singapur 2010

Kein Fehler der Red Bull-Strategen

Robert Kubica Foto: xpb 32 Bilder

Warum ging Sebastian Vettel in Singapur gleichzeitig mit Fernando Alonso an die Box? Wie konnte Mark Webber Platz drei retten? Und warum fuhr Heikki Kovalainen mit seinem brennenden Auto ewig weiter? Die Rennanalyse gibt Antworten auf die letzten offenen Fragen.

27.09.2010

Warum ging Vettel gleichzeitig mit Alonso an die Box?

Auf der überholfeindlichen Strecke von Singapur erlaubte sich Fernando Alonso in 61 Runden keinen einzigen Fehler und zeigte Sebastian Vettel stets den Heckflügel. Nach dem verlorenen Startduell blieb dem Deutschen nur die Strategie, um einen Weg vorbei am Ferrari zu finden. Doch die Hoffnung auf ein Überholmanöver in der Boxengasse zerschlug sich schnell, als Vettel in Runde 29 direkt hinter dem Ferrari zum Reifenwechsel abbog.

Viele Experten fragten sich, warum Red Bull nicht früher reagiert hat. Teamchef Christian Horner gab nach dem Rennen die Antwort. "Vorher konnten wir nicht reinkommen, weil wir dann hinter Lewis Hamilton gefallen wären und viel Zeit verloren hätten. Wir sind direkt eine Runde nach Hamiltons Stopp an die Box gekommen, aber leider hat auch Ferrari sofort reagiert."

Aber wäre es für Vettel dann nicht besser gewesen, noch eine Runde draußen zu bleiben, um zu versuchen Zeit auf Alonso zu gewinnen? "Nein. Das hätte uns nichts gebracht", rechnet Horner vor. "Die Rundenzeit mit den gebrauchten weichen Reifen war so viel langsamer. Dabei hätten wir nur verloren. Da gab es keine Chance vorbeizukommen." Vettel machte beim hektischen Anfahren aus der Box noch einen kleinen Fehler, was aber keine Auswirkungen auf die Reihenfolge hatte.

Warum war Mark Webber überglücklich auf Rang drei?

Für WM-Spitzenreiter Mark Webber war das gesamte Singapur-Wochenende Schadensbegrenzung angesagt. Sebastian Vettel fuhr im Schnitt eine halbe Sekunde schneller als sein Teamkollege. Nach dem fünften Platz im Qualifying musste der Australier befürchten, die Führung im Klassement abzugeben. Am Ende konnte er den Abstand zu seinen Verfolgern sogar vergrößern. "Ich bin wirklich sehr zufrieden mit Platz drei", sagte Webber anschließend und konnte zum ersten Mal an diesem Wochenende lachen.

Der Schlüssel für Webber lag in der riskanten Strategie. In der ersten Safety-Car-Phase riefen die Red Bull-Taktiker den Routinier eilig an die Box. "Ich habe zuerst angezweifelt, dass es die richtige Strategie ist. Ich hatte Sorgen, das ganze Rennen auf den harten Reifen zu fahren. Aber ich bin dann doch reingekommen", erklärte Webber anschließend. Nach dem ersten Restart war es wichtig, dass er schnell am langsamen Mittelfeld vorbeikam. Vor allem der Sauber von Kamui Kobayashi bereitete Webber Sorgen.

"Der ist wild über die Kerbs gefahren und war ständig nah an der Mauer. Ich wusste, dass der nicht das ganze Rennen unfallfrei bleibt. Ich musste so schnell wie möglich vorbei." Nachdem auch Michael Schumacher passiert war, blieb Webber hinter Rubens Barrichello hängen. Doch der Brasilianer legte ein solch gutes Tempo vor, dass Webber im indirekten Duell mit McLaren Zeit gutmachte und nach den Stopps von Hamilton und Button vorbeiziehen konnte.

Beim Zweikampf mit Lewis Hamilton nach dem zweiten Restart hatte Webber erneut Glück. Während Hamilton mit einer gebrochenen Felge ausfiel, konnte der Australier seinen angeschlagenen Red Bull ins Ziel schleppen. Im Parc Fermé trauten die Mechaniker ihren Augen kaum, als plötzlich die Luft aus dem rechten Vorderreifen entwich. Der Gummi hatte sich durch den Kontakt von der Felge gelöst, was beinahe zum Ausfall des WM-Spitzenreiters geführt hätte.


Warum stellte Kovalainen seinen brennenden Lotus nicht ab?

Die FIA-Regeln sind eindeutig. Wer in einem beschädigten Auto sitzt, muss sein Gefährt schnellstmöglich abstellen. Doch Heikki Kovalainen fuhr zur Freude der Zuschauer noch einige Kurven mit seinem brennenden Lotus weiter. "Ich habe einfach nur einen sicheren Platz mit einem Feuerlöscher gesucht", begründete der Finne später seine unfreiwillige Löscheinlage. Die Rennleitung forderte den Lotus-Kommandostand auf, den Fahrer in die Box zu beordern. "Da waren mir aber zu viele Menschen. Deshalb bin ich auf der Zielgerade stehen geblieben", erklärte Kovalainen.


Warum konnte Robert Kubica am Ende eine große Überhol-Show abziehen?

Da sage noch mal jemand, in der Formel 1 werde nicht überholt. Robert Kubica bewies in den Schlussrunden das Gegenteil. Und dass auf dem engen Stadtkurs von Singapur, wo Manöver besonders schwierig sind. Doch der Pole hatte den Vorteil der frischen Reifen. Nachdem die Ingenieure in den Daten erkannten, dass der hintere rechte Reifen Luft verlor, musste Kubica in der 45. Runde zum zweiten Mal an die Box.

Die verlorenen Plätze holte sich der Renault-Pilot alle auf der Strecke wieder. Erst schnappte er sich beide Toro Rosso-Junioren, dann musste Teamkollege Vitaly Petrov Platz machen. Auch Nico Hülkenberg und Felipe Massa blieben chancenlos. Adrian Sutil lieferte einen harten Kampf, doch Kubica schnappte sich den Force India mit einem gewagten Manöver auf der Kurvenaußenbahn. Kubica fuhr am Ende die drittschnellste Rennrunde. Nur Vettel und Alonso waren an diesem Tag schneller.

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